Ein Tagesausflug zu IKEA

Ausflugsziel für den Sommerurlaub der Bewohner war IKEA! Einige Bewohner waren schon voller vorfreude darauf. Mich graute es allerdings etwas davor. Ich mag IKEA, wirklich, ich finde IKEA toll und das ganze jetzt wirklich ganz ohne Ironischen Unterton, wobei mir das wahrscheinlich keiner abkaufen wird.

Dienstbeginn 10 Uhr. Einen Bewohner aus dem Bett geholt, der noch nicht wach war. Danach, kurze zusammenfassung, wie wir weiter vorgehen, wer mitfährt usw. Organisatorisch, mussten wir erst einmal noch zwei Busse in zwei anderen WGs abholen. Na prima. Zeitverlust hoch was weiß ich. Wir werden vor halb 2 nicht hier weg kommen. Busse geholt, Zeitverlust von gut 1 1/2 Stunden, die man blöde in der Gegen herumgekurvt war. Bewohner zum Glück schon so weit fertig. Einladen, einpacken, halb 2. Schnell zur Tankstelle, dann auf die Autobahn.

Durchgeschwitzt versuchte ich mich nun auf der A7 ein wenig zu entspannen. Zu Anfang, schien auch alles ganz gut zu laufen. Es war zwar einiges an Verkehr, der es mir aber dennoch ermöglichte mi 120 km/h, den vollbeladenen Sprinter über die Autobahn zu buchsieren. Alles easy, wir sind gut in der Zeit. Allerdings schien ich vergessen zu haben, dass auf der Streke einiges an Baustellen lag, Ferien waren und es auf der Autobahn, immer sowieso und überhaupt immer voller wird, umso näher man der IKEA Stadt kommt. Und dabei spielen Baustellen so wie Sommerferien keine Rolle.

Nach einer halben Ewigkeit und einer Fahrt von über einer Stunde, die von Stau, stockendem Verkehr oder zähfließendem Verkehr geprägt war, kamen wir dann doch mal irgendwann auf dem Parkplatz von IKEA an. Die heitere Parkplatzsuche begann. Moment, da vorne ist ein Schild, dass zeigt, dass dort Parkplätze für Behindertenfahrzeuge sind. Prima, lass mal hin fahren. Voll, voll, belegt, voll, belegt. Moment, dort vorne fährt gerade einer raus. Drauf zu gesteuert. Versuch der erste einzuparken. Meine Kollegin „Bleib doch so stehen, ist doch egal.“ „Ne so kann ich nicht stehen bleiben, der neben dran kommt dann nicht mehr raus. Kann ich so nicht bringen.“ Weitere Versuche in die Parklücke zu kommen scheiterten. Das Auto war zu groß und der Parkplatz eindeutig zu klein. Scheibe, was tun wir jetzt. „Du gugg mal, ob die beiden Autos nen Ausweis drin haben.“ „Der linke ja, der rechte aber nicht. Was für ein Ar…..dem gehts schon noch gut oder! Zu faul, nen anderen Parkplatz zu suchen und hauptsache nahe am Eingang stehen. Schon klar und ich darf mir hier jetzt nen Wolf kurbeln um festzustellen, dass ich nicht einparken kann. Und wir müssen wegen dem jetzt in den sauren Apfel beißen.“ „Du schau mal, da vorne steht nochmal was mit Behindertenparkplatz, fahr da mal hin.“ Neben der Ladezone waren tatsächlich noch ein paar Behindertenparkplätze. „Schön, da können wir doch gut einparken.“ „Da steht aber drunter Ikea Mitarbeiter. Da können wir jetzt nicht parken.“ „Doch wir parken hier jetzt. Ist mir egal. Das sind Behindertenparkplätze und ich kann es mir kaum vorstellen, dass so viele Mitarbeiter bei Ikea eine Behnderung haben. Hab bis jetzt nämlich immer nur eine gesehen.“ „Ja aber da kannst jetzt das Auto nicht abstellen.“ „Oh doch, wie ich das kann. Gugg dir doch mal die anderen Autos an. Ich glaube kaum, dass jemand mit dem Kennzeichen FN, hier zum arbeiten her kommt.“ „Das weißt du doch nicht.“ „Wir parken hier jetzt!“ „Dann bist du aber Schuld, wenn wir ne verwarnung bekommen.“ „Ja, ist ja okay.“

Geparkt, ausgeladen, zu IKEA rein gestiefelt. Beim durchgondeln durch das große Geschäft, wurden wir mehrfach von Passanten angestarrt. Mitleidig, entsetzt, bedauernd. Sie starrten, ja sie haben regelrecht gestarrt. Nicht nur kurz geschaut, gestarrt. MAnch einem hätte ich hierfür einfach am liebsten ins Gesicht geschossen, er solle nicht so doof schauen. Oder, er solle froh darüber sein, selber gesund auf die Welt gekommen zu sein.

An der Kasse wurde ich dann, von einer Mitarbeiterin von Ikea, mit starkem Akzent überrumpelt. Sie wolle mir ein paar Gutscheine für Getränke schenken. Ob ich das wolle. Ich war in diesem Moment so überrant, dass ich garnicht wusste, was ich darauf sagen sollte. Als sie dann noch mit der Aussage kam „Das ist für die Kinder, die sie dabei haben.“ hätte ich sie am liebsten erwürgt. Das sind erwachsene Leute, alle samt über 18. Und dann kommt die mir an mit Kindern? Ne, dass war dass Letzte was ich an diesem Tag hören wollte. Ich nahm die Gutscheine dankend an. War es ja nicht böse gemeint, denke ich. Drehte mich um, packte mir den ersten Rolli und ging. Irgendwie hatte mich das ganze heute schon ein bisschen genervt und auch gestresst. Obwohl ich Ikea eigentlich mag.

Zurück am Bus, wurden wir natürlich weder abgeschleppt geschweigedenn hatten wir einen Strafzettel oder sonstiges bekommen. Beim Heimweg, spielte sich ein ähnliches tauerspiel auf der Autobahn ab, wie bei der Hinfahrt. Regelmäßige Wutausfälle meinerseits, in dem ich lautstark zu Fluchen begann, wegen der total beknackten Fahrweise manch anderer Autofahrer. Pünktliches Feierabend machen, war heute wohl echt nicht drin. Gut 40 Minuten nach Dienstende stempelte ich erst aus und ging. Ich war froh, dass ende im Gelände war. Ich nach Hause konnte und am folgenden Tag frei hatte.

 

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2 Gedanken zu “Ein Tagesausflug zu IKEA

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