Sperrriemen an der Trense

Die Frage des Tages

Eine Trense, viele Riemen die man zu macht. Unter anderem auch der Sperrriemen. Sperrriemen. Er soll wohl etwas Sperren. Aber was?

Hm, Frage meiner Seite, welchen Effekt hat denn dieser Sperrriemen? An meiner Trense habe ich ihn irgendwann weg gemacht, da er mich irgendwie genervt hat. Kürzlich habe ich ihn mal wieder in den Händen gehalten. Recht verstaubt war dieser, wie ich festgestellt habe.

Welchen Sinn hat der Sperrriemen?

Laut Wikipedia, soll dieser Verhindern, dass das Pferd das Maul aufsperrt um dem Gebissstück auszuweichen.

Auf einer anderen Seite entdeckte ich dann wiederum eine Contra-Beschreibung, inklusive Historischem Hintergrund zum Sperrriemen. Klang alles eigentlich sehr plausiebel. Geht man danach, ist es also garnicht so doof, dass ich den Sperrriemen entfernt habe.

Also dort heißt es:

Der Erfinder des Englischen Kombinationshalfters hatte ursprünglich eine gute Idee. Die Schlaufe die vorne am Nasenband angebracht ist, wurde anderes verwandt als heute. Es wurde der Riemen links und rechts durch das Gebiss, und zwar von innen nach außen, verschnallt. So konnte der Zug auf das Gebiss eingeschränkt werden und der Druck auf den Naserücken weiter gegeben werden.
Zudem fand der Sperrriemen Verwendung, die aus den Bedürfnissen des Militärs heraus entwickelt und angepasst wurden. Um bei Stürzen zu verhindern, dass sich die Pferde, durch weit geöffnete Mäuler, den Unterkiefer brachen, wurde ihnen der Unterkiefer mittels Sperrriemen zugeschnürt. Dadurch verringerten sich die Kieferbrüche der damaligen Pferde um 80%.
Vermutlich seit den späten 70igern, hat der Sperriemen die doofe Aufgabe (so beschreibt es der Autor) zu dem Pferd das Leben schwer zu machen.
Der Sperrriemen schränkt und und behindert zum Teil sehr stark, das Abschlucken des Speichels. Wenn das Maul zugeschnürt wird, kann das Pferd nicht mehr durch das leichte Öffnen des Mauls den Druck des Trensengebisses auf den Gaumen abmildern. An der Stelle, an der das Trensengebiss gegen den Gaumen drückt, sitzen Nervenrezeptoren, die den Schluckreflex unterbinden und den Deckel des Kehlkopfes blockieren. Dadurch entsteht das Einspeicheln des Pferdes, was also in erster Linie ein Zeichen dafür ist, dass das Pferd seinen Speichel nicht abschluckt, aber noch lange kein Hinweis darauf, dass das Pferd korrekt „durch das Genick“ geht. [….] http://www.pferde-ausbildung.de/der-sperrriemen/

Weiter beschreibt der Autor dort außerdem, wie sich das Abschlucken des Speichels oder auch nicht, auf die Gesundheit beziehungsweise auf den Magen des Pferdes auswirkt. Er Erklärt, beschreibt auch weitere negative Dinge des Sperrriemens, wie zum Beispiel der Einfluss auf die Kiefergelenke und das diese, durch permanentes Zusammenbeißen nicht richtig arbeiten können bzw. verklemmen.

Er geht auf weiterführende Schäden ein, die durch das Zusammenbeißen der Zähne verursacht werden. Gelenkschäden usw. Er führt sogar recht plausieble Beispiele dazu auf die leicht verständlich sind.

Beim weiterlesen sah ich, dass der Autor übrigens ein Trainer ist, dies kann man aber auch auf der Seite oben nachlesen 🙂

Fazit

Ein Fazit, hab ich sowas? Nun ja, ich benutze ja irgendwie sowieso keinen Sperriemen. Also kann ich ihn nach den Aussagen, des Autors also auch getrost weiterhin weg lassen. Zumal er ja eigentlich für millitärische Zwecke entwickelt wurde. Ich versteh nur nicht, warum es dann nach wie vor noch in gebrauch ist?

Welche Argumente habt ihr für und gegen Sperrriemen?

 

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5 Gedanken zu “Sperrriemen an der Trense

  1. Ich finde den Sperriemen auch sehr überflüssig. Zu alledem viele (nicht alle) Reiter diesen so arg verschnallen das das Pferd ja komplett abgeschnürtt ist. Ich finde man sollte den Sperriemen wenn man einen benutzt locker sitzend und nicht zu fest verspannt benutzen.
    Ich habe und nutze ihn, da mein Pferd ohne Sperriemen sonst das Kopf schlagen anfängt plus das Maul immer so aufreißt. Vielleicht kann und gewöhne ich ihm das aber irgendwann mal ab.

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  2. Ich nutze einen sehr locker verschnallten Sperriemen, damit das Gebiss ruhiger in Maul liegt und weil ich kein D-Ring Gebiss nutze, heißt ich möchte verhindern, dass es die Wassertrense durchs Maul zieht. Wenn meine Stute sich mit dem Gebiss besser angefreundet hat, werde ich den Sperrriemen weglassen.

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  3. Reite ich „zum Vergnügen“ aus, was ich mit jedem Pferd ca 2x/Woche tue, reite ich nur sporadisch überhaupt „mit Zügel“. Meine Pferde laufen alle mit hingegebenen Zügel schön über den Rücken und dass Maul hat weitgehend Pause. Der Sperriemen wäre also sowieso überflüssig. Wozu also überhaupt? Ich habe ziemlich alle Trensen und- Gebißvarianten bei verschiedenen Pferden ausprobiert… Was wichtig ist, ist dass das Gebiss nicht großflächig hin-und herrutscht. Das tut dem Pferd nämlich mehr weh als eine relativ konstante, aber auch nicht starre, aber ruhige Anlehnung. Aus dem gleichen Grund bevorzuge ich auch das einfach gebrochenen, anatomisch geformte („doppelt geschwungene“) Gebiss. Dieses, verbunden mit einem Sperriemen, der so geschnallt ist, dass direkt am Nasenrücken noch zwei Finger durch passen ergibt die beste Anlehnung sowohl bei der Grund-Ausbildung als auch im Verlauf. Die Pferde scheinen sich damit am wohlsten zu fühlen. Sie bleiben sehr fein an der Hand und an der konstanten Anlehnung, was sie weder tun, wenn der Sperriemen zu fest ist, noch wenn er zu locker ist und bei Hilfengebung dauernd im Mund zu sehr hin und herrutscht, wobei ich immer leicht mit dem Gebiß spiele, wenn ich merke, dass die Anlehnung schlechter wird. In diesem Zusammenhang habe ich gelesen, dass eventuell auch die Wolfszähne stören können. De facto habe ich das aber bei meinen Pferden noch nie erlebt. Ich habe sie nie entfernen lassen!

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  4. Wieder aus Versehen auf „Senden“ gekommen, ich war aber auch fertig. I
    ch wollte nur noch an den Anfang stellen, dass mir Dein Beitrag sehr gut gefallen hat und das ich toll finde, wie Du Dich mit allen Dingen der Reiterei (auch, und das ist sehr wichtig!) kritisch auseinandersetzt! Dein Pferd hat es mit Dir sicherlich sehr gut getroffen. Noch viel Spaß weiterhin, Nessy von den happinessygirls

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    • Dennoch vielen lieben dank für deinen tollen und sehr ausführlichen Kommentar dazu :). Ich freue mich immer über Erzählungen und Mitteilungen von anderen. Danke auch für das Kompliment mit meinem Hotti 🙂 *freu*

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