Der Theoretische Krams vom therapeutischen Reiten

HafiHallöchen alle Zusammen!

Ich möchte mich nun intensiv mit dem Thema des therapeutischen Reitens auseinander setzten. Zumal es glaube ich noch nicht so wirklich bekannt ist in der Bevölkerung. Ausser vielleicht unter denen die im sozialen Bereich unterwegs sind. Aber ich möchte keine Vorurteile in die Welt setzten. Nun ja, wegen meiner Facharbeit habe ich mich damit ja sowieso schon mal n bisschen auseinander gesetzt. Aber ich möchte einen Einblick verschaffen in die ganze Sache.

Zuerst fange ich mal mit dem Theoriekrams an. Einfach damit man mal sieht was das alles beinhaltet und und und. Und das therapeutisches Reiten nicht gleich Reiten ist. Also los geht’s!!

Der erste grundsätzliche Theorikrimskram

Therapeutisches Reiten umfasst pädagogische, psychologische, psychotherapeutische, rehabilitative und sozial-integrative Maßnahmen, die über das Medium Pferd umgesetzt werden. Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen oder Behinderungen. Die Entwicklungsförderung steht dabei im Mittelpunkt; reiterliche Fähigkeiten sind dagegen eher nebensächlich. Therapeutisches Reiten umfasst die Bereiche:

Neben diesen drei bekannten Feldern des Therapeutischen Reitens, die durch das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten DKThR definiert wurden, hat sich weiterhin der Bereich „Therapeutische Förderung mit dem Pferd“ weiterentwickelt. Dabei steht vor allem das therapeutische Handeln im Vordergrund. Folgende Anwendungsbereiche finden sich in diesem thematischen Rahmen:

  • Ergotherapeutische Förderung mit dem Pferd
  • Logopädische Förderung mit dem Pferd
  • Psychotherapeutische Förderung mit dem Pferd

Nicht dazu zählt der Behindertenreitsport, der eine Sportart und keine Therapie ist. Umgangssprachlich wird Therapeutisches Reiten oft auch als Reittherapie bezeichnet. Aus fachlicher Sicht ist Reittherapie aber ein eigenständiger Arbeitsbereich mit Parallelen zum heilpädagogischen Reiten, der sich hauptsächlich mit psychischen und psychosomatischen Krankheiten beschäftigt. Sowohl für Reitpädagogen als auch für Reittherapeuten gibt es getrennte Ausbildungen.

Der zweite Theoriekrimskrams, die verschiedenen Bereiche

So in meinem nächsten Part geht es jetzt mal näher um die einzelnen Bereiche die es gibt. Inklusive der näheren Erklärung zu der ganzen Sache 🙂

Diese Bereiche gibt es übrigens:

  • heilpädagogisches ‚Reiten
  • heilpädagogisches Voltigieren
  • und Hippotherapie (Physio oder Ergo auf und am Pferd)

Heilpädagogisches Reiten

Die Arbeit mit dem Medium Pferd und das Reiten an sich sprechen den Menschen ganzheitlich und über alle Sinne an. Sie fordern körperlich, emotional, geistig und sozial. Die Beziehung zum Pferd spielt im Heilpädagogischen Reiten die tragende Rolle. Der Reittherapeut fördert im Beziehungsdreieck „Klient-Pferd-Reittherapeut“ den konstruktiven Umgang miteinander. Lern-Erfahrungen können auf die Gruppe übertragen und geübt werden. Persönliche und soziale Entwicklung ist das Ziel.

Die Umsetzung erfolgt durch den direkten Kontakt und Umgang mit dem Pferd, durch das Pflegen des Pferdes, durch Übungen am und auf dem geführten Pferd, durch Arbeit im Stall, mit einem Menschen oder in Gruppenarbeit, für Fortgeschrittene beim Reiten und bei Projekten (Reiterspiele, Geländereiten, Wanderreiten).

Es fordert:

  • Körperlich
  • Emotional
  • Geistig
  • Sozial

Ziel

Persönliche und soziale Entwicklung.

Die Umsetzung erfolgt hierbei durch den direkten Kontakt und den Umgang mit dem

Pferd.

Dazu gehören

  • Die Pflege des Pferdes
  • Übungen am und auf dem geführten Pferd
  • Arbeit im Stall unter Aufsicht
  • Arbeit im Stall unter Aufsicht in der Gruppe
  • Für Fortgeschrittene: Reiten und Projekte wie Reitspiele, Geländereiten und Wanderreiten „

Heilpädagogisches Voltigieren

Auf dem an der Hand oder an der Longe geführten Pferd werden gymnastische Übungen und Geschicklichkeitsspiele ausgeführt (Voltigieren). Der Bewegungsrhythmus des Pferdes hat eine lockernde, ausgleichende und angstlösende Wirkung, gleichzeitig spricht er auf vielfältige Art und Weise die Wahrnehmung des Reiters an. Durch individuelle Therapieplanung können die individuellen Problematiken gezielt auf die Anforderungen der jeweiligen Behinderung oder Störung abgestimmt werden.

Hippotherapie

Hippotherapie setzt Pferde zur Physiotherapie und Ergotherapie ein. Dabei sitzt der Patient in der Gangart Schritt auf dem Pferderücken. Bewegungsimpulse des Pferdes werden auf Becken und Wirbelsäule des Menschen übertragen. Der gesamte Bewegungsapparat muss sich neu einpendeln. So können zum Beispiel halbseitig gelähmte Menschen ein Gefühl für ihre Körpermitte entwickeln. Zugleich könne die Muskelspannung positiv beeinflusst werden; schlaffe Muskeln spannen sich an, spastische, also zu stark gespannte Muskulatur hingegen gibt nach. Dadurch werden die gesamte Haltung vor allem des Oberkörpers geschult und das Balancegefühl verbessert.

Nicht angewendet werden soll die Hippotherapie bei Entzündungen der Wirbelsäule, medikamentös nicht gut eingestellten Anfallsleiden, aktivem Schub Multipler Sklerose, Gefahr von Thrombosen oder Embolien, Bluterkrankheit oder Pferdehaar-Allergie.

In der Hippotherapie arbeitet der Hippotherapeut mit einem Physiotherapeuten zusammen, oder wenn er selbst einer ist, mit einem Longenführer.

Ziele der Therapie

  • Halbseitig gelähmte Menschen können ein Gefühl für ihre Körpermitte entwickeln.
  • Die Muskelspannung wird positiv beeinflusst
  • Schlaffe Muskeln spannen sich an
  • Spastische Muskeln (z.B. stark gespannt) entspannen sich

Nicht angewendet wird die Therapie bei:

  • Entzündungen der Wirbelsäule
  • Medikamentös nicht gut eingestellte Anfallsleiden
  • Aktivem Schub Multipler Sklerose
  • Gefahr von Thrombose
  • Gefahr von Embolien
  • Bei Gefahr von Bluterkrankheiten
  • Bei Pferdehaarunverträglichkeit

Bei Pferdehaarunverträglichkeiten kann jedoch das Curly Horse eingesetzt werden. Aufgrund seiner anderen Haut und Fellbeschaffenheitn reagieren Allergiker nicht.

So mit den Pferderassen befasse ich mich dann ein anderes mal 🙂

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