Neulich beim Ausreiten..

Aktuell gestaltet sich das Training mit Mausi als nicht ganz einfach. Ende Oktober, ausgehend es würde im November irgendwann schneien, war der Hufschmied da und hat ihr die Eisen runter genommen. Schnee mäßig sah es dann ja ziemlich mau aus. Da es aber noch nicht wirklich arg kalt war und die Böden noch nicht so sehr gefroren, war das so eigentlich schon machbar. Wenn ich ins Feld ausweichen konnte zumindest.

Vor ein paar Wochen begann es aber dann immer kälter zu werden. Die Böden waren gefroren und sind es immer noch. Selbst Tagsüber tauten die Böden nicht mehr so richtig ab. Weshalb sie relativ hart sind. Und Mausi bekam zunehmend Schwierigkeiten auf den Harten und zum Teil unebenen Böden ohne Eisen zu laufen. Weshalb wir in letzter Zeit, meistens nicht über den Schritt hinaus gekommen sind. Hinzu kommt noch, dass der Sattel aktuell, wegen Muskelabbau, nicht ganz so zu liegen scheint wie er sollte.

Entsprechend habe ich jetzt Hufschmied und Sattler geordert um die Probleme zu beheben. Was sich allerdings noch insgesamt bis zu 4 Wochen hinziehen kann, bis alles soweit wieder passt, wie es soll. Entsprechend müssen wir eben im Moment das Beste draus machen. Habe ich im Moment außerdem den Verdacht, kaum das Mausi wieder beschlagen ist, der Schnee eintrudelt.

Aufgrund der nicht vorhandenen Eisen und dem Schnee der auf sich warten lässt, läuft Mausi situativ wie auf rohen Eiern. Was manchmal natürlich auch immer ein wenig auf ihre Tagesverfassung ankommt.  Was auf manch einen Spaziergänger vielleicht einen merkwürdigen Eindruck machen mag.

Hinzu kommt, ich weiß nicht ob ich davon schon erzählt habe, dass Mausi mit dem linken Hinterbein ein wenig steif läuft. Verdacht ist Spat. Eine Arthroseartige Erkrankung des Sprunggelenks (glaube ich), was eine Versteifung des Gelenkes verursacht. Was je nach Stadium keine Schmerzen verursacht. Allerdings sieht es oft so aus, als würde sie lahmen, da sie das Bein oft eben etwas steifer bewegt. Vor allem in der Lösungsphase.

Was aber nicht weiter dramatisch ist und sie in ihrem tun nicht weiter beeinträchtigt. Verläuft es sich in den meisten Fällen, wenn sie eine weile gelaufen ist. Spätestens nach Trab und/oder Galopp läuft sie meist relativ normal.

Allerdings gibt es auch Tage, was schätze ich mal Wetterabhängig ist, an denen sie sich nicht einläuft. Was allerdings der Seltenheit entspricht, so meine Erfahrung. Bei einem von 4 Ausritten dürfte das vielleicht der Fall sein.

Entsprechend waren wir nun kürzlich ausreiten. Ich ritt aus dem Hof hinaus, was wie gesagt etwas befremdlich auf Spaziergänger gewirkt haben dürfte, da Mausi ziemlich fühlig gelaufen ist.  Habe ich auch schon gemerkt, dass sie an dem Tag etwas steifer läuft als sonst.

Was durchaus mit der Kälte zusammen gehangen haben könnte und das sie die zwei Tage zuvor nicht geritten wurde. An der Ausfahrt sah ich bereits zwei Spaziergänger stehen, die miteinander getuschelt hatten. Was mich vorerst nicht weiter gewundert hat.

Ein Stück hielten sie sich hinter mir. Störte mich nicht weiter dran, bis mir irgendwann aufgefallen ist, dass immer wieder abschätzige Blicke auf mich vielen und kurz darauf wieder das Getuschel los ging. Was zum Henker….

Kurze Zeit später, hatte ich dann die Spaziergänger auf meiner Höhe und die Dame setzt an. „Du weißt schon das dein Pferd lahmt oder?“ (Ich wusste gar nicht, dass ich mit Fremden Leuten per du bin?) „Ja?“ „Also, dass finde ich ja unverantwortlich von dir, dass du dein Pferd reitest, obwohl du weißt das es lahm geht!“ „Bitte was?“ „Du hast mich schon richtig verstanden! Du verhälst dich unverantwortlich und denkst nur an dein Vergnügen! Hauptsache im Sattel sitzen und Reiten. Obwohl dein Pferd Schmerzen hat!“

Schien ich in diesem Moment erst einmal aus allen Wolken zu fallen. Ich musste mich erst mal sortieren. Zumal mich die Dame nicht mal zu Wort kommen ließ, mit ihrer Unverschämten Art. Entsprechend lief auch das Gespräch weiter…von wegen, sie müsste da eingreifen und das sähe man doch schon weitem.

Ich sollte doch mal gefälligst überlegen, ob ich das so geil fände, mit Schmerzen spazieren zu gehen oder sogar zu joggen. Und dann auch noch Gewicht tragen zu müssen. Das wäre Tierquälerei, was ich da betreiben würde.(Gedanklich hörte man in meinem Gehirn ein lautes HÄÄÄÄÄÄ)

Als sie mich dann doch mal zu Wort kommen ließ, konnte ich dann doch recht gut Kontern „Er einmal, wüsste ich nicht, dass ich Ihnen jemals das Du angeboten hätte. Kennen wir uns ja nicht mal. Zum anderen, frage ich mich, wie SIE es sich anmaßen können ein Urteil über den Gesundheitszustand meines Pferdes abliefern zu können. Und wenn sie von etwas nichts wissen, dann würde ich mich da an IHRER Stelle eher raus halten.“

Argumentativ war die Dame nicht gerade sehr stark. Lediglich im Reden und andere nicht zu Wort kommen lassen, schien sie drauf zu kommen. Genau so wie mit dem Vorwürfe machen. Und fehlerhafte Mutmaßungen an den Tag legen. Das konnte sie.

Würde man es dem Pferd doch ansehen, dass es schmerzen hätte. Und das sähe man doch schon als Leihe und von weitem sowieso. Dazu müsste man nicht gerade Tierarzt sein. Studiert haben müssen man auch nicht um so was zu sehen.

Wiederholt ließ sie mich nicht zu Wort kommen, aufgrund ihrer schwachsinnigen Ausführungen. Bis ich dezent säuerlich einfach hinaus schoss „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal klappe halten“ und sie solle mir jetzt mal zuhören. Fragte sie zum einen ob sie denn fachlich ausgebildet wäre und die Kompetenzen besitzen würde um ein solches Urteil zu fällen. Schweigen. Was mich zu der Annahme kommen ließ, dass sie keine Ahnung hatte. Ob sie denn auch eine Diagnose hätte und sehen würde, was es für ein Krankheitsbild wäre. Schweigen

Fragte sie daraufhin, was ihrer Meinung nach denn die bessere Lösung wäre. Schweigen. Und ob sie sich, nur weil sie, mal angenommen, Arthrose hat (aber keine Schmerzen dabei), ins Bett legt und sich nicht mehr rührt, weil sie ja etwas steif läuft und es Verantwortungslos wäre, sich mit Arthrose nur ansatzweise zu bewegen. Auch wenn sie durch die Bewegung nicht mehr so steif laufen würde. Schweigen

Wies sie dann noch, etwas ruhiger, darauf hin, sich nicht in Angelegen anderer derartig einzumischen. Sie lieber nachfragen sollte, warum jemand oder ein Tier so läuft, bevor sie als nicht Fachfrau ein Urteil fällt. Und was das Stellen einer Diagnose angeht, dass doch bitte meinem Tierarzt überlassen soll. Es meinem Pferd gut geht und ihr etwas steifes Bein, längst Tierärztlich untersucht wurde. Sie keine Einschränkung und Schmerzen hat. Sowie die Bewegung braucht, damit sie nicht mehr so steif läuft.

Woraufhin ich mir ein rüpelhaftes „Wie sprichst du  überhaupt mit anderen Leuten!“ einhandelte, bevor sie inklusive ihrem Begleiter, wutentbrannt die Flucht ergriff. Mich fassungslos stehen lies. Was habe ich denn falsch gemacht? Hab ich ihr nur meinen Standpunkt von mir gegeben. Sie dezent darauf hingewiesen keine Urteile zu fällen, wozu sie nicht in der Lage zu sein scheint.

Muss man sich seit neuestem schon als verantwortungsloser Tierquäler hinstellen lassen, obwohl alles bereits geklärt wurde? Ein Tierarzt da war? Erfahrungswerte da sind? Nun ja. Fand es schon ziemlich dreist, solche Aussagen zu fällen.

Ist euch auch schon mal so was passiert? Zur Zeit habe ich nämlich langsam das Gefühl, dass einige Leute irgendwie durchzudrehen scheinen. Sich als die Weltretter sehen. Aber keine Ahnung haben. Oder etwas falsch interpretieren.

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