Die Briefkastenverschwörung Kapitel 8

Kapitel 8

Etwas verwirrt beugte ich mich über den Briefkasten. Er reagierte nicht mehr. Hatte ich ihn etwar, in meinem Detektivwahnsinn, erledigt? Aber wie sollte man denn einen Briefkasten schon erledigen können. Mir schien mein Verstand einen Streich gespielt zu haben. War ich schließlich ziemlich müde und die Gedanke schienen vernebelt zu sein.

Aber der Briefkasten lag eindeutig vor mir. Mitten auf der Straße. Streckte seine Glieder von sich. Wenn man das überhaupt so nennen konnte. Blickte man richtung Hauseingang, konnte man außerdem ganz eindeutig erkennen, dass dort ein klaffendes Loch zum Vorschein kam, an dem der Briefkasten eigentlich zu hängen hätte.

Leise Panik schien in mir aufzusteigen. Was tat ich denn nun mit einem Briefkasten, der mitten auf der Straße lag. Konnte ich ja schlecht erzählen, den hätte ich soeben erlegt und mit bloßen Händen gefangen. Konnte ihn schlecht als Jagtmedallie herumzeigen, wie ein Jäger der das Geweih eines Hirsches herumzeigt. Vielleicht sollte ich doch eine neue Moderichtung ins Leben rufen. Tatsächlich, ganz nach dem Motto, Frau trägt heutzutage nicht mehr Tasche sondern Briefkasten. Könnte man bestimmt noch irgendwie verschönern.

Während ich vor mich hin sinnierte, bemerkte ich vorerst nicht, dass sich der Briefkasten wieder regte. Wieder zur besinnung kam, wenn man das bei einem Kasten dieser Art überhaupt sagen konnte. Er rappelte sich langsam auf, taumelte etwas herum und starrte mich an.

Ich bemerkte dies alles garnicht so recht, stand ich schließlich mit dem Rücken zu ihm, um besser nachdenken zu können. Diese Situation nutzte der, noch immer leicht belemmerte Briefkasten aus, um mir rücklinks in den Rücken zu sprigen und sich huckepack an mir festzuklammern. Erschroken von dem Überraschungsangriff, begann ich zu taumeln und versuchte verkrampt das Gleichgewicht zu behalten, was bei dem Gewicht garnicht so leicht zu sein schien.

Man hätte mir vielleicht vorher, bevor ich einen Briefkasten erlege oder es versuche zu tun, sagen sollen, dass man einem wilden Briefkasten nicht den Rücken zudrehen soll. Denn wie ich am eigenen Leib erfahren musste, nutzen sie dies schamlos aus um einen zu attakieren.

Es begann ein erbitterter Kampf. Ich versuchte den Briefkasten, trotz schlechtem Gleichgewicht, los zu werden. Der Briefkasten wiederum, wollte sich mit aller Gewalt weiter an mir festklammern und begann sogar noch meine Taschen zu durchwühlen. Was er in meinen Taschen suchte, konnte ich mir beim besten Willen nicht erklären.

Schließlich, schien der Briefkasten jedoch das gefunden zu haben, was er gesucht hatte. Denn er ließ plötzlich von mir ab. Rannte mit etwas in der Hand an einen Baum und setzte sich an dessen Stamm, im Schneidersitz ins Gras. Er begann lautstark zu schmatzen und zu knuspern. Im selben Augenblick fragte ich mich, was er in einer meiner Taschen gefunden haben mochte. Feuerzeug eins, anwesend. Zigarettenschachtel noch da. Handy auch. Da wurde es mir schlagartig klar. Der Briefkasten hatte Feuerzeug nummero zwei und einen alten Keks erwischt. An dem alten Keks schien er gerade die größte Freude zu haben.

Aber was wollte er mit meinem Feuerzeug? Wollte er das etwar auch essen? Hätte er dann nicht aber beide Feuerzeuge mitgehen lassen? Merkwürdiges Wesen dieser Kaste. Ich starrte ihn noch ein wenig an. Stellte dann aber fest das es eigentlich unhöflich ist, jemanden beim Essen und allgemein so durchdringend anzustarren.

Der Kasten schien vorerst beschäftig zu sein. Was mir wiederum die Gelegenheit gab, an meine Handtasche heran zu kommen. Hoffentlich räumt er diese nicht auch noch aus. Diesmal behielt ich jedoch den Kasten ständig im Auge, auch wenn ich ihn nicht anstarrte. Aus der Sache mit dem Rücken zu drehen hatte ich bereits gelernt.

Ich zog mein Notizbuch hervor und schrieb mir meine neuesten erkenntnisse auf.

  • + Wilden ungerzogenen Briefkästen niemals den Rücken zudrehen
  • + Briefkästen mögen alte Kekse und Feuerzeuge

 

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