Warum schichtest du?

Einleitung

Es soll ja durchaus Menschen geben, die auf die Schichtarbeit schwören. Ich selbst gehöre, eindeutig, nicht dazu. Was mich selbst dazu bewogen hat, geregelte Arbeitszeiten gegen Schicht zu tauschen, weiß ich auch nicht so recht. Aber ein paar Gründe dürfte es damals durchaus gegeben haben. Oder besser gesagt, gab es diese.

Wieso ich mich fürs Schichten entschied

Was mich damals dazu veranlasst hat, zu glauben, dass ich Schichtarbeit super prickelnd finde, kann ich persönlich inzwischen wirklich nicht mehr nachvollziehen. Verstehe inzwischen selbst nicht mehr, was ich daran so toll fand. Wieso ich gerade auf diese Schnapsidee kam, einen geregelten Arbeitstag, gegen unregelmäßige Schichten einzutauschen.

Aber damals erschien es für mich total logisch. Einleuchtend und klar. Weshalb ich mich pro Schichtarbeit entschied. Allen Empfehlungen von außen zum Trotz. Wollte mein Ding durchziehen und meine eigenen Erfahrungen sammeln. Wollte einfach wissen wie es ist.

Habe, offen gestanden, damals auch fast ausschließlich die positiven Seiten daran gesehen. Das negative habe ich irgendwie ausgeblendet. Und meine Devise „Immer positiv denken“ war in diesem Fall nicht gerade mein bestes Argument. Lernt man aber bekanntlich aus den eigenen Fehlern am besten. Und eigene Erfahrungen muss der Mensch auch sammeln. Sonst würde man ja nicht schlauer werden.

Die positiven Seiten des Schichtens

Ich habe damals viel Positives in der Schichtarbeit gesehen. Was auch nicht abzustreiten ist. Was definitiv da ist und auch angenehm zu sein scheint.

  • Unter der Woche frei und ich kann dann zum Einkaufen wenn die anderen arbeiten. Heißt ich habe meine Ruhe und nicht das übliche Gedränge
  • Wenn ich Frühdienst habe, mache ich Feierabend, wenn die anderen gerade zur Arbeit gehen und habe den ganzen restlichen Tag frei
  • Bei Spätdienst kann ich ausschlafen und Vormittags meine ganzen Sachen erledigen, die ich sonst abends machen müsste. Manche Dinge könnte ich im Winter dann nicht mal machen, wenn ich den ganzen Tag arbeite
  • Ich habe mehr Zeit für meine Tiere (dachte ich)
  • Weil es geteilte Dienste gibt, arbeite ich nur auf 78 %, habe ich also mehr frei
  • Am Wochenende gibt es Zuschläge
  • Für den Nachtdienst gibt es auch Zuschläge
  • Ich kann mit den Bewohnern am Nachmittag mal was unternehmen oder auch am Wochenende
  • Im Nachtdienst kann ich Bürokrams machen, den ich Tagsüber nicht erledigen kann.    
  • Die negativen Seiten des Schichtens
  • Wenn ich tagsüber oder auch unter der Woche frei habe, sind meine Freunde alle Arbeiten. Ich bin somit viel alleine und muss vieles alleine unternehmen
  • Ich bin nach dem Spätdienst oft so fertig und müde, dass ich nicht mehr viel Lust habe irgendwas zu unternehmen oder etwas mit Freunden zu machen
  • Viel mehr Zeit für meine Tiere habe ich nicht immer.
  • Oft artet mein Hobby im Stall zu sein in Hektik aus. Da ich dann zur Arbeit muss
  • Weniger arbeite ich nicht unbedingt, da ich aufgrund der z.T. kurzen Dienste mehrere machen muss um auf meine Sollstundenzahl zu kommen.
  • Nachmittags komme ich nicht immer dazu, mit den Bewohnern etwas zu unternehmen, da einen die Struktur sehr im Griff hat.
  • Aufgrund der nur 78 % die ich arbeite, habe ich eine gewisse Lohneinbuße
  • Zuschläge reißen zwar schon etwas, allerdings komme ich mit diesen auf beinahe den selben Lohn, den ich in Vollzeit, mit geregelten Arbeitszeiten auch bekäme
  • In den Nächten komme ich oft nicht wirklich zu Büro krimskrams, vieles läuft nebenher (irgendwie)
  • Ich schlafe trotz Bereitschaft in den Nächten die ich arbeiten muss nur sehr selten
  • Nach den Nachtdiensten bin ich häufig so am Ende, dass ich zu Hause erst einmal Schlafen muss und somit nicht mehr viel vom Tag habe, da ich diesen im großen und ganzen verschlafe
  • Wenn man beim Einkaufen ist, hat man zwar die ganzen normalarbeitenden Horden nicht, dafür aber dann Rentner und Mütter
  • Schicht ist eine Belastung für Körper und Geist
  • Ein geregelter „normaler“ Rhythmus existiert nicht mehr.
  • Das eigene soziale Umfeld schränkt sich nach und nach immer mehr ein
  • Eingeschoben
  • Beim überfliegen meines eigenen Beitrages, fällt mir gerade auf, dass meine Liste mit den Contra Punkten, weitaus länger ist als die Pro-Liste. Komisch das ich eigentlich so viele Contra Punkte in den Wind geschossen habe. Oder sie vielleicht, aus Ermanglung von Erfahrungen, nicht wusste oder kannte. Die Argumente einfach nicht auf dem Schirm gehabt hatte. Warum auch immer. Allerdings will ich behaupten, dass ich ein ziemlicher Dickschädel bin. Der meint seinen Kopf durchsetzten zu müssen. Einmal den Floh im Ohr, kaum noch davon abzubringen. Ob DAS vielleicht sogar was mit meinem Sternzeichen zu tun hat? Sofern Sternzeichen überhaupt Einfluss auf unser Wesen nimmt oder nehmen kann.
  • Mein Fazit zur Schicht
  • Mittlerweile dürfte offensichtlich klar sein, dass ich nach fast 2 Jahren im Schichtbetrieb, nicht mehr sonderlich viel davon halte. Schon längerfristig den Plan schmiede wieder geregelten Arbeitszeiten nach zu gehen. Beides hat so seine Vorteile. Aber auch die Nachteile dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Man sollte ihnen beiden aber eine gleiche gewichtung zukommen lassen. Sowohl Pro, als auch Contra. Die Entscheidung im Schichtbetrieb zu arbeiten, gerade in der Dreischicht (Früh, Spät, Nacht), die in diversen Wohneinrichtung gang und gäbe sind, sollte gut durchdacht und überlegt sein. Selbst wenn man es unbedingt machen möchte und einen Dickschädel hat, wie ich ihn habe, sollte man es sich immer mehrfach überlegen. Die Entscheidung muss letztlich jeder für sich treffen. Eben so die Erfahrung dazu sammeln. Auch wenn mir sämtliche Leute, seien es Bewohner als auch Kollegen, sehr ans Herz gewachsen sind, möchte ich das für mich nicht mehr machen. Blöd gesagt, wobei so blöd ist das gar nicht, soll und muss ich auch auf mich selbst achten. Und sobald man merkt, dass es einem an die Gesundheit psychisch als auch physisch geht, sollte man so schnell wie möglich einen Punkt setzten. Am Ende ist es sonst zu spät. Man weiß das ja nicht so genau. 
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