Mein Leben und ich. [Eine Erkenntniss] [Reiterei]

Wie immer am Samstag, hatte ich ja gestern Reitstunde. Naja, immer Samstags stimmt so nicht ganz. Immer dann am Samstag, wenn ich nicht arbeiten muss, was in den meisten Fällen irgendwie jede zweite Woche ist. Und wenn ich einen normalen Wochenenddienst habe, muss ich im Normalfall auf einen Tag unter der Woche ausweichen, an dem ich zur Stunde gehen kann. Dazu muss aber erst mal unter der Woche an einem Tag ein Platz frei sein.

Nun gut, diesen Samstag, also gestern, hatte ich das Glück dass ich in die Stunde gehen konnte und nicht außertourlich unter der Woche eine Stunde hatte. Meine Güte, ich hatte den totalen Vogel, weil ich erst ewig nicht wusste wen ich haben würde. Die Tafel hing noch nicht, mir wurde auch bald klar warum. Sobald wir nicht mehr als 3 Leute sind, wird die Tafel nicht gehängt. Das war schon immer so. Aber wir waren wieder unsere kleine Reitstunde. Meine Güte ist das angenehm wenn man Platz hat und nicht ständig ausweichen muss und man seinen Stiefel einfach mal durchziehen kann.

Nun ja, nochmal zurück zum eigentlichen. Ich war schon schier wahnsinnig, da ich die Befürchtung hatte, ich würde S. nochmal bekommen. Letzt Woche hatte es mit ihr ja nicht geklappt, da sie eine Kohlik hatte und ich spontan auf mein Lieblingspferd A. umsteigen musste. Auch wenn A. mich immer und immer wieder verhonepiepelt und mir manchmal richtig schön auf den Kecks geht und wir schon Stunden hatten, die mal richtig bescheiden waren. Aktuell scheint es auch den Eindruck zu machen, dass wir im Moment nicht auf einen Grünen Zweig kommen würden. Einfach alles schiefzugehen scheint was nur schief gehen kann. Als ich jedoch dann eines der Ponys hatte, viel mir ein Stein vom Herzen. Meinte Reitlehrerin fragte mich daraufhin, ob ich jetzt seit der letzten Stunde bammel vor A. hätte. Was ich verneinte und ihr kurz erklärte, dass ich etwas bammel hatte, dass ich nochmal S. haben könnte.

Man muss dazu sagen, S. ist beim Putzen und so im Umgang ein Herz von einer Seele, geht es jedoch ums Reiten, wird sie zur Hibbeltante. In der Lösungsphase läuft meistens noch alles recht entspannt, aber spätestens wenn es um den Galopp geht oder darum, dass sie am Ende der Stunde feststellt, dass es nix mit dem Galopp wird, wird die ganze Sache zu einer gerannten Sache, was mir ziemlich an die Nerven gehen kann. Erinnere ich mich an die letzte Stunde, standen wir ca. die letzten 15 Minuten mehr in irgendwelchen Ecken, als dass wir zu irgendwas gekommen wären. Abreiten war schon schier nicht möglich, weshalb ich die Entscheidung fällte, sie in der Ecke zu parken, abzusteigen und sie trocken zu führen. War eine sehr gute Idee, da sie sich dann einfach beruhigt hatte, weil ich nicht mehr auf ihr saß.

Aber zurück zur gestrigen Reitstunde. Teilweise lief es mal wieder richtig gut, teilweise gab es Sachen die mich schier narrisch gemacht haben. Nachdem ich selbst schon wieder nicht richtig saß, habe ich kurzerhand beschlossen ohne Steigbügel zu reiten. Irgendwie hatten mich die Bügel einfach nur noch genervt. Ab da kam ich plötzlich zum Sitzen. Könnte durchaus an den Bügeln liegen, die mich dazu veranlassen, mich zu sehr auf diese zu verlassen, oder mich auch manchmal manches vergessen lassen. Situationsbedingt, passen mir die Bügel auch einfach nicht von der länge. Da geht es um ein paar Millimeter. Ich verliere spätestens beim Galopp, so ziemlich bei jedem Pferd, den Steigbügel des Verwahrenden Schenkels. Weshalb ich oft einfach ohne Steigbügel weiter galoppiere. Hatte meine Reitlehrerein doch vor einiger Zeit selbst gesagt, ich bräuchte die Steigbügel nicht zwingend, da ich auch ohne sie sehr gut im Galopp zum sitzen käme. Gegen meinen Sitz an sich ist auch nichts einzuwenden. Würde ich nicht immer wieder in die Entlastungshaltung oder Schonhaltung verfallen. Regelrecht die Spannung verlieren und wie ein Nasser Sack zum Teil in mich zusammensacken, gerade dann, wenn ich vom Trab in den Schritt pariere. Ich sitze nicht immer tief im Sattel und dann kommt noch der Kopf. Der immer wieder schwer zu werden scheint und auf die Brust sackt. Aber wenn es drauf ankommt. Dann sitze ich im Sattel, wie angeklebt oder festgetackert. Selbst ohne Steigbügel braucht es da schon einiges um mich aus dem Sattel zu hebeln und in den Sand zu schmeißen.

Gegen Ende der Stunde, meinte meine Reitlehrerin, ich solle mich doch jetzt endlich mal durchsetzen! Ich würde selbst bei J. viel zu lieb sein. Ich sollte hier mal anschaffen. Ich würde die Pferde immer erst Fragen ob es denn recht wäre. Was zur Folge hat, dass J. mich genau so wenig ernst nehmen würde wie A. die mich sowieso schon seit ner halben Ewigkeit für ne Witzkiste zu halten scheint. Es soll zwar ein Miteinander sein, dennoch braucht es aber auch einen Chef, der ich sein sollte und nicht das Pferd. Der Anschafft und sagt was Sache ist. Alleine dadurch, dass ich Zeitweise einfach zusammen sacke, würde ich schon ein Zeigen setzten, der Schwächere und unterlegene zu sein. Ich solle mehr auf meine Körperspannung setzen und mehr über die Spannung machen. Immer mehr die Gerte weg lassen, dass Pferd auf mich aufmerksam machen. Dem Pferd klar machen, mit der Spannung, hey da kommt jetzt gleich was. Ich meinte ich würde mich doch durchsetzten, aber wohl nicht genug. Eine Stallkolleging, die uns zusah meinte daraufhin nur lachend „Die Geschichte meines Lebens.“ Ich vollendete mit „Sämtliche Pferde scheinen mich nicht für voll zu nehmen.“ Irgendwie hat es dann nen Schalter umgelegt und ich bin irgendwie sauer geworden, dass hinten und vorne die Pferde meinen mich verkackeiern zu wollen. Und wie ich dann plötzlich auf meine Spannung achten konnte und wie ich dann plötzlich das Pferd zu dem brachte was ich wollte. Hat mich allerdings ziemlich viel Schweiß gekostet.

Die Stallkollegin meinte später zu mir, wenn ich sauer werden würde, dann würde es ja auf einmal klappen. Ich sah sie an und meinte wieso. Weil ich mich dann plötzlich viel mehr durchgesetzt hätte und viel mehr das im Kopf hatte was ich wollte. Sollte nur vielleicht das nächste mal, bereits von Anfang an so laufen. Nun ja, ganz unrecht zu haben, scheint sie ja nicht.

Während ich meine Sachen aufräumte, sah ich wieder in eine der Boxen. In dieser Box stand ein junges Pferd, dass ca 140 cm groß sein dürfte. Sie ist noch sehr jung und noch total unvoreingenommen, total verschmusst und lieb. Allerdings noch nicht angeritten. Wieder merkte ich, wie toll ich dieses Mädi fand. So lieb, verschmust und ungeschädigt und ohne schlechte Erfahrungen mit dem Menschen. Sie sieht aus, wie ein Friese den man zu heiß gewaschen hat. Ich hatte sie eigentlich für mich schon so gut wie adoptiert.  Als ich das meine RL erzählte meinte sie nur, naja, vielleicht steht sie ja irgendwann mal zum verkauf, aber können tut sie halt noch nix. Meine Stallkollegin meine nur, was nicht ist kann ja noch werden. Aber dieses Pferd….das mir noch keine Herzchen aus den Ohren gesprüht sind, ist schon beinahe ein Wunder. Ich find sie ja so zum knutschen.

Als ich das meinem Freund erzählte, meinte dieser nur, ob ich sie denn jetzt kaufen wollen würde, als altersvertretung für mein Pferd. Ich meinte nett wäre es schon. Aber ich würde sie Vorort stehen lassen, da sie ja noch eingeritten werden müsste. Als ich ihm den Preis nannte, zeigte er mir den Vogel und meinte, das wäre ja viel zu viel. Wobei ich das überhaupt nicht so empfinde. Denn ich bekomme ein anständig ausgbildetes Pferd, es ist immer versorgt und ich habe auch eine Halle und einen Reitplatz zur Verfügung. Was ich zuhause nicht habe. Er meinte nur, ich solle es halt lieber zu Hause weiter halten. Das  würde mich nur halb so viel kosten. Dann solle ich außerdem selber einen Reitplatz machen. Nun ja, für das Geld, kann ich ein Pferd, aber recht lang in Beritt geben. Außerdem was würde ich machen, wenn es regnet? So wirklich zum arbeiten würde ich dann nicht kommen. Die beste Äußerung war nach wie vor „Reit es doch selber ein.“ Ich musste ernsthaft lachen. Ich fragte ihn wie er sich das vorstelle und so. Ich hätte zum einen nicht die Zeit zum anderen habe ich absolut keine Ahnung davon und man kann da als unerfahrener ziemlich viel Falsch machen. Weshalb ich zwar schon bei der Ausbildung dabei sein will, aber der Bereiter soll mir sagen was und wie ich es zu machen habe. Auf eigene Faust? Vergiss es.

Nun ja, ich werde nun mal einen Punkt setzen, da wir noch Besuch bekommen. Mir tun die Kniekehlen noch immer weh, da meine Stiefel noch immer nicht richtig abgesackt sind und mir nach wie vor in den Kniekehlen hängen. Was wunde Stellen zur Folge hat. Also Adios muchachos!!

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