Wie es wirklich ist, wenn man sein Pferd zu Hause hat

Wenn ich erzähle, dass ich ein eigenes Pferd und einen Esel habe, werde ich oft mit großen Augen angeschaut. Eine der besten Fragen ist meistens, ob das dann nicht recht teuer ist, gerade mit den Stallkosten (Boxmiete). Erzähle ich dann noch, ich habe sie zu Hause, werden die Augen oft noch viel größer.

Gerne höre ich dann Dinge wie „Voll cool, da sparst du dir ja doch so einiges!“ oder „Das ist doch voll praktisch!“ Meistens habe ich aber das Gefühl, dass vielen nicht so recht bewusst ist, was es bedeutet sein Pferd nicht einzustellen.

Ich will nicht sagen, dass es blöd ist. Ich finde es auch total coo, meine zwei direkt bei mir zu haben. Ich falle um und gut ist. Es ist schön das ich einfach meine Ruhe habe. Ich finde es schön, dass ich mich nicht absrpechen muss, wann mein Pferd auf die Wiese geht, wann ich die Halle oder den Platz nutze usw. Außerdem ist mein Stall so, wie ich ihn haben möchte.

Ganz toll finde ich, dass wir einen sehr großen Paddock haben. In dieser Größe nur machbar, weil ich sie zu Hause habe und nur zwei Vierbeiner besitze. Ich kann meinen beiden also, in dieser Hinsicht, einen ziemlichen Luxus bieten.

Es ist aber nicht alles nur Friede, Freude Eierkuchen. Es gibt Punkte, die einem klar sein müssen, wenn man sich ein Pferd nach Hause holt. Die einem ganz klar bewusst sein müssen, wenn man sich das „antut“.

Kosten

Ich spare mir zwar Tatsache ein bisschen Geld, dadurch das ich sie nicht eingestellt habe. Aber ganz ohne Kosten geht es dann auch nicht.

Wenn man nicht gerade das Glück hat, genügend Grund zu haben, wo man selbst ausreichend Heu produzieren kann um sein Getier langfristig zu versorgen, kommt man nicht drum rum, dass Heu zu kaufen. Hierzu muss man dann erst einmal einen Landwirt finden, bei dem man sich langfristig einklinken kann und von diesem sein Heu bezieht.

Dazu kommen dann noch Streu, Stroh und diverse Ergänzungspülverchen, sofern man überhaupt Ergänzungsfutter zu füttert.

Damit mein Getier dann aber dem Vergnügen Gras nachgehen und sich austoben kann, haben ich noch eine Wiese gepachtet. Die natürlich auch bezahlt werden will.

Alles Kosten, die in der Regel, in der Boxmiete bereits verrechnet wurden. Die dann, je nach Größe des Stalls, vielleicht auch noch etwas geringer sind, da es durch mehrere Einsteller geteilt wird.

Arbeit

Natürlich ist das ganze auch mit Arbeit verbunden, die man nicht unterschätzen sollte. Ein Pferd haben heißt nicht nur drauf sitzen und reiten.

Darunter fällt zum Beispiel die tägliche Fütterung, die man selbst übernehmen muss. Und das zu allen Mahlzeiten die das Getier bekommt.

Mit fütter ist es aber noch nicht getan. Instandhaltungen von Paddock- und Koppelzäunen gehören genau so dazu, wie die regelmäßige Pflege der Wiese wie mähen Abäpfeln und co.

Futter und Streu organisiert sich nicht von alleine. Was heißt: Heu beim Landwirten abholen, zu Hause abladen und verstauen. Manch ein Landwirt liefert einem vielleicht das Heu oder auch das Stroh, was aber nicht unbedingt die Regel sein muss.

Späne und Stroh müssen auch regelmäßig aufgefüllt werden. Späne oder Sägemehl lassen sich am besten über diverse Zimmereien, Schreinereien oder Sägewerke organisieren. Beim Stroh sieht es da schon wieder etwas schwieriger aus. Hier muss ich regelmäßig den Vertreiber wechseln. Manch einer vertreibt Stroh längerfristig, andere verkaufen nur Restbestände. Was heißt, regelmäßiges suchen von Verkäufern in der Nähe, auf Ebay Kleinanzeigen. Inklusive der Preisvergleiche, welches Stroh gerade am Günstigsten ist.

Urlaub

Wenn es um das Thema Urlaub geht, muss natürlich gesichert sein, dass meine zwei versorgt werden. Was heißt, entweder kümmern sich meine Eltern oder eine Freundin. Wenn aber alle Stricke reißen kann ich entweder nicht weg fahren oder muss doch darauf zurückgreifen, sie in der Zeit in der ich im Urlaub bin, einzustellen.

Verzicht

Reithalle und Platz habe nicht, wegen fällt aus und is nicht. Ich bin der typische Wald und Wiesenreiter. Ich habe weder eine Halle noch einen Reitplatz. Was nicht zu letzt mit Platz und Geldmangel zusammen hängt.

Meistens habe ich mich dann aber bei dem Stall mit eingeklinkt, bei dem ich unterricht nehme. Was aber mit einer längeren Strecke hin und zurück Reiten verbunden war. Im ersten Moment klingen 5 km nach nichts. Zu Pferd dauert es dann doch etwas länger. Und altersbedingt machen wir das nicht mehr.

Habe daraufhin, mehrfach, versucht mich bei Privatställen auf den Plätzen mit einzuklinken. Natürlich gegen Bezahlung. Allerdings kam es hier, immer mal wieder, zu Problemen, dass es gar nicht so weit kam. Entweder wollten es die Betreiber nicht oder die Einstelle. Inzwischen habe ich es aufgegeben. Und habe meine Dressurarbeit aufs Gelände verlegt. Was ganz wunderbar klappt.

Kurz gesagt bedeutet das aber auch, dass man bei jedem Wetter raus muss. Bei jedem Wetter reiten gehen, bei jedem Wetter den Stall machen. Ein „heute nicht“ gibt’s da einfach nicht.

Manchmal musste ich aber auch schon aufs Reiten verzichten, da es Wettertechnisch einfach nicht ging. Weil es zu schlecht war. Was durchaus auch vorkommen kann, wenn man Pech hat.

Fazit

Ich würde es immer wieder machen, mein Pferd zu Hause zu halten. Ich habe dadurch recht viele Freiräume. Aber natürlich auch Arbeit und Aufwand. Und die Kosten habe ich auch, egal wie ich es drehe und wende.

Würde ich mir jetzt ein zweites Pferd kaufen, würde ich es, die ersten paar Jahre, dennoch einstellen wollen. In einen Stall mit Vollpension und Reithalle. Zu Ausbildugnszwecken.

Wo ich Pferdewirte im Hintergrund habe, die auch den Beritt mit übernehmen können und mich bei der Ausbildung von Pferd und Reiter begleiten. Aus Sicherheit. Und natürlich auch ein wenig aus dem Luxus heraus. Wenn wir uns, reiterlich, gefestigt haben würde ich sie aber mit zu mir nehmen und zu Hause unterbringen.

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