Das Ausgereite

Das Ausgereite

Wetter ok, also trocken, aber trotzdem ziemlich kalt. Also für den geplanten Ausritt einpacken. Winterreitstiefel, wozu braucht man denn jetzt die schon? Ist doch noch nicht Winter. Trotzdem man will sich ja nicht die Füße abfrieren. Dicke Jacke und Schal. Das die Reiterin auch ja nicht frieren muss.

So gestriegelt geschnürt, gesattelt und getrenst. Irgndwas scheint mit der Trense nicht ganz zu stimmen, Zicki wackelt ständig mit dem Kopf. Na gut, ist wieder mal ein neues Gebiss fällig, vermute ich. Werde ich also doch mal wieder den Reitladen in der Gegend aufsuchen, uns geht nämlich auch unser Ergänzungsfutter langsam aber Sicher aus. Das wird wieder ein kleiner Großeinkauf. Dürften etwa wieder 100 € dafür drauf gehen, auch wenn wir Rabatt bekommen. So ein ca 10 kg Kübel Hufregulator kostet alleine ja schon stolze 65 €, Mineralfutter für etwa 20/25 € und dann noch das Gebiss für etwa 20 €. Aber so wie ich mich kenne, finde ich noch zig andere Sachen die ich dringlichst brauche, obwohl ich sie eigentlich wahrscheinlich doch nicht benötige.

Nach dem drüber philosophieren über das was wir kaufen und wirklich brauchen, geht es dann doch raus und zum nachgurten, als Reiterin ist man ja so nett und schnürt nicht gleich auf Anschlag. So jetzt wird dann noch die Pferdefreundin Silberschimmel abgeholt mit der man verabredet ist. Gemeinsame Ausritte sind nämlich schon spaßig.

Zuerst mal ein weilchem im Schritt das Gelände unsicher machen. Man muss ja seine Muskeln ausgiebig aufwärmen. Ist ja wohl klar. Und die Pferdefrauen tauschen sich eine Weile über die neuesten Dinge aus, sie haben sich nämlich schon länger nicht mehr gesehen. Die erste kurze Strecke zum Galoppieren kreuzt auf. Die Pfedies werden schon ein bisschen hibbelig, Galopp ist ja auch was tolles. Weiter vorne sieht man eine Frau mit einem Hundi spazieren. Okay, also nach einem Stück Galopp, durchparieren zum schritt. Die Hundefrau guggt ganz böse. Warum guggt sie böse? Ist doch nichts, wir hätten böse guggen können weil sie ewig mitten im Weg rumspazierte und sie sollte froh sein, dass wir ihr zuliebe durchpariert sind. Hundi scheint es nämlich recht herzlich wenig zu interessieren. Wobei das nicht auf alle Hunde zutriefft. Jagtinstinkt und so halt. Lieber durchparieren und kurz warten, anstatt einen Ausflippenden Hund mit Biss zu riskieren.

Vom Tramppelpfad gelangen wir dann auf die Straße „hinten Rum“, eine Straße die durch die ganzen Weihler führt. Dort ist es meistens ruhig, ausser alle Landwirte kommen zur Selben Zeit auf die Idee zu Mähen, dann kanns schon stressig werden. Oder wenn wieder manche nicht Anlieger meinen diesen Weg zu nutzen weil man meint es ist kürzer. Hallo da oben is noch ne Hauptsraße! Egal, intressiert niemanden. Aber im Moment ist es eher ruhig. Ein Auto fährt an uns vorbei. Der Fahrer guggt böse. Warum? Ist mir unerklärlich. Wir sind auf die Seite gegangen, er hatte genug Platz und kein Pferd ist ausgeflippt und ist gegen sein Auto gehüpft. Also kein Grund zur Aufregung. Ich glaube er wollte einfach mal böse guggen oder mag keine Reiter oder so. Der Tierarzt der vorhin vorbei gefahren ist, hat uns sogar noch lächelnd zugewunken. Es gibt also Autofahrer und Autofahrer.

Wir üben ein bisschen im Gelände. Pfosten werden als Mittelpunkt genutzt und man Reitet im Kreis drum Rum. Auch für Slalom im Schritt/Trab eignen sich diese Zaunpfähle hervorragend. Da wird der Ausritt gleich ne runde Spannender.

Abbiegung auf einen Pfad wieder eher in die Pampa, Kiesweg am Waldrand und Bach vorbei. Sehr schöne Strecke. Ihr kommt einem Maximal ein Reh über den Weg, dass dann aber erschrocken wieder im Wald verschwindet. Später eine längere Galopp-Rennstrecke. Zicki bekommt auf ihre alten Tage einen Rennanfall und tritt aufs Gaspedal. Sie möchte Silberschimmel einholen und wird immer schneller, sie schnauft schon ziemlich. Reiterin versucht Zicki etwas zu bremsen. Allerdings hat Zicki wohl gerade ihr Hirn ausgeschalten und hat einen Adrenalienrausch. Silberschimmel eingeholt, dann merkt man das Zicki langsamer wird und sich durchparieren lässt zum Trab. Der Trab ist aber unregelmäßig. Oh nein, meine Befürchtung sie könnte sich den Fuß vertreten bei dem Tempo, hat sich bewahrheitet. Herzlichen Glückwunsch. Die letzten 10 Minuten der Strecke bis nach Hause wird also gehumpelt. Wir habem zwar die Durchatmung und Muskelstreckung und beanspruchung gefördert. Sie konnte mal richtig durchatmen und sich Strecken, als belohnung haben wir jetzt aber einen Humpelfuß dazu bekommen. Aber, Aber AAAAber, wir hatten doch Gammaschen dran. Nun gut, aber vielleicht haben sie doch mehr abgefangen, als wenn wir ohne gritten wären.

Zicki hat zuhause dann noch einen festen leidenden Blick aufgesetzt. Dann wird man nämlich betuttelt. Also einwickeln in die Decke, Abendessen richten und ausruhen. Morgen sieht die Welt dann wieder anderst aus 🙂

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3 Gedanken zu “Das Ausgereite

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