Training mit Mausi

Man wird es kaum glauben, aber ich werde mich doch mal wieder hinsetzten und ein wenig über das liebe Getier schreiben. Um genau zu sein, ein kleiner Beitrag über die aktuelle Arbeiterei mit meiner Mausi.

Auch wenn meine Maus inzwischen 20 Jahre alt ist, man meinen sollte sie ist jetzt dann doch schon in einem eher betagten Alter, hat sie doch immer wieder ziemlich Hummeln im Hintern. Auch wenn es von Tag zu Tag unterschiedlich sein kann. Weil kein Tag dem anderen zu gleichen scheint.

Trotz, sagen wir mal, nicht mehr ganz jungen Alters, bedarf Mausi zu bewegen oder ihr Bewegung zu verschaffen. Und das in unterschiedlicher Form. Mausi hat zwar immer einen Tag zwischen den Arbeitseinheiten, meistens zumindest, Regelmäßigkeit bedarf es dennoch.

Aktuell gestalte ich es meist folgendermaßen:

Dressurarbeit auf dem Platz

Ausreiten im Gelände

Spazieren gehen bzw. Bodenarbeit

 

Abwechslung muss sein. Wird es sonst einfach viel zu langweilig und die Motivation scheint zu sinken.

Dressurarbeit auf dem Pseudoreitplatz

Die letzten Tage habe ich es des Öfteren wieder mit der Dressurarbeit auf unserem Pseudoplatz probiert. Pseudoreitplatz? Hä wie? Was ist denn ein Pseudoreitplatz? Entweder hat man einen oder eben nicht. Kurz erklärt, handelt es sich hierbei um ein Stück Feld. Ein Stück Feld, dass leichte Schräglage hat (aber nicht viel) und sich von der Größe her wunderprächtig als Reitplatzersatz eignet. Wobei es aufgrund der Schräglage, die ich mir einfach nicht wegdenken kann, nicht immer ganz leicht ist. Und man nicht zu 100 % immer so arbeiten kann, wie man das gerne möchte.

Aber hier gilt es dann Situationsbedingt einfach zu improvisieren und mit einzukalkulieren, dass ich an dieser Schräglage, kurz mal in den Schritt oder einen langsameren Trab parieren muss. Was natürlich auch so seine Vorteile hat.

Mausi lässt es mich aktuell aber jedes Mal, ganz gewaltig spüren, dass sie aktuell auf mein Dressurgehabe keine Lust hat. Aber was heißt Dressurgehabe? Habe ich im Grunde nicht vor, mit ihr Turniere zu reiten. Möchte ich sie einfach hin und wieder etwas anders arbeiten. Sie Bewusst stellen und biegen. Bewusst Übungen zur Lockerung machen. Bewusst den Rücken und die Muskeln trainieren, wenn man das so behaupten kann.

Momentan, sieht es ganz schwer verdächtig danach aus, dass meine Maus akut keine Lust auf alles hat, was über Schritt hinaus geht. Was nicht zu letzt auch teilweise daran liegen könnte, dass der Boden manchmal etwas gefroren und somit hart ist. Entsprechend geht bei uns in der Dressurarbeit, vieles im Moment einfach aus dem Schritt raus. Was auch geht. Kann ich mein Pferd schließlich auch im Schritt stellen und biegen. Auch gehen viele Lektionen auch wunderbar aus dem Schritt. Für meinen Teil stelle ich fest, dass sie auch ohne Trab und Galopp, locker und weich wird. Teilweise gut mitarbeitet und auch nach 20 – 30 Minuten Dressur im Schritt ausgepowert ist und für ihren Teil genug hat.

Arbeit im Gelände

Im Gelände haben wir es meistens eher entspannt. Gibt es Tage, an denen wir einfach nur gemütlich durch die Gegend schunkeln und schauen was so passiert. Tage an denen wir die Dressurarbeit aufs Gelände verlegen.

Man würde es nicht glaube, aber auch das Gelände lässt sich prima zur Arbeit nutzen und nicht nur zum gemütlich rumeiern. Überall sieht man aktuell schon die Stangen für den Schneepflug am Straßenrand stecken. Mal davon abgesehen, dass die Schneepflugfahrer wohl gerade leicht Arbeitslos sind. Glänzt der Schnee gerade sehr gut mit Abwesenheit.

Aber zurück zu den Stangen die überall am Straßenrand in der Wiese stecken. Die sollt ihr natürlich da stehen lassen, wo sie sind und nicht zur Stangenarbeit in dem Sinne nutzen. Eignen sie sich Beispielsweise sehr gut dafür, diese als Punkte für Tempowechsel zu nutzen. Stange 1 Antraben, bei der Nächsten halten usw. So kann man in regelmäßigen Abständen wunderbare Übergänge arbeiten.

Außerdem kann man am Wegrand wunderschön Schlangenlinien Reiten. Oder auch mal einen Zirkel usw. Allerdings sollte man natürlich ein Stückweit Rücksicht auf den Boden nehmen. Ist kein Landwirt sonderlich begeister davon, wenn ihm Löcher in den Boden gerissen werden oder das Gras kaputt getrampelt wird. Weshalb es aktuell nicht gerade das Schlechteste ist, wenn der Boden gefroren ist oder sogar (irgendwann in ferner Zukunft) Schnee liegt. Somit ist die Gefahr, Löcher in den Boden zu reißen, etwas geringer. Aufpassen muss man hier aber dann noch, dass sie das Pferd den Fuß nicht vertritt und man es auch nicht überreizt auf dem doch etwas härteren Boden herum zu rennen.

Bodenarbeit/Spazieren

Bei der Bodenarbeit sind ich und die Mausi beide eher Einfallslos. Natürlich gibt es hin und wieder auch Stangen oder auch mal übergänge vom Boden aus. Sonderlich cool finden wir das aber beide nicht.

Darum gehen wir an solchen Tagen, meistens eine Rund im Gelände spazieren. Meistens sind wir dann zwischen 20 und 30 Minuten unterwegs. Und im Normalfall beschränken wir uns hier auf Schritttempo.

Suche ich mir dann meistens auch eine Strecke, die ein bisschen hügelig ist. Kann man Hügel wunderbar zur Muskulatur und Konditionsarbeit nutzen. Rauf, Runter, Rauf runter. Strengt ganz schön an. Merkt man ja meistens schon an sich selber.

Seit neuestem nutze ich auch gerne die Hügel zum Rückwärts richten. Zum einen Rückwärts Berg auf, aber auch abwärts. Festgestellt habe ich für meinen Teil, dass gerade bergauf ziemlich Anstrengend zu sein scheint. Ja ich gebe es zu, das habe ich kürzlich in der Cavallo gelesen, dass man Hügel wunderbar zur Muskel und Konditionsarbeit nutzen kann. Und wenn die dann eben gerade da sind, warum sollte ich es dann nicht einfach hin und wieder mal probieren.

Longieren fangen wir gerade wieder an

Dienstag habe ich mit Mausi dann mal wieder mit dem Longieren angefangen. Einfach um nochmal ein Element einzubinden um ihr Abwechslung zu bieten. Allerdings gebe ich offen zu, dass ich es über Jahre nicht gemacht hatte, da Mausi mir unmissverständlich mitteilte, dass sie da keine Lust drauf hat.

Mancher wird dann wohl sagen

Stell dich doch nicht so an

Setz dich durch

Bestrafen, wenn sie nicht spurt

Aber ganz ehrlich? Das ist mir egal. Stelle ich eher die Gegenfrage, ob mein Pferd immer spuren muss, beziehungsweise mir nicht Mitteilen darf, wie bescheuert es vielleicht manche Sachen findet? Und lieber was anderes machen würde? Ich habe mir irgendwann gedacht, nachdem es für uns beide meist in Stress ausgeartet ist, warum sollte ich etwas erzwingen, auf das ich damals selber auch keine große Lust hatte. Weshalb ich es dann auch gelassen hatte. Und lieber Spazieren gegangen bin oder etwas anderes mit Mausi gemacht hatte.

Momentan denke ich mir allerdings, wäre es für Mausis Rückenmuskulatur auch mal ganz gut, an der Longe zu arbeiten. Nicht täglich und auch nicht stunden lang. Aber als Abwechslung zwischen durch, um die Muskeln nochmal anders aufzubauen, ist es nicht schlecht.

Daher habe ich es eben am Dienstag nochmal angefangen. Allerdings haben wir es diesmal zu zweit gemacht. Und nicht gleich volles Programm.

Zum warmlaufen bin ich mit meiner Maus erst mal ins Gelände gegangen. Ein wenig spazieren zum warm werden. Auch wenn es draußen ziemlich kalt war. Danach ging es dann los.

Wichtig war mir an dem Tag nicht, dass gleich Wunder passieren und ich weiß Gott wie viel von ihr verlange und tue und mache. Mir ging es hauptsächlich erst mal darum, dass sie versteht, dass es nicht schlimm ist longiert zu werden. Das sie versteht, dass sie einen Zirkel laufen soll.

Weshalb wir das ganze erst mal nur (ca 10 Minuten) im Schritt gemacht hatten. Ich habe hierbei auf ihr Halfter zurück gegriffen, da sie sich damit am wohlsten von allen Dingern fühlt die man so ins Gesicht hängen kann. Dann natürlich eine lange „Leine“ und viele Leckerchen.

Einer von uns Stand dann in der Mitte, der andere hat sie draußen auf dem „Zirkel“ am Halfter geführt. Ab und zu wurde dann sogar auch schon mal kurz losgelassen. Was kurzzeitig ganz gut geklappt hat. Aber noch nicht konstant.

Zwischenrein natürlich auch mal Handwechsel gemacht so wie stehen bleiben geübt über Körpersprache von wegen, vor der Schulter und hinter der Schulter stehen. War soweit wirklich zufrieden mit meiner Maus. Hat sie doch recht tapfer und gut mitgemacht. Und das diesmal sogar ohne groß Theater zu machen.

Vielleicht bekommen wir es doch noch mal wieder hin, dass sie sich zwischendurch longieren lässt. Was mich natürlich sehr freuen würde.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s