Weitere Gedanken zur Landwirtschaft mit Menschen mit Behinderung

Was fällt mir zu dem Thema Landwirtschaft ein? Was verbinde ich damit?

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Auf meinem Gedankenbild sieht man ja schon so einiges was man mit Landwirtschaft verbindet. Beziehungsweise was ich damit verbinde. Ein Haufen Zeug um ehrlich zu sein, was mir da so eingefallen ist. Man sieht es ist vielfältig und ist weit gefächert. Es gibt viele unterschiedliche Arbeiten und Aufgabenfelder die erledigt werden wollen oder auch müssen. Ob man will oder nicht. Das ist nun mal so, sonst gehen wir ne runde hungern ;). Ja ich weiß blöder Witz 😉

Körperliche Belastung gehört zum alltag, auch wenn vieles bereits maschinell übernommen wird. dennoch muss man schon noch hinklotzen auf gewisse Weise. Je nach Betriebsgröße kann ich mir gut vorstellen, dass Betriebshelfer, Azubis oder Mitarbeiter eingestellt sind um all die Arbeiten bewältigen zu können. Warum denn dann nicht auch einen Menschen mit Behinderung einstellen? Dies wirft jedoch einige Fragen auf, die man sich stellt, hat man sich nun dazu entschieden einen Menschen mit Behinderung auf seinem Hof zu beschäftigen bzw. ist gerade noch in der Entscheidungsphase oder Findungsphase, wie auch immer.

Worauf ich schon wieder hinaus will? Auf mein Lieblingsthema natürlich, wer hätts gedacht wa. Nun gut, kommen wir wieder zu dem Fragengesummsel. Was könnten das für Fragen sein? Ich könnte mir Vorstellen, es wirft die Frage auf, als was bietet man das ganze eigentlich an? Als ein Praktikum? In dem man sich erst mal über ein paar Wochen kennenlernt, sieht ob es klappt mit dem entsprechenden Menschen. Und dass dann eben über mehrere Wochen? Oder wird es gleich ein direkter Arbeitsplatz für den Menschen? Also ein ausgelagerter Arbeitsplatz, bei dem der Mensch mit Behinderung, zwar immer noch an die Werkstatt angegliedert ist, jedoch einen Arbeitsplatz außerhalb der WfbM auf dem freien Arbeitsmarkt hat. Dennoch der Regelmäßige Kontakt zur WfbM besteht, zu entsprechenden Gruppenleitern oder Bezugspersonen, die für den Menschen mit Behinderung verantwortlich sind. Hier ist es natürlich wichtig den regelmäßigen Kontakt zur WfbM, also zum Gruppenleiter zu halten. Sei es per Telefon oder im direkten Kontakt. Egal, Hauptsache der Kontakt ist da und es kann regelmäßig gemeinsam reflektiert werden. Und das nicht nur wenn was schlecht läuft sondern auch wenn es gut läuft. In der WfbM müssen sie natürlich auch wissen was vorgeht, ob Ziele erreicht werden, Maßnahmen sinnvoll sind. Müssen Berichte schreiben und vor dem Kostenträger Stellung nehmen. Daher ist es wirklich wichtig, regelmäßig im Kontakt zu sein und auch zu bleiben. Egal ob es gut oder schlecht läuft. Grundsätzlich wäre es allerdings wahrscheinlich am Sinnvollsten erst einmal ein Langzeitpraktikum anzusetzen, einfach um zu sehen ob es klappt oder nicht und ob es das richtige ist. Wir selbst machen ja auch Praktika um zu sehen welcher Job uns am besten passt.

Worüber man sich als potentieller Anleiter, Ausbilder oder wie auch immer natürlich auch im klaren sein muss, wenn ich einen Menschen mit Behinderung beschäftige, brauche ich Geduld. Vielleicht sogar sehr viel Geduld. Denn die Geduld ist mit unter in diesem Bereich eines der wichtigsten Güter. Also sollte man sich die Frage stellen, habe ich das überhaupt oder bekomme ich schnell zu viel des guten? Aber warum sollte man sich diese Frage stellen und warum ist es so wichtig Geduld zu haben? Je nach Form und Ausprägung der Behinderung, brauchen die, sagen wir mal Betroffenen, wesentlich mehr Zeit um Abläufe zu erlernen und diese zu verinnerlichen. Sie wirklich zu verstehen und auch zielgerichtet durchführen zu können. Es kann durchaus möglich sein, dass der Betroffene vielleicht am nächsten Tag in die Arbeit kommt und nicht mehr so ganz weiß wie das mit der Melkmaschiene funktioniert. Weil er es vielleicht noch nicht abgespeichert hat oder noch nicht ganz verstanden. Hier darf man sich dann natürlich nicht denken, ja Himmel Herrgott hab ich ihm doch gestern schon erklärt und er hats doch gekonnt. Nix da. Das war in diesem Fall das Zeichen dafür, dass Person xy, den Arbeitsablauf noch nicht ganz verstanden oder verinnerlicht hat. Es sich noch nicht eingeprägt hat. Also nochmal hinstellen und ruhig und verständlich erklären. Am besten Zeigen, damit er es sieht bzw. es mit ihm gemeinsam machen. Nach und nach wird auffallen, dass sich der Betroffene immer besser und mehr Sachen merken kann ;).

An einen selbst sollte man sich unter anderem auch die Frage stellen, was erwarte ich denn von dem Mitarbeiter der da zu mir kommt? Was erhoffe ich mir? Auch wieder eine Frage die geklärt gehört. Natürlich kann man sage ich mal, nicht überaus hohe Ansprüche oder Anforderungen stellen, wenn ich beschließe jemanden zu beschäftigen, der vielleicht eine etwas stärker ausgeprägte geistige Behinderung hat. Lieber setzt man seine Ziele etwas tiefer als den entsprechenden Klienten in die Überforderung zu schicken und dann das Drama zu haben, dass alles hinten und vorne nicht passt. Person xy soll sich wohlfühlen und mit der Situation klar kommen. Ziele kann man immer noch wieder höher stecken wenn man sieht es war zu leicht. An sich selbst sollte man aber auch die Frage richten, ob man dem ganzen wirklich gewachsen ist, ob man das wirklich kann und will. Ob man es stämmen kann in einem Laufenden Betrieb, vielleicht sogar unter Zeitdruck, jemandem bestimmte Abläufe mehrfach zu erklären oder zu zeigen. Ist denn genug Spielraum da, dass ich mich vielleicht auch mal 10 Minuten mit der Person rausziehen kann? Habe ich vielleicht sogar schon Mitarbeiter, die entsprechend kurz Arbeiten übernehmen können?

Es gibt aber noch weitere Dinge die zu organisieren sind. Wie kommt die Person hin oder wieder nach Hause? Höfe liegen ja meist abgelegen. Kommt die Person vielleicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder benötigt die Person einen Fahrdienst? Dies kann man jedoch in zusammenarbeit mit der WfbM machen, da diese das ganze dann organisieren, sollte Person xy einen Fahrdienst benötigen.

So wie läuft es dann weiter? Person xy, benötigt auf dem Hof natürlich jemanden der sein Anleiter ist. Der sich verantwortlich sieht der Person alles zu zeigen und beizubringen. Gespräche zu führen und im Kontakt mit der WfbM steht. Klar sein muss, dass beide miteinander gut auskommen müssen und das nicht nur so lapidar gesagt. Es muss ein gutes Verhältnis vorhanden sein um ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Dieser Jemand sollte in der Praxis vertrauens und Bezugsperson sein können. Nicht nur Chef sondern vielleicht auch mal in blöden Situationen Ratgeber und Unterstützer. Klar kommt es immer mal wieder zu Konflikten. Das ist jedoch normal, solange die Basis stimmt.

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Nun gut, dass wars erstmal von meiner Seite!

Beste Grüße

Ich 😛

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