Die Briefkastenverschwörung Kapitel 5

Kapitel 5

Ich konnte einfach immer noch nicht viel auf die Geschichten der Nachbarn geben. Klangen sie einfach viel zu dubios um ihnen Glauben schenken zu können. Zumal die Geschichten in Zusammenhang mit dem Briefträger immer merkwürdiger zu werden schienen. Mittlerweile hielt ich all diese Geschichten für tagräumerische Illusionen, die dem Geiste der Nachbarschaft entsprungen zu sein schienen.

Zumal angeblich mein Briefkasten der einzige zu sein schien, der zum spinnen verleitet war. Komischerweise waren es nie die anderen. Man könnte schon meinen, dass ich daran etwas manipuliert hätte. Dem war jedoch nicht so. Wäre ja noch schöner. Fräulein packt mal eben was an den Briefkasten um den Briefträger zu ärgern.

Als ich einst anfieng meinen Briefkasten zu verteidigen, hielt ich mich zu guter letzt selbst für nicht mehr ganz normal. Hatte ich schon beinahe den Verdacht, ich würde mich doch von den Märchen über Briefkasten einlullen lassen. Was ja nicht wirklich zu stimmen schien. Aber ich musste der ganzen Sache auf den Grund gehen. Ich musste also doch mal Mäuschen spielen und zum Sherlock Holmes werden.

Zu Beginn wollte ich also erst einmal den Postboten abfangen. Den Herrn in Gelb, der angeblich von MEINEM Briefkasten angefallen worden sein sollte. Meine erste Amtshandlung als Sherlock Holmes für Arme, war also den Briefträger ins Verhör zu nehmen. Weshalb ich ihn kurzerhand eines Morgens, naja eher mittags, abfing und auszuquetschen Versuchte. Allerdings musste ich mit Bedauern feststellen, dass sich dieser nicht gerade als sehr gesprächiger Zeitgenosse entpuppte. Vielleicht fühlte er sich auch ein bisschen gekränkt, als ich ihn danach fragte und die Aussage im Raum stehen ließ, er könnte am Tag vor dem angeblichen Vorfall zu tief ins Glas geschaut haben. Fand er wohl eher nicht so witzig. Schlimm, wenn man alles so ernst nimmt und keinen Spaß versteht. Schade Marmelade.

Schlau wurde ich aus dieser Befragung alles andere. Tischte er mich beinahe die selbe Geschichte auf, die mir die Nachbarin vor kurzem erst versucht hatte, auf die Nase zu binden. Von wegen, er hätte versucht einen Brief in meinen Kasten zu werfen und dieser hätte ihn Gebissen. Er hätte dann eine ganz geschwollene rote Hand gehabt und musste zum Arzt. Bisswunden, gerade von Briefkästen, seien ja schließlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, seien sie ja beinahe so gefährlich wie der biss eines Menschen. Hätte er dem Arzt auch noch ein Märchen erzählen müssen, von einem Hund der ihn biss. Denn der hätte ihn ja postwendend in psychiatrische Behandlung geschickt, hätte er diesem die Geschichte mit dem Briefkasten erzählt. Zu guter letzt wäre er dann auch noch für gut 2 Wochen außer Gefecht gewesen. Hatte sich die Bisswunde doch tatsächlich entzündet.

Naja, hätte der Arzt ihn mal lieber eingewiesen. Halte ich diesen Briefträger sowieso nicht für ganz dicht. Aber das darf man ja wieder nicht laut sagen. Ließ ich es demnach auch lieber bleiben, hätte ich mich nur wieder in die Nesseln gesetzt. Reichte wohl schon, dass er glaubte, ich hätte ihn als Alkoholiker abgestempelt, nur weil ich den Verdacht zu hegen schien, er hätte vielleicht einmal zu tief ins Glas gesehen. Aber vielleicht hat er tatsächlich auch ein Alkoholproblem, warum hätte er denn auch sonst so empört reagieren sollen? Aber dafür habe ich nun wirklich keine Zeit. Ich, der Möchtegern Sherlock Holmes, hat anderes zu tun als einem Alkoholproblem auf den Grund zu gehen. Muss ich schließlich herausfinden, was es mit den Briefkästen auf sich hat, die komische Dinge tun.

Erkenntnis der ersten Ermittlungen, der Briefträger hat sich selbst gebissen und mein Briefkasten ist wohl an allem Schuld.

 

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