Wenn du ein Reitsportgeschäft betrittst und weißt du hast verloren

Diesen Beitrag hatte ich vor ewigen Zeiten mal angefangen. Naja, was heißt angefangen. Ich habe die Überschrift gesetzt und bin nicht viel weiter gekommen. Entsprechend versumpfte er in meinen Entwürfen vor sich hin. Darauf wartend vollendet und geschrieben zu werden.

Also habe ich mich nun daran gemacht, ihn zu vollenden.

Ich liebe Reitsportgeschäfte. Es gibt im Grunde so viele Sachen, wo ich mir einrede, sie brauchen zu müssen. Wenn ich könnte und ich das Geld hätte, würde ich wahrscheinlich den ganzen Laden leer kaufen. So mein Verdacht. Aber, ich habe leider nicht im Lotto gewonnen, entsprechend beschränke ich es dann doch auf das was ich WIRKLICH brauche. Oder auch nicht.

Denn bin ich schwer davon überzeugt, dass die Überschrift nicht passender sein könnte. Betritt man als Reiter ein Reitsportgeschäft, hat man automatisch (mit dem ersten Schritt in den Laden) schon verloren. Selbst wenn man sich noch so viel vornimmt.

Vor kurzem: Das vorhaben

Vor einigen Wochen, fuhr ich mit einem festen Vorsatz zum bei uns in der Nähe liegenden Reitsportgeschäft: Ich brauche Salzlecksteine und ich werde auch nur diese Steine Kaufen! Punkt aus. Laden betreten, schnurstracks auf die Salzsteine zugesteuert. Nicht zur Seite schauen, bloß nicht zur Seite schauen! Da sind sie! Gefunden. Gut mit. Mist bekomme ich alleine nicht getragen. 10 Kg Salzstein bzw. Mineralstein sind für mich fast zu schwer. Vorallem, wie zu Henker soll ich die Tragen? Ohne dass mir jemand den Zeiweiten auf den ersten Stapelt? Und dann noch zur Kasse tragen und danach ins Auto? Hm. Ich glaube, ich benötige dann doch kurz mal die Hilfe meines Freundes. Ich muss mal ans Auto…

Prompt vergessen, nicht nach links oder rechts zu schauen. Die Falsche Abzweigung erwischt und statt zur Tür hinaus und zum Parkplatz, die Treppe in den ersten Stock genommen. In welchem sich sämtliches Pferdzubehör befindet. Hacken links, Hacken recht. Bumms einer Verkäuferin in die Arme gerannt.

„Kann ich ihnen helfen?“

„Mir ist nicht mehr zu helfen.“ *Schmunzel*

„Sie melden sich einfach wenn Sie was brauchen.“

„Mach ich, versprochen.“

Vor dem Trensenhalter verweilte ich dann eine Weile. Kurzzeitig damit überfordert, was da alles hing, geschweige denn zu wissen, was denn von den Größen nun Cob entspricht. Entsprechend keine fünf Minuten später:

„Em, Entschuldigung. Ich bräuchte jetzt glaube ich doch Hilfe. Ich brauche eine neue Trense. In Cob. Schwarz. Englisch. Ohne viel Schnickschnack. Wenig Glitzer.“

„Okay. Da hätten wir folgendes…..“

Verkaufsgespräch beendet. Eine braune Trense, mit schwedischem oder norwegischem Verschluss und viel Glitzer am Stirnband in der Hand, wackelte ich noch schnell zu den Socken um mir davon ungefähr fünf Paar einzupacken, weil die doch gerade so günstig sind. Und ich doch so oder so ständig Reitsocken brauchen kann.

Treppe runter. Freund aus dem Auto geholt. Ihm die Salzsteine aufgestapelt. Den Korb an der Kasse ausgeräumt. Ein kurzer Blick meines Freundes. Ganz nach dem Motto, was hast du da denn schon wieder alles eingepackt? Bezahlt.

Einige Wochen Später

Eigentlich nichts brauchend in den Reitsportladen spaziert. Wusste eigentlich nicht so recht was ich wollte. Stöberte einfach so vor mich hin. Um dann mit einem Unterlegpad und zwei paar neuen Socken den Laden zu verlassen. Natürlich wieder mal zu Pfiff gegriffen. Wobei ich mir nicht mal sicher bin ob es unbedingt Pfiff hätte sein müssen. Sowohl bei den Socken als auch beim Pad. Aber die Qualität und die Produkte. Einwandfrei und einzigartig.

Du hast einfach verloren. Ob du willst oder nicht

Wenn du ein Reitsportgeschäft betrittst. Dann hast du verloren. Selbst wenn du mit dem Vorhaben hinein gehst, nichts kaufen zu wollen. Du wirst immer etwas finden, was du brauchen könntest. Jedes mal. Selbst wenn du jemanden dabei hast. Du hast allein beim Gedanken schon beinahe verloren.

Zumindest geht es mir so. Man müsste mich wahrscheinlich anbinden und in Handschellen legen. Und selbst dann würde ich es wohl noch auf die Reihe bringen irgendwas im Geschäft zu kaufen. 🙂

Aber, so denke ich, da geht es nicht nur mir so. Sondern auch noch einigen anderen Reitern auch. Die an der selben Krankheit leiden. 🙂

Am „Reitsportgeschäft-ich-finde-immer-was-kauf-Syndrom“ 🙂

Alles gute. Bis die Tage. Adios.

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4 Gedanken zu “Wenn du ein Reitsportgeschäft betrittst und weißt du hast verloren

  1. Ich muss zugeben, dass ich tatsächlich auch mal ohne etwas zu Kaufen aus dem Laden gehe. Wobei es doch oft Socken oder Handschuhe sind. Meist sehe ich was, dass ich spontan mitnehmen würde, bis mein Blick auf das Preisschild fällt. Das ist meist der Grund, weshalb ich dann doch nicht nichts kaufe.

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