Ahnungslose Sattelkäufer, neulich im Reitsportgeschäft

Einleitung

Vor ein paar Tagen, war ich kurz im Reitsportgeschäft um mir noch zwei drei Kleinigkeiten zu besorgen. Während ich vor mich hin schlenderte und die Regal durchforstete, betrat ein junges Mädchen mit ihrem Vater die obere Etage. Ihr Gedanke war es, einen Sattel zu kaufen. Ich hörte dem Gespräch ein bisschen zu. Was ich erlebte fand ich schon beinahe schockierend.

Im Reitsportgeschäft

Wie ich oben schon erwähnt hatte, befand ich mich im Reitsportgeschäft. Während ich durch die Regale schlappte und niemand Anstalten dazu machte, mich zu beraten, obwohl ich verzweifelt nach MEINEN Handschuhen suchte und sie offensichtlich nicht fand, betrat ein junges Mädel mit ihrem Vater die obere Etage.

Es war nicht zu überhören, dass die beiden wohl nach einem Sattel suchten. Fragte ich mich bereits in diesem Moment, ob ihnen Bewusst ist, dass es auf dieser Welt Sattler gibt? Und es eigentlich, als Leihe, gar nicht so einfach ist, den richtigen Sattel zu finden? Kann ich persönlich darüber ein langes Lied singen.

Eine Verkäuferin steuerte schnurstracks auf die beiden zu. Was mich sehr wunderte denn mich ließen sie, keine 5 Minuten vorher, links liegen. Und das sehr gekonnt. Was vielleicht daran gelegen haben könnte, dass sei bei den Beiden eine potentielle Geldquelle gewittert hatte.

Ich hörte dem Beratungsgespräch ein wenig zu. Um so länger das Gespräch zu werden schien, desto mehr Gehirnkrämpfe schien ich zu bekommen. Denn wurde es einfach immer grässlicher und war lediglich Verkaufsorientiert. Und nicht, sagen wir mal, passorientiert.

Das Modell 500 von Wintec, schien es dem Mädchen angetan zu haben. Die Beratende Verkäuferin, schien das Geschäft zu verstehen, Menschen ihre Ware zu verkaufen. Schien sich darin zu verstehen, Sättel aufgrund einer bloßen Beschreibung, ohne das Pferd vorher gesehen geschweige denn Vermessen zu haben, als passend zu verkaufen.

Außerdem schien sie es sehr glaubwürdig rüber zu bringen, dass ein Wintec – Sattel mit Luftpolster und wechselbarem Kopfeisen, einfach auf jedes Pferd passt. Muss man ja lediglich das Kopfeisen passend einsetzten. Die Luftpolster tun ihr übriges. (Kann auch hier ein Lied von singen)

Fragte ich mich eine Weile ob ich mich einmischen sollte. Den beiden den Rat ans Herz legen sollte, sich doch vorher einen Sattler zu besorgen, der Maß nimmt und den  Sattel ggf. auch noch nachpolstern kann, wenn es nötig ist. Allerdings hatte ich den bösen Verdacht, würde ich genau dies tun, würde es ggf. auf Hausverbot hinaus laufen.

450 € sollte der angeblich passende Sattel kosten. Was mich persönlich etwas ärgerlich stimmte. Denn ist es meiner Meinung rausgeschmissenes Geld. Auch wenn der Sattel aufgelegt werden kann. Und probiert werden kann ob er passt. Kann man als Leihe doch so viel übersehen. Oder vielleicht auch gar nicht wissen.

Irgendwann kommt man nämlich auf den Film, das der Sattel doch nicht richtig passt. Das Pferd einen zwang oder sonst was bekommt. Und dann hat man die Kacke am dampfen. Denke mir immer wieder, dass ich mir mit dem sofortigen Besuch eines Sattlers viel Kummer und Geld gespart hätte.

Was mich persönlich aber so sauer gemacht hatte, war eigentlich die Tatsache, dass die Verkäuferin nur verkaufen wollte. Nicht mal im Ansatz Anstalten dazu machte, den Besitzern den Rat ans Herz zu legen, einen Sattler zu konsultieren.

Ihnen nicht einmal erklärte, warum es nicht sehr sinnvoll ist, auf eigene Faust zu meinen, der Sattel würde schon passen. Ihnen nicht erklärte, was alles passieren kann, wenn ein Sattel nicht passt.

Selbst die zweite Verkäuferin, die mich gekonnt ignorierte, bekam nicht mal im Ansatz ihren Mund auf. Obwohl ich von ihr so einiges Weiß und auch weiß, dass sie selbst Wert darauf gelegt haben dürfte, dass ein Sattler zu ihrem Pferd kommt. Es hat mich einfach nur sauer und traurig gemacht.

Ich konnte diese Einstellung einfach nicht nachvollziehen. Weshalb ich leicht frustriert, den Laden verließ. Darüber Nachdenkend, wie das eigentlich bei mir so war, mit den ganzen Sätteln. Was ich Tränen vergossen und Geld ausgegeben haben muss. Und das nur, weil ich Anfangs genau die selbe Einstellung hatte: Einen passenden Sattel kann doch jeder finden.

Mein Lied zum Sattel

Wie alles begann

Vor 11 Jahren, fing alles an seinen Lauf zu nehmen. Vor 11 Jahren, war meine Mausi da. Ohne Sattel. Ohne alles. Denn die Vorbesitzerin wollte den Sattel vorerst behalten, in der Hoffnung er würde auf ihr neues Pferd passen.

Entsprechend ritt ich die ersten 2 – 3 Wochen ohne Sattel. Bis ich mir von der Mutter einer guten Reitfreundin, einen Sattel zum Übergang ausleihen konnte. Müsste ein Wintec 250 gewesen sein. Bereits damals sagte meine Reitlehrerin, dass der Sattel nicht optimal passt und lediglich für den Übergang taugen würde.

In der selben Zeit informierte mich dann auch die Vorbesitzerin darüber, dass sie den Sattel, der auf Mausi passt, doch verkaufen würde. Weshalb ich sofort zusagte und ihn nehmen wollte.

Daraus wurde jedoch nie etwas. Hatte sie den Sattel im Auto liegen. Besagtes Auto wurde geklaut. Auto wurde einige Wochen später wieder gefunden. Aber ohne Sattel.

Der erste eigene Sattel und eine weitere Leihgabe

Entsprechend lief ich genau, wie die beiden vor ein paar Tagen, in selbiges Reitsportgeschäft. Um mir einen eigenen Sattel zu kaufen. Hatte ich nun schon seit 6 Monaten den Leihsattel. Entschied ich mich für einen günstigen NoName Haflingersatte. Für 170 €. Eigentlich absolut nicht passend für meine Mausi und absoluter Schrott.

Bereits nach einigen Monaten musste ich feststellen, dass Nähte an der Sitzfläche aufgeplatzt waren. Der Sattel außerdem abfärbte und Mausi Ausschlag bekam. Weshalb dieser Sattel auch nicht lange bei uns war und zügig den Laufpass bekam.

Nicht zu Letzt, dass dieser viel zu weit für meine Maus war. Mir außerdem die Sattelfläche mit 18 Zoll auch viel zu groß erschien. Weshalb ich nie richtig zum sitzen kam. Was mich wieder dazu veranlasste, von einer anderen Freundin einen schmäleren Dressursattel zu leihen. Der Anfangs den Anschein machte, zu passen.

Die Entscheidung einen Sattler zu holen, viel mir nicht schwer

Tat er aber nicht. Was ich als Leihe allerdings überhaupt nicht sah. Da ich einfach keine Ahnung von nichts hatte. Merkte ich lediglich, dass Mausi eine akute Abneigung gegen den Sattel entwickelte. Weshalb ich dann, nach ca. 2,5 Jahren Sattel hin und her, eine Sattlerin kommen Ließ zum anpassen. Die übrigens über das Reitgeschäft engagiert wurde.

Die Sattlerin erklärte mir dann, worauf man achten musste. Und weshalb Mausi so ungnädig auf den Sattel reagierte, den wir zu diesem Zeitpunkt von der Freundin geliehen hatten.

Kippte dieser, übertrieben gesagt, nach hinten ab. Mein gesamtes Gewicht verteilte sich entsprechend nicht richtig. Was zur Folge hatte, dass mein Gewicht ihr punktuell in den Rücken drückte. Außerdem hatte sich zum Teil die Rückenmuskulatur verändert und sogar zum Teil zurückgebildet.

Die Entscheidung über den angepassten Sattel:  Wintec Dressur vs. Wimbley VSD Sattel

Mehrere Sättel probiert. Zwei haben gepasst. Laut Sattlerin. Ein Wintec Dressur Sattel sowie ein VSD Sattel der Fima Wimbley. Entschied mich damals für den Vielseitigkeitssattel.

Warum? Weil ich mich in dem Dressursattel absolut nicht wohlgefühlt hatte. Ständig mit den Knie über die Pauschen rutschte und kein gutes Gefühl hatte. Außerdem war der Wintec Sattel fast doppelt so teuer wie der Wimbley Sattel.

Einige Jahre später

Den Wimbley Sattel hatte ich gut 5 Jahre als treuen Begleiter. Hatte ich auch nie Probleme. Merkte man auch Mausi an, dass ihr dieser Sattel zuzusagen schien. Nach gut 5 Jahren jedoch, viel mir schleichend auf, dass Mausi unterm Sattel anfing schlecht zu laufen.

Was mich zu verschiedenen Annahmen kommen ließ. Erst wechselte ich die Trense, dann kamen andere Eisen drauf. Eine Besserung war immer nur für kurze Zeit vorhanden.

Eines Tags viel es mir dann wie Schuppen von den Augen, als ich das Lammfellpad zum Waschen unterm Sattel raus nahm.

Das Innenfutter hatte sich im lauf der Jahre so komprimiert, dass die Kammer auf dem Wiederrist auflag. Was mir erst aufgefallen war, als ich das Pad raus nahm. Ich musste handeln. Und das so schnell wie möglich.

Der erneute Sattlerbesuch oder der Versuch dazu

Ich marschierte entsprechend, wieder mal, in das Reitsportgeschäft, um mit der Sattlerin in Kontakt zu treten, die damals da war. Allerdings wurde mir im Geschäft erklärt, dass sie sich aus persönlichen Gründen von der Sattlerin getrennt hatten. Weshalb sie mich an einen guten anderen, aus der Gegend weiter empfohlen hatten.

Weshalb ich den direkten Kontakt suchte. Allerdings wurde lange nichts aus einem Termin. Wollte ich eigentlich den Wimbley Sattel polstern und neu anpassen lassen. Am Telefon erklärte mir der Sattler jedoch, dass es bei dieser Sattelmarke nicht bei allen Sätteln möglich ist, diese Nachzupolstern. Da es das Innenleben derer nicht zulässt.

Leider gehörte meiner zu der Fraktion, die nicht gepolstert und neu angepasst werden konnte. Was mich leicht sauer, auf die andere Sattlerin werden ließ. Hatte sie mir damals eine fehlinfo gegeben. Laut ihr hätte der Sattel nachgebessert werden können.

Was bis zum Besuch des Sattlers alles war

Leider wurde es über mehrere Monate nichts mit einem Termin beim Sattler. War und ist er sehr begehrt, was es manchmal etwas schwierig werden ließ.

Da ich allerdings handeln musste, entschloss ich mich über Ebay einen gebrauchten Sattel zum übergang zu kaufen. Einige wenige Monate später, sortierte ich diesen jedoch wieder aus, da er nicht optimal zu sein schien. Verkauft hatte ich ihn dann relativ schnell.

Kurzerhand, kaufte ich mir einen Wintec 2000. Welchen ich auch wieder einige Monate ritt. Aber auch bei diesem zur Entscheidung kam: Der passt hinten und vorne nicht. Trotz Luftkissen und Kopfeisen zum wechseln. Wieder Geld rausgeknallt, dass ich anders besser investiert hätte.

Der damaligen Aussage der Sattlerin folgend, kaufte ich mir dann doch einen Wintec Dressursattel. Nach 5 Wochen, musste aber auch dieser dran glauben, war die Auflagefläche viel zu weit. Glücklicherweise hatten wir dann aber einen Termin beim Sattler. Entsprechend habe ich innerhalb von knapp einem Jahr 3 Sättel gehabt die ich aufgrund von nicht passend wieder abgeben musst. Und erst Sattel 4 passte.

Der Sattler war da

Vom Sattler bekam ich mehrere Sättel, die aufgelegt wurden. Keiner schien aber so recht zu passen. Während der „Behandlung“, Vermessung und Beratung, erklärte mir der Sattler sehr viel. Worauf es zu achten gilt und was an einem Wintec (seine Meinung) nicht so toll ist.

Da kein passender Sattel dabei war, schilderte er mir, dass er einen noch im Geschäft hätte. Bei dem er sich recht gut vorstellen kann, dass er passt. Ein Prestige. Mit mehr Schwung, da Mausi ein leichtes Hohlkreuz hat. Er würde ihn mir polstern und entsprechend anpassen. Dann sollte ich ihn probieren und Rückmeldung geben, was ich davon halte.

Ich bin absolut begeistert und zufrieden. Was mich dazu veranlasste zu sagen, ihn zu behalten. Über ein Jahr später, hat sich jedoch Rückenmäßig doch wieder das ein oder andere geändert. Weshalb eine Nachvermessung und Nachbesserung notwendig sein wird.

Aber diesmal weiß ich ja wo ich hin kann. An wen ich mich wenden kann und wer es mir richtig anpasst. So dass es mir und Mausi mit dem Sattel gut geht.

Mein Fazit

Ganz klar. Ich würde nie wieder etwas ohne professionellen Sattler machen. Nie mehr auf eigenen Faust. Nie wieder. Lieber gebe ich 200 -300 € mehr aus. Erspare mir aber das ganze drum rum, mir alle paar Monate einen anderen Sattel kaufen zu müssen. Wo man letzten Endes doch weitaus mehr Geld hinblättere, als wenn man einmal Anständig anpassen lässt und etwas mehr investiert. Selbst wenn man sich die Sättel gebraucht kauft, läppert sich das ganzen.

Was dann auch noch hinzu kommt. Die Sättel die man hat, muss man auch irgendwann wieder los werden. Was nicht immer ganz einfach ist. Eine Zeitlang hatte ich 3 Sättel zu Hause. Zwei die ich loswerden musste bzw. Wollte. Und einen der in Gebrauch war. Und sind wir mal ehrlich. Ich als Freizeitreiter benötige keine drei Sättel für ein Pferd.

Allerdings ist es nicht einfach, zumindest nicht immer, Sättel auf Ebay los zu werden. Hatte ich für manch einen Sattel teilweise bis zu 6 Anläufe oder mehr benötigt, bis ich ihn dann doch losgeworden bin. Bei einem, war es sogar ein ziemliches Verlustgeschäft.

Mein Rat daher: Augen auf beim Sattelkauf. Lieber Sattler anrufen und zwei Wochen ohne Sattel arbeiten, als zig Sättel zu haben, die nicht passen. Außerdem ist es immer gut eine Anlaufstelle zu haben, an die man sich wenden kann, wenn der Sattel nachgearbeitet werden muss. Denn gerade junge Pferde, können sich in kürzester Zeit doch noch im Rücken verändern. Was aber aus meiner Sicht auch auf ältere Pferd zutreffend ist. 🙂

 

 

 

 

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4 Gedanken zu “Ahnungslose Sattelkäufer, neulich im Reitsportgeschäft

  1. Die war wohl wirklich nur VERKÄUFERIN die auf ihre Provision aus war. Schrecklich.
    Ich reite nicht (mehr) selber (dafür aber meine Freundin Pamela Pragmatisch. Ich darf immer nur beim misten und beim schmusen aushelfen 😉 ).
    Aber, was man einem Pferd mit einem vielleicht total zauberhaft aussehenden, aber dafür scheisse sitzenden Sattel antun kann brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Da sind wir uns mit Sicherheit einig!

    Meine Freundin Pamela Pragmatisch hat sich auch einen neuen Sattel gekauft. Hatte sich vorher diverse angesehen und der „Verkäuferin“ gesagt was sie sich vorstellt. Gesagt getan, die „Verkäuferin“ kam dann mit einer relativ großen Auswahl her und los ging das muntere probieren.

    Haben wir gelacht!

    Der Sattel den sie so klasse fand, war ein Alptraum. Ihr Pferd buckelte in eine Tour und sie saß wie ein rohes Ei auf dem Ding. Was auch immer sie und das Pferd gemacht haben, das hatte mit Reiten nichts mehr zu tun.
    Entschieden hat sie sich dann für einen, der zwar nicht 100 Prozent ihrem Geschmack entsprach, aber auf dem sie super gut sitzen kann und ihr Pferd leichtfüßig (soweit man das von einem jungen Pferd sagen kann) durch die Halle getänzelt ist.

    Gefällt 2 Personen

    • Deshalb sag ich ja, ich habe ziemliche Gehrinkrämpfe bekommen 🙂 bzw. den ein oder anderen Gehirnschlag dazu :). Aber leider gibt es so viele Leute die das dann auch noch glauben 😦

      Bei uns war das dann auch so, als wir unseren angepassten Sattel bekommen haben. Da kam dann der Sattler vorbei und hatte auch einige Sättel dabei. HAbe ihm damals auch gesagt was ich mir vorstelle und er hat es mitgebracht, aufgelegt und vermessen. Nachdem aber keiner so recht gepasst hat, hat er es mit einem anderen versucht, der auch gepasst hat und es noch tut. Hatte er ja Maß genommen und konnte entsprechend die Anpassung und Optimierung vornehmen. Und gut finde ich auch, dass ich bei Problemen zu ihm kommen kann bzw. er auch nochmal vorbei kommt, neu Maß nimmt und den Sattel bei sich in der Werkstatt nacharbeitet, so dass er wieder passt 🙂

      Gefällt 2 Personen

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