Die Sache mit dem Schulsport

Nachdem ich eine neue Blgoparade auf Blogparaden.de eingereicht hatte, dachte ich mir, ich könnte ja mal guggen, was an neuen Paraden so dazu gekommen ist. Da stieß ich auf eine Parade, bei der ich nicht mehr an mich halten konnte und dachte „da musste jetzt aber mitmachen!“ Erschienen ist die Parade ursprünglich übrigens auf http://bewegteuch.com/2017/03/15/blogparade-schulsport/

Meine Erinnerung

Wenn man da überhaupt noch von Erinnerung sprechen kann. Dunkel wie sie ist, nach all den Jahren. Aber ich muss sagen, grundsätzlich hatte ich nie ein Problem mit dem Schulsport. Mal ganz davon zu schweigen, dass es irgendwie jedes Jahr das selbe war, was im Sport dran kam. Trotz einem Schulwechsel war es wirklich immer der selbe Mist.

Turnen, Leichtatletik, Basketball, Federball, Volleyball, Gymnastik, Staffellauf. Gott und dann immer diese Aufwärmspielchen. Überall das selbe. Manchmal habe ich mich regelrecht gelangweilt und hätte lieber mit den Jungs auf dem Fußballplatz gebolzt als an dieser sau blöden Reckstange, kopfüber, zu hängen und mich zu fragen wie ich wieder in eine normale Haltung zurück komme. Ehrlich gesagt war ich im Sport nie schlecht. Hab mich Wacker auf einer 1 gehalten.

Dennoch war Schulsport schon immer ein wenig damit behaftet, Leistungen zu erbringen. 10 Runden laufen, in einer bestimmten Zeit. Abstufungen im Zeitlichen Rahmen, die dann die Note bestimmten. Dezent nicht nach meinem Geschmack.

Bundesjugendspiele. Habe mich immer sehr angestrengt. Wusste das ich gut bin. Aber nie gut genug, damit ich einmal eine Ehrung bekommen hätte. Nie wurde ich bei der Vergabe der Urkunden aufgerufen. Nie habe ich eine Auszeichnung für besonders gute Leistungen bei den Bundesjugendspielen bekommen. Lediglich die Urkunde, im Klassenzimmer, vor die Nase geschossen bekommen, mit der Aussage, war echt gut, aber nächstes mal strengst die etwas mehr an. Wie viel denn noch?

Irgendwann eine Auseinandersetzung mit der Lehrerin gehabt. Ich wäre richtig gut im Sport. Ob ich nicht mal in einen Verein gehen wollen würde. Wieso? Ich bin doch schon im Karte. Warum nochmal in nen Verein gehen? Sie meinte damit allerdings nicht den Karateverein, sondern eher Fußball oder so was. Karate war für sie zwar Sport, aber da würde man sich ja eigentlich nur verkloppen. Außerdem gehe ich reiten. Das war dann wohl zu viel für die Gute. Reiten wäre doch kein richtiger Sport, da sitzt man doch nur auf dem Pferd und lässt sich spazieren tragen! Aha….Reiten ist kein richtiger Sport. Wieso steige ich dann bitte nach fast jeder Reitstunde, schwitzend mit rotem Gesicht vom Pferd? Und komme mir vor wie komplett ausgepowert? Wäre ja auch nicht so, dass Reitsport auch bei den Olympischen Spielen vertreten wäre. Aber nein, Reiten ist kein richtiger Sport. Du mich auch. Mit dieser Aussage und der Tatsache, dass sie mich und meine beste Freundin damit eigentlich auch noch auslachte, hat mich ziemlich tief getroffen. Und auch verletzt. Was ihr irgendwie nicht so recht bewusst war. Oder war es ihr einfach nur egal? Ich weiß es nicht. Seit diesem Tag, war ich nicht mehr sonderlich gut auf diese Sportlehrerin zu sprechen, auch wenn wir zuvor recht gut ausgekommen waren.

Nach dem ich dann aber die Schule gewechselt hatte, schien der Schulsport am Anfang zu einem Spießrutenlaufen zu werden. Ich war neu. Kannte niemanden und sollte dann, mit den ganzen Mädels, die sich seit Jahren kennen, in die Umkleide und mich umziehen. Wurde ich die ersten Wochen so oder so schon mit großen Augen begutachtet, weil ich die neue war. Im Sportunterricht war ich dann immer eine derjenigen, die als letztes in irgendein Team gewählt wurde. Woran man eindeutig merkte, wer welchen Standpunkt in der Klasse hatte. Was aber zum Glück irgendwann, nachdem wir uns alle aneinander gewöhnt hatten, auch nicht mehr so war.

Später hatte ich dann, ich glaube in der 9.ten, eine Lehrerin die ich absolut nicht mochte. Irgendwie war es zum scheitern verurteilt und recht machen konnte man es ihr so oder so nicht. Egal wie ich mich verbog, verzog, beeilte und dampf machte, nichts war gut genug für diese Frau. Ich hätte sie am liebsten an die Wand geschossen. Trotzdem habe ich mich entschieden, beim QA, als Wahlfach Sport für die Prüfung zu nehmen.

Und sonst so?

Ich mag Sport. Wirklich. Zumal ich ein Sportlicher Mensch bin, der einen Sportentzug sofort bereut. Indem die Muskeln dicht machen oder ich mich unausgelastet und überdreht fühle. Ganz zu schweigen die schlechte Laune die ich dann irgendwann bekomme, wenn ich nicht regelmäßig Sport treibe.

Dem Schulsport konnte ich dennoch nie wirklich was abgewinnen. Einfach aus der Tatsache heraus, dass es jedes verdammte Jahr, der selbe Käse war. Man nicht mal was anderes gemacht hätte. Und dann immer der Leistungsdruck. Wobei ich den eigentlich nie wirklich hatte, da ich es meist mit links geschafft habe. Allerdings taten mir diejenigen leid, die es nie so recht mit dem Schulsport hatten. Diejenigen die man als die kennt, die beim Sprung über den Bock nicht drüber kommen sondern dagegen rennen. Diejenigen die mit sämtlichen Dingen des Schulsportes nichts anfangen können und es keinen Menschen interessiert, welche Sportart einem eigentlich liegen würde. Stur nach Lehrplan. Abweichung unerwünscht. Und das dann jedes verfluchte Jahr. Um ehrlich zu sein, ist das total frustrierend. Ernsthaft.

Ich selbst begeistere mich für Schwimmen, als auch Reiten und den Wintersport zu Brett. Nicht zuletzt auch für Karate. Was ich aus Beruflichen Gründe allerdings damals an den Nagel hängen musste. Neulich wollte ich dann wieder anfangen. In meinem Verein in dem ich viele Jahre aktiv trainiert hatte. Die Ernüchterung. Der Schlag in die Fresse. Der Verein wurde aufgelöst. Da zu wenig Mitglieder nachkamen. Schade. Wirklich schade. In der Gegend gibt es jetzt noch zwei Vereine. Die etwas Größer sind. Damit also auch etwas unpersönlicher. Vielleicht werde ich mal zu einem Probetraining bei dem einen Verein in der Stadt gehen. Beim anderen war ich schon mal. Und es war nicht mein Fall. Wirklich nicht.

Sport an sich macht mir spaß. Solange ich selbst entscheiden kann, was ich mache und wo. Und in welchem Rahmen. Gehe ich da einfach nur zum Spaß hin oder möchte ich auch Turniere machen? Sind die Leute nett und was verlangt man von mir? Ist es überhaupt meine Sportart? Und so weiter und sofort. Ist auch ein gewisser Lerneffekt dabei?

Wenn man mir selbst die Entscheidung überlässt, was ich machen möchte, merkt man dies meist auch an meiner Leistung. Man merkt das was vorwärts geht. Das sich Dinge verbessern. Das man mich am Liebsten auf Wettkämpfe geschickt hätte, vom Karate aus. Man mich da aber nicht gezwungen hat. Wobei ich mir im nachhinein denke, ich war wirklich gut, ich hätte echt mal auf so nen Wettkampf gehen sollen. Aber ist nicht so. Beim Reiten ist es wieder ganz anders. Dort strebe ich überhaupt nicht danach auf Turniere zu gehen. Ist mir zu stressig. Ich gehe lieber einmal die Woche zur Stunde und es macht mir Spaß, ohne den Stress im Genick, ich muss jetzt Leistung bringen, weil bald die Turniere wieder kommen. Einfach ohne Stress, rein aus Spaß und danach mit den Mädels und Jungs vom Stall zusammen sitzen. Über die Stunde reden. Über Anekdoten. Zusammen lachen, Spaß haben und das ganze bei einem großen Glas Kaffee und einem Stück Kuchen. Und das mit knallrotem Gesicht und ruchgeschwitztem Shirt. Und wehe es erzählt mir nochmal jemand, Reiten wäre kein Sport.

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