Zeitreise in die Vergangenheit…

Neulich hatte ich, wieder mal, ein etwas längeres Gespräch mit meiner Kollegin. Das Thema, ein alt Hut. Worüber wir schon so häufig gesprochen haben. Dachte ich eigentlich, wir wären inzwischen an dem Punkt angelangt, wo gut wäre. Aber scheinbar kommt es doch immer mal wieder hoch.

Das Thema: Die Ex-Kollegin mit der es Unstimmigkeiten gab. Ich kann sie auf gewisse Weise wirklich verstehen. Aber ich mag es ehrlich gesagt überhaupt nicht, wenn man über Leute SO spricht, die weder anwesend sind noch sich wehren können. Mal ganz zu schweigen, dass ich sie nicht kenne und ein Urteil darüber abliefern kann, weil ich nicht dazu in der Lage bin.

Mich erinnert die ganze Story immer ein wenig an mein letztes Ausbildungsjahr, wo ich ein sehr ähnliches Problem mit einer Kollegin hatte. Zu Ausbildungszwecken hatte ich, Haus intern, die Abteilung gewechselt. Um noch einen anderen Bereich kennen zu lernen, wo ein HEP eventuell unter kommen könnte.

Offen gesagt, ist das eine feine Sache. Wenn man die Möglichkeit schon vom Arbeitgeber bekommt, dort intern noch eine andere Abteilung zu sehen. Das bringt einen, Erfahrungstechnisch, wirklich weiter. Wenn man die Möglichkeit hat, würde ich das jedem HEP Azubi schwer ans Herzen legen, genau so ein Angebot anzunehmen.

Am Anfang in der neuen Abteilung dachte ich, mein Gott ist das alles super. Ist das alles prima und es klappt alles. Mein Ansprechpartner eine junge Frau, die einen nette und kompetenten Eindruck zu machen schien. Nein einigen Wochen schien sich das Blatt aber zu wenden und es verlief sich in eine Richtung und eine Situation in der ich, zeitweise, in einer Sackgasse saß, aus der ich nicht mehr heraus zu kommen schien.

Mit der Zeit häuften sich die Tage, an denen ich alleine gelassen wurde. 18 Leute auf den HEP Azubi und den Praktikanten. Wunderprächtig. Die Kolleginnen verbarrikadierten sich im Büro um wichtiges zu besprechen. Berichte zu schreiben und sich um PC Kram zu kümmern. Auf Nachfrage, was sie genau dort eigentlich tun würden, bekam ich oft die Schnippische Antwort, dass sie hier organisatorisches erledigen müssten oder Berichte für den Kostenträger angefertigt werden müssten.

Ich kam mir sehr häufig, alleingelassen vor. Mal zu schweigen davon, dass ich am Ende meiner Ausbildung auch in der Lage hätte sein müssen, einen solchen Bericht schreiben zu können. Zumal ich selbst für zwei Klienten einen solchen Bericht anfertigen sollte. Was aber, unter diesen Umständen, kaum bis gar nicht im Alltag möglich war.

Mit der Zeit häuften sich viele Dinge. Ich fühlte mich zunehmend allein gelassen. Woraufhin ich, irgendwann, dicht machte. Weder nachfragte noch irgendetwas äußerte. Zumal ich in vielen Situationen blöde Bemerkungen an den Kopf geschmissen bekam, sogar manchmal das Gefühl hatte, der Sündenbock für alles zu sein. Hatte sie schlechte Laune, lass sie am HEP-Azubi aus. Klingt nach einem sehr professionellen Plan…NICHT.

Zu dem Ganzen kam noch hinzu, dass mir zusätzliche Praxisübungen aufgebrummt wurden. Zu denen ich, außerdem, einen Bericht schreiben sollte. Zusätzlich zu dem, was ich so oder so schon für die Schule machen musste und für die Prüfungen.

Irgendwann hatte sich alles so angehäuft, dass ich immer wieder krank wurde. Öfters als üblich sogar. Kurzzeitig kam sogar ein kurzer Leistungseinbruch in der Berufsschule. Und das auch noch kurz vor den Prüfungen. Da habe ich mich wirklich riesig drüber gefreut. Man beachte hier übrigens die Ironie.

Zu dieser Zeit machten sich auch diverse sorgen breit. Würde ich, unter diesen Umständen, die Prüfung überhaupt schaffen? Oder würde ich sie zwar bestehen, aber mit hängen und würgen? Würde ich dann überhaupt einen Job bekommen?

Irgendwie habe ich mich dann doch wieder gefangen und die Kurve bekommen. Auch wenn ich nie wusste, wie meine Kollegin wieder drauf sein würde.

Kurz um, hatte ich irgendwann die Einstellung, ich zieh mein Ding durch, was sie will, weiß ich nicht und ist mir auch egal. Kurz um, gingen mir ihre Launen dezent am Allerwertesten Vorbei. Manches ignorierte ich gekonnte. Lediglich die Abschlussprüfung im Auge, begab ich mich auf die Laufbahn dort hin. Vieles erzählt ich auch einer Klassenkameradin, was mir wohl half, das ganze besser zu ignorieren.

Eigentlich hätte man das alles, was da vorgefallen ist, schon als Mobbing abstempeln können. Mobbing auf miesester Ebene. Von mir gesagtes wurde mir teilweise sogar im Mund verdreht und ließ mich als vollkommen bescheuert da stehen. Danke auch für die Blumen.

Systematisches fertig machen, ganz nach dem Motto „Ich Chef, du nix!“ Am besten fand ich, rückblickend, immer noch die Aussage, ich würde ja nie was von mir erzählen und niemanden an mich ran lassen. Naja, mir wurde grundlegend auch nie was erzählt, was ich an Infos gebraucht hätte. Warum sollte ich also, mein Privatleben offenlegen. Abgesehen davon, hätte mir meine damalige Kollegin manches auch nicht erzählt.

Letztlich muss ich nicht jeden mögen. Mal abgesehen davon, dass es immer noch meine Entscheidung ist, wem ich was von mir erzähle. Und man nicht von vornherein, vielleicht auch aus Neid, erwarten kann, dass ich ihr jedes kleinste Deteil erzähle. Was sie, auf gewisse weise, auch nichts angeht.

Letztlich habe ich aber mein Ziel, der guten Gesamtnote und des Abschlusses, erreicht. Und bin dann, auf Wanderschaft gegangen (im übertragenen Sinne) um meine Erfahrungen zu sammeln.

Natürlich gab es auch noch andere Vorfälle, wie Urlaube die man mir kürzen wollte, obwohl man wusste, dass ich auf meine Prüfung lernen muss etc. Ich weiß, um ehrlich zu sein, bis heute nicht, was damals eigentlich das Problem war.

Treffe ich sie heute irgendwo. Bei irgendwelchen Feiern oder ähnlichem, ignorieren wir uns gegenseitig. Besser gesagt tue ich in den meisten Fällen so, als würde ich sie nicht sehen geschweige denn erkennen. Weil ich keine Lust auf irgendwelche Gespräche habe. Worauf das aber hinaus läuft, weiß ich genau….“Du bist gar nicht zum hallo sagen gekommen, dass hätte ich jetzt schon von dir erwartet. Ich bin enttäuscht.“

Wie ich drauf reagiere, weiß ich nicht. Vermutlich mit einem trockenen Spruch in die Richtung, dass sie es mir bitte selbst überlassen soll, wo ich mich hinsetzte und zu wem ich hallo sage.

 

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