Die Briefkastenverschwörung Kapitel 7

Kapitel 7

Mit einer Taschenlampe und einer Termoskanne bewaffnet, kauert ich nun des späten Abends hinter einem Busch. Hatte ich mich nun seit Tagen dazu durchgerungen, zu spionieren. Ich wollte doch endlich wissen, was es mit dem Briefkastenkomplott aufsich hatte. Merkwürdige Geschichten gab es dazu ja inzwischen mehr als genug.

Nicht nur das der Briefträger angeblich vom Briefkasten gebissen wurde. Andere merkwürdige Geschichten stapelten sich nun, auf meinem Imaginären Schreibtisch. Verschwundene Briefkastenschilder, zerfledderte Briefe, nicht angekommene Sendungen, besudelte Postkarten. Grundsätzlich hätte ich das ganze eigentlich als blödes Geschwätz abgetan. Nachdem aber mein eigener, armer, absoult unschuldiger Briefkasten, immer mehr in Veruf zu kommen schien, musste ich der Sache nun tatsächlich einmal nachgehen.

Mehrere Spaziergänger und Anwohner, starrten mich an diesem Abend etwas merkwürdig an. Wie ich da hinter dem Busch lauerte und meinen Tee trank. Vermutlich hielten sie mich für komplett übergeschnappt. Aber wer kommt denn schon auf die Idee, dass ich auf der Jagd nach Briefkasten bin, die durchdrehen. Ich hielt mich ja selbst schon nicht mehr für ganz dicht. Zumal ich nichts besseres zu tun haben schien, als dies auch noch zu Papier zu bringen und daraus eine Geschichte verfasste. Das würde ich aber keiner Menschenseele erzählen können. Fräulein, die Briefkastenjägerin.

Die Stunden vergingen und es schien nichts spannendes zu passieren. Schien sich also doch um Ammenmärchen zu handeln, was mir da erzählt wurde. Gerüchte, mit nicht ansatzweise einem quäntchen Wahrheit dahinter. Über dies dachte ich in meinem Versteck noch eine Weile nach. Wie lange genau, wusste ich nicht, müsste allerdings eine ganze Weile in Anspruch genommen haben.

Ich schreckte urplötzlich aus meinen Gedanken hoch, als ich ein merkwürdiges Geräusch vernahm. Vor lauter Schreck goss ich mir den noch beinahe brühend heißen Tee über die Füße und stieß einen verärgerten Fluch aus. Hoffentlich wurden daraus keine bösartigen Verbrennungen. Als ich wieder aufsah um den Ursprung des Lärmes und den Schuldigen für meine Schmerzen auszumachen, lief es mir schaudernt über den Rücken.

In der Nähe unseres Hauseinganges bewegte sich etwas. Etwas merkwürdiges. Für eine Katze war es zu groß, für einen Menschen zu kantig. Ich wirkte wie versteinert. Konnte dies vielleicht ein Briefkasten sein, der sich aus seiner Verankerung gelöst hatte? Die Siluette bewegte sich etwas gesterr, bevor sie anfieng herumzuhoppsen, wie ein kleines Kind, dass eben Ringelreihe versucht zu tanzen.

Ich näherte mich langsam und leise um einen besseren Eindruck davon zu bekommen, was sich dort vorne, vor unserer Eingangstüre abspielte. Mit immer schneller schlagendem Herz, wurde mir bewusst, dass es tatsächlich ein Briefkasten sein musste. Das die Geschichten wahr waren. Und zu allem Überfluss, war es tatsächlich mein Briefkasten, der sich dort gelöst hatte. Warum musste es ausgerechnet meiner sein? Warum waren alle Anschuldigungen wahr?

Ich konnte es nicht begreifen. So versunken in meine Gedanken, bemerkte ich nicht, dass ich selbst stocksteif stehen geblieben war, der Briefkasten mir dennoch immer näher kam. Ein knurren, ein Fauchen, ein Klappern, ein entsetzter Schrei meiner seits. Ich floh, wohin wusste ich nicht. Klappernt und knurrend rannte mir der Briefkasten hinterher. Wieso verfolgte er mich denn jetzt? Sind sie etwar Jäger? Bei denen man einfach still hätte stehen bleiben müssen, damit sie nicht in Panik geraten und einen verfolgen?

Ich sah nach hinten, der Briefkasten rannte mir auf seinen Stelzen immer noch hinter her. Er fuchtelte mit etwas herum, dass aussah wie Arme. Apruppt blieb ich stehen, obwohl mir mein Fluchtinstinkt etwas anderes zu sagen versuchte. Damit hatte der Briefkasten nicht gerechnet und rannte rücklings in mich hinein um daraufhin rückwärt auf die Straße zu knallen. Ein lautes Scheppern, ein wimmern und der Kasten schien erledigt zu sein. Ich begutachtete ihn. Was sollte ich nun, mit einem erlegten Briefkasten anstellen?

 

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