Erziehe ich?

Irgendwann muss ich schon mal meinen Senf dazu abgelassen haben, was ich eigentlich den ganzen Tag so bei der Arbeit treibe. Oder so in die Richtung. Habe zumindest jetzt auch mal vor, vom Alltag in meiner neuen Arbeit zu berichten. Der Alltag in der Werkstatt oder kurz WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen). Weil es nochmal was anderes ist, einen „Erfahrungsbericht“ zu lesen, als dieverse „Stellenbeschreibungen“, die sich eher nach Hochgestochenem Deutsch anhören, als nach was anderem.

Neulich hat es mich dann einfach mal interessiert, ob ich einen meiner Beiträge finde, wenn ich das mal so bei Google eingebe. Von wegen, was macht ein HEP. War ja ganz nett beschrieben und auch erklärt. Bringt es im wesentlichen auch ganz gut auf den Punkt. Mal davon abgesehen, dass Heilerziehungspfleger nicht nur mit körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen arbeiten. Sondern auch im Psychiatrischen Bereich tätig sind. Und das auch ein Arbeitsfeld sein kann. Aber darüber kann man hinweg sehen. Solange nicht gerade die Aussage, von einem nicht Wisser kommt „Die arbeiten im Krankenhaus“

Definitiv nicht, außer es handelt sich um eine psychiatrische Einrichtung. Medizinisch gesehen hat ein HEP allerdings nichts im Krankenhaus verloren. Da das wissen einfach viel zu, sagen wir mal, schwammig ist. Als HEP lernst du durchaus Medizinische Faktoren. Was ich anhand von bestimmten Symptomen erahnen kann, was betreffender hat. Damit ich entsprechend handeln kann., Vielleicht auch eine gewisse „Erstversorgung“ vornehmen kann. Die richtige medizinische Behandlung erfolgt aber durch medizinisches Fachpersonal (Altenpfleger, Krankenpfleger, Ärzte). Und ohne eindeutige Einweisung und/oder Verordnung, mache ich in medizinischer Hinsicht, gar nichts. Außer den Notarzt anrufen und erste Hilfe leisten.

Wie hat es meine Chefin immer so schön gesagt „Wir sind eine pädagogische Wohneinrichtung der Wiedereingliederung, und kein Pflegeheim!“ Wo sie recht hat, hat sich recht.

Eigentlich wollte ich auf was anderes raus. In irgend so nem Beitrag habe ich gelesen, dass ein HEP erzieht. Ich habe mich in diesem Moment gefragt, ob ich das tatsächlich tue. Erziehe ich wirklich einen erwachsenen Menschen, der eigentlich seinen eigenen Weg geht? Jemanden der auf dem Papier erwachsen ist? Auch wenn er oder sie eine Behinderung hat?

Ich selbst bin der Meinung, ab einem gewissen Alter, richtet man erziehungstechnisch nichts mehr aus. Oder auch nicht mehr viel. Ich würde tendenziell sagen, ich mache einen Vorschlag und man probiert es aus. Wenn es nicht passt. Auch recht. Oder wie könnte ich noch sagen? Ich zeige verschiedene Möglichkeiten der Problem Bewältigung auf. Sofern das überhaupt umsetzbar ist.

Aber einen Erwachsenen Menschen erziehen? Ich weiß ja auch nicht. Ich würde das nicht so sehen. Würde es eher als Fähigkeitserweiterung sehen. Und wenn derjenige darauf keine Lust hat, dann hat dieser jemand halt einfach Pech gehabt. Meiner Meinung nach. Und wenn dieser jemand für den selben Käse zum fünfzigsten Mal einen Anschiss kassiert, muss dieser jemand einfach mit dieser Konsequenz leben. Und überlegt sich vielleicht ob er das auch ein einundfünfzigstes mal macht. Vielleicht schaltet es irgendwann doch noch den Schalter ob. Oder den Hebel. Oder so ähnlich. Wie auch immer.

In diesem Sinne. Ich wünsch euch was.

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