Tote Distanzpferde, gedopte Galopper und Rollkurreiten

Die Cavallo les ich ja schon länger. Es sind oft einfach sehr interessante und hilfreiche Artikel drin. Aber auch Artikel die Schockieren. Darunter zum Beispiel auch ein Bericht in der Mai Ausgabe von diesem Jahr. Es ging in diesem Artikel wieder mal um Folgende Missstände: Tote Distanzpferde, gedopte Galopper und Rollkur. Themen die immer wieder oder immer noch aktuell sind.

Grundsätzlich wird in diesem Bericht zuerst über den Distanzsport in den Vereinigten Arabischen Statten gesprochen, die wohl seit Jahren nicht gerade positive Schlagzeilen machen. Der aktuelle Höhepunkt ist im Moment der Tod des Pferdes Splitters Chreek Bundy beim Ai Reef Cup in Abu Dhabi anfang Januar. Der Wallach brach sich vor laufenden TV-Kameras beide Vorderbeine. Kurz davor kam heraus, dass offenbar mehrere Rennen in den Emiraten manipuliert wurden. Erst jetzt zog der Weltverband FEI die Notbremse und schloss die VAE auf weiteres aus dem Weltverband aus. Angeblich sei dies die einzige Option gewesen, sagte der FEI Präsident. Er ist der Meinung das sie ihre Verantwortung wahrnehmen müssen und nicht davor zurückschrecken würden große Probleme geradeheraus anzugehen. Klingen tut dies ja gut, aber es steht immer noch die Frage ob dies konsequent durchgezogen wird. Der Umgang der FEI und anderer Reitsportverbände erweckten in der öffentlichkeit allerdings nicht den Eindruck, dass Probleme geradeheraus angegangen würden. Was nicht nur die seit Jahren bekannten Missstände beim Distanzsport in den Emiraten, sonder auch die Missstände auf den Reitplätzen in der Heimat meint.

Stichwort Rollkur. Die FN konnte sich hier erst 2014 durchringen, nachdem es jahrelange Disskusionen und viel öffentlichen Druck gab. Daraufhin wurde ein klarer Handlungskathalog für Richter verabschiedet. Sinn dahinter, Richter sollen aggressive Rollkurreiter besser erkennen können und dies dann auch abzustrafen. Es gibt aber auch einen Haken: Die Regelungen gelten nur ei nationalen Turnieren. Bei internationalen Turnieren in Deutschland gilt die Regelung des Weltverbandes FEI.

Anderer Name selber Inhalt: Aus Rollkur wurde LDR

Und der griff auf eine bewährte PR Trick zurück: Die FEIi verkauft altes Zeug einfach in neuen Kisten. Sie verurteilen zwar die Rollkur, mit der Methode Low deep round haben sie abe offensichtlich kein Problem. Experten sind der Meinung das es jedoch nur graduelle Unterschiede zwischen Rollkur und LDR gibt. Die FEI ist wiederum der Meinung ds LDR in Maßen nicht schädlich sei.

Bedeutung in der Praxis Der Steward muss auf dem Arbeitsplatz kontrolliere, dass kein Reiter sein Pferd länger als zehn Minuten am Stück mit tiefer und zu enger Halseinstellung reiten. Wie der Reiter das hinbekommen soll sei dahingestellt. Offiziell sieht die Bilanz des Verbandes aber gut aus: Man hat sich eindeutig gegen die Rollkur ausgesprochen.

Ein Beigeschmack bleibt. Ähnlich wie bei der bisherigen Aufklärung von Missständen im Distanz und Galoppsport, an denen Personen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten beteiligt sind. Das lag bisher vor allem an der früheren FEI-Präsidentin, Prinzessin Haya von Jordanien. Als sie im Dezember 2014 nach acht Jahren aus dem Amt ausschied, hattei sie schon etwas vorzuweisen: Sie hat den Verband modernisiert und international geöffnet und auch die Anti-Dopingregel hat sie durchgesetzt. Wobei dies von manchen als hart gesehen wird. Allerdings ist Haya auch die Zweitehefrau von Mohammed bin Raschid al Maktum. Der Scheich gebietet über Dubai und ist zusätzlich Premier der Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort haben Distanzrennen etwa den selben Stellenwert wie bei uns Fußball und Formel1 bei uns zusammen. Der Scheich sponsort den Sport in großen Rahmen. Der Druck auf Reiter und auch Trainer eine Trophähe zu erlangen müsste daher also ziemlich groß seien. Für den Gewinn wird nicht immer mit sauberen Mitteln gearbeitet. Dadurch geriet auch der Scheich ins Kreuzfeuer.

2009 sperrte die FEI Scheich Mohammed wegen Doping

2009 wurde Scheich Mohammed selbst von den FEI gepserrt. Er war bei zwei Distanzrennen in Dubei und Bahrain angetreten. Seine Pferde wurden jedesmal positiv auf Dopingmittel getestet. Im Mai 2013 verhängte das oberste englische Reitsport-Organ BHA eine achtjährige Sperre über den Trainer der Godolphin-Ställe, Mahmood Al Zarooni. Mindestens 15 Galopper waren mit Stereoiden für den Muskelaufbau gedopt worden. Kurz darauf wurde bekannt, dass englische Behörden insgesamt 124 nicht zugelassene Tiermedizinprodukte in einem Stall des Scheichs in Newmarket gefunden hatten. In einem von der Regierung Dubais genutzten Privatjet entdeckten Ermittler ebenfalls Dopingmittel. Der Scheich beauftragte daraufhin eine Sichereheitsfirma, Fazit der Scheich hätte davon nichts gewusst.

Die Ruhe weg hat die FEI auch im Umgang mit Kritik, etwas weil Distanzreiter aus den VAE überproportional stark bei Dopingvergehen vertreten sind oder weil bei Rennen in den Emiraten des Öfteren Pferde zu Tode komme. Darüber geredet wurde schon lange. Doch erst als die Stimmen nicht mehr überhörbar waren und Charles F. Trolliert, Chef des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport, sich in einem offenen Brief an die FEI wand, bewegten sich diese: Sie setzten eine Kommission ein, die Empfehlungen für Verbesserungen im Distanzsport machen sollte. Wie wirksam diese umgesetzt wurden zeigt der Tod des bereits am Anfang erwähnten Wallachs. Hier duckte sich die FEI zunächst weg, bis sie sich zu einer Untersuchung durchrang und die beiden noch ausstehenden Rennen strich. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Dänische Reitverband seinen Reitern bereits verboten an Nationalen Wettbewerben der VAE teilzunehmen. Die American Endurace Ride Conference aus den USA erwog die Gründung eines neuen Weltverbandes für Distanzreiter.

Mindestens zwölf Rennen waren komplett erlogen

Vermutlich wäre trotzdem alles wieder im Sand verlaufen. Doch dann kam heraus, dass mindestens zwölf Distanzrennen in den VAE Angang des Jahres manipuliert wurden. Viel mehr: Sie fanden nie statt, sondern wurden samt Zwischenständen aus alten Ritten komponiert. Für die FEI eine Katastrophe, schließlich soll die Distanz-WM 2016 in den Emiraten ausgetragen werden. Deren Reitsportförederation ist nun seit März bis auf weiteres von der FEI ausgeschlossen. Mit der Aufklärung hat der Verband eine Sicherheitsfirma beauftragt. Es handelt sich um einen alten Bekannten, die Firma Quest. Glaubwürdiges Handeln sieht anders aus. Damit schadet die FEI nicht nur sich selbst. Sie schadet damit auch allen Reitern und den Pferden.

Quelle: Cavallo 5/2015

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