Wie weit gehts Selbstbestimmung?

Wie weit geht Selbstbestimmung?

Diese Frage stellten sich mein Kollege und ich heut. Was ist Selbstbestimmung? Selbstbestimmung bedeutet soviel wie, dass ein Indiviuum selbst wählt wie er/sie sich verhält oder zum Beispiel kleidet, seine Haare trägt usw.

Wir kam auf dieses Thema in Zusammenhang mit einem Bewohner. Bewohner xy hat man in letzter Zeit die Entscheidung überlassen, ob er rasiert werden möchte oder nicht.


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Zu Bewohner xy, gilt zu erwähnen, dass dieser eine schwere geistige Behinderung hat so wie körperlich eingeschränkt ist. Er sitzt in einem Rollstuhl und ist auf die volle Hilfe der Betreuer angewiesen. Kurz gesagt: Pflegefall in vollem Umfang.

Bewohner xy entschied sich seit einigen Tagen dafür, dass er nicht rasiert werden und einen Bart wachsen lassen möchte. Besagter Bart begrenzte sich nicht nur auf einen kleinen drei Tage Bart sondern inzwischen auf einen nicht schlechten Stoppelbart. Gut, man ließ ihm die Entscheidung. Wird er auf eine bestimmte länge gestutzt, lässt er sich auch gut pflegen. Also der Bart. (In Zusammenhang mit der Essensaufnahme)

Im Gespräch stellten wir uns wie gesagt immer wieder gegenfragen, zeigten unsere Meinungen auf. Auf der einen Seite sollte es ihm logischerweise selbst überlassen werden, ob er einen Bart tragen möchte oder nicht. Bis zu einem bestimmten Punkt ist dies auch akzeptabel. Auf der anderen Seite stellte sich jedoch die Frage, wie weit der Betreffende überhaupt versteht, dass er sich jetzt einen Bart wachsen lassen möchte. Oder ob die Aussage Nein, ein Ausweichen vor einer unangenehmen Situation ist, um einer Konsequenz zu entgehen die xy evtl. auf den Nerv geht, ihn aufregt. Dadurch, dass xy jedoch das Essen eingegeben werden muss, kann es allerdings ab einem bestimmten Punkt unhygienisch werden. Essensreste die dort hängen bleiben könnten. (Also im Bart)

Wir gingen in die Tiefe. Was wäre nun wenn Person xy verweigert, dass man ihm die Zähne putzt? Wie gehe ich damit um? Was tue ich? Nun gut, man muss hier natürlich bedenken, dass es sich beim Putze der Zähne um einen gesundheitlichen Aspekt handelt. Person xy, würde es höchst vermutlich verstehen, wenn man ihm in leichter Sprache erklärt, welchen gesundheitlichen Aspekt es hat. Würde er dies verweigern, könnte es durchaus zu Fäulnis im Mund und zu Entzündungen kommen, da die Mundhygtiene vernachlässigt wird. Zähne gehen kaputt, beißen wird schwer und irgendwann wären wir an dem Punkt an dem man nur noch Brei essen könnte. Ganz zu schweigen von den Schmerzen die durch Entzündungen oder Karies verursacht werden können.

Auf der einen Seite muss ich natürliche die Entscheidung respektieren, auf der andern Seite muss man aber auch sehen, dass das Betreuungspersonal eine gewisse Verantwortung für die Bewohner hat. Die Verantwortund dafür, dass die Gesundheit erhalten bleibt und die Bewohner ordentlich und gepflegt auser Haus gehen. Vorallem dann, wennn sie selbst keine realistische Entscheidung treffen können, muss vom Personal die Entscheidung übernommen werden. Um Unheil abzuwenden (sagt man das so?)

Ähnlich wie mit den Zähnen verhält es sich auch mit dem Bart. Gesundheitliche Aspekte so wie Hygiene müssen durchaus berücksichtigt werden. Es ist eine Gradwanderung. Zum einen will und soll man die Selbstbestimmung der Betroffenen berücksichtigen auf der anderen auch Gesundheit und co. Wie weit kann ich einen Menschen mit starker geistiger Behinderung selbst entscheiden lassen bis ich eingreife? Liegt es in diesem Fall in meinem eigenen Ermessen, ab wann ich es als kritisch ansehe oder empfinde? Greife ich, wenn ich jemandem Punkte aufzeige weshalb etwas gut oder schlecht ist, nicht auf gewisse Weise in seine Selbstbestimmung ein? Beeinflusse ihn in seiner Entscheidung?

Ein anderer Bewohner, welcher größere geistige Defiziete auzeigt, zeigt beispielsweise Verhaltensweisen auf, die eindeutig Zeigen, dass er Rasieren hasst. Dennoch wird er jedes mal, wenn er badet, rasiert. Wird er hier nicht in seiner Entscheidung übergangen, obwohl er unmissverständlich zeigt, dass er es nicht möchte? Rasieren setzt besagte Person auf gewisse weise unter Strom, es stresst ihn und regt ihn auf. Man möchte jedoch eine angenehme Atmosphäre schaffen, gerade dort wo dieser wohnt und sich wohl fühlen soll. Eine überlegung dazu war, dass rasieren nicht bei jedem Baden durchzuführen sonder es ggf. auf einmal in 1 oder 2 Wochen zu beschränken. Dadurch würde zum einen seine Entscheidung berücksichtigt, dass er Rasieren nicht mag, zum anderen wird ein Stressfaktor genommen. Dennoch ist auch hier der hygienische Punkt zu berücksichtigen, da auch dieser Klient das Essen eingegeben bekommt. Andererseits stellt sich hier wieder die Frage, möchte diese Person überhaupt einen Bart? Wobei ich hier vermute, dass es einfach nur an der Situation Rasieren liegt.

Fazit: Solche Gespräche untereinander im Alltag tun gut. Man kann eigene Ansichten, Ideen oder Theorien weiter geben und darüber sprechen. Neue erknntnisse erlangen durch das Gesagte des Kollegens. Dies kann einem ggf. vor dem Berüchtigten Tunnelblick oder Betriebsblinheit verschonen oder vorbeugen. Manche machen es seit Jahren so, da es eben schon immer so war. Neue bekommen es gezeigt und führen es weiter, da es ja immer schon so gemacht wurde und man es genau so gezeigt bekommen hatte.

 

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5 Gedanken zu “Wie weit gehts Selbstbestimmung?

  1. Pingback: Meine Meinung zu Selbstbestimmung? | Pferdig unterwegs

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