Arbeitswoche 16.10 – 20.10.17

Montag 16.10.17

Heute morgen, mit quitschenden Reifen, bei der Arbeit angekommen. Wegen Nebenjob, letzte Nacht, nicht sonderlich gut geschlafen. Was aber auch daran gelegen haben könnte, dass mein Außenlicht wieder Dauergebrannt hat und meine Wohnung somit beleuchtet wurde.

Kollegin heute immer noch ein Gesicht gezogen, wie sieben Tage Regenwetter. Zumindest ein guten Morgen hat sie rausbekommen. Der Wahnsinn. Kaum bei der Arbeit, schon war ich wieder entnervt, weil ich nicht wusste, was eigentlich los ist. Nachdem sie sich dann, mit einer Klientin in den Snoozle Raum verzogen hatte, hat es mich so gewurmt, dass ich Kollegin folgte und darauf ansprach, mit ihr ein Gespräch führen zu wollen.

Sie Reagierte darauf mit, dass sie das auch wolle, aber erst wenn Schülerin wieder da sei. Sofern diese am Mittwoch überhaupt wieder gesund wäre. Solange müssten wir es mit Würde tragen. Erklärte ihr, dass es so kein Zustand ist und mir seit einer Woche auffällt, dass was nicht passt. Wir ein Team sind und wenn wir nicht reden, das ganze Teamgefasel nichts bringt. Daraufhin reagierte sie nur mit einem, es wäre ja schon länger als eine Woche so.

Mich hat es dann gekonnt genervt, dass sie nicht einfach damit rausgerückt war, was los ist. Wollte sie jetzt, zu zweit, gegen mich hetzen? Das ich keine Chance mehr habe? Nach der Abteilungssitzung von Abteilungsleitung angesprochen worden ob es denn Gesprächsbedarf gäbe, irgendwie scheint was nicht zu stimmen. Meinte darauf nur, dass ich erst noch abwarten wolle und dann auf ihn zukommen würde, sofern es dann noch notwendig ist.

Kurze Zeit später, redeten Kollegin und ich ein wenig. Irgendwann platze es einfach aus mir raus. Das mir, im Moment, so viele Gedanken durch den Kopf knallen würden. Wegen der langen Fahrzeit, die ich habe und der Frage danach, wie der ganze Spaß im Winter sein würde. Das ich bereits sogar darüber überlegt hätte, mich auf eine Helferstelle zu bewerben, die näher wäre. Und ich mich im Moment frage ob ich mir da nicht etwas zu viel aufgehalst habe. Und es übertrieben habe. Ich außerdem gerade den totalen Kollar habe, bezüglich einer Mutter, bei der ich einfach nicht weiß wie ich mit ihr umgehen soll, da sie so schwierig ist. Ich keinen Plan habe.

Kollegin konnte darauf ihre Klappe nicht mehr halten. Meinte dann, genau darüber wollte sie eigentlich mit mir reden. Weil sie das Gefühl hatte, dass ich mich übernommen habe. Und mit allen Aufgaben die ich hätte, würde einfach einiges an ihr und Schülerin hängen bleiben, was wiederum ihr aufs Gemüt schlagen würde. Haben uns dann noch beidseitig ein paar Dinge gesagt die uns stören.

Kollegin legte mir noch nahe, dass ich ein paar Dinge vielleicht abgeben sollte. Da mit Abteilungsleiter sprechen sollte und sagen, dass es mir damit zu viel wird. Zumal ich ja auch noch die Schülerin zu betreuen habe. Die so auf der Strecke bleibt. Mal abgesehen davon, dass ich mit ihr ja auch diverse Dokusachen durchführen muss. Erklärte ihr aber auch meine Bedenken, dass mir klar ist, dass Schülerin das lernen muss. Ich auf der anderen Seite aber auch oft das Gefühl hatte, dass sie sauer ist, wenn sie mit der Gruppe alleine ist und wir im Büro hocken. Mit der Reaktion habe ich nicht gerechnet. Ein Schulterzucken und ein ja und, wäre dann halt so. Ich war sehr überrascht. Wirklich.

Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass aber auch Kollegin schwer unzufrieden war. Weil sie sich belastet fühlte. Mitunter weil sie so viel fahren müsse. Kaum Zeit für ihr Kind hätte und eigentlich würde ihr eine halbtagesstelle völlig ausreichen. Ich riet ihr in diesem Punkt, dass sie sich vielleicht auf die Helferstelle, die gerade Hausintern ausgeschrieben ist, bewerben könnte. Sie ist sich allerdings noch recht unschlüssig. Mal schauen was da noch bei rum kommt.

Nach diesem Gespräch war die Stimmung wieder wesentlich entspannter. Zumal wir uns wohl einfach beide Luft gemacht haben, mit all dem was uns belastet und gestört hatte. Verstehe allerdings nicht, warum man zum einen so ewig gewartet hat, bis man was gesagt hat, zum anderen warum ich für ihre Launen der Sündenbock war. Nun ja. Ist nun mal so. Ändern kann man es nicht mehr.

Nach der Arbeit nach Hause gefahren. Eher müde als motiviert. Verkrampfte Nackenmuskulatur ließ Grüßen. Sollte eigentlich noch ins Fitness. Bin mir da aber nicht ganz sicher, ob ich gehen soll. Weil ich so kaputt bin. Mir ist schon klar wo das wieder drauf raus läuft.  Nach dem Training bin ich dann wieder total aufgekratzt und brauche wieder recht lange, bis ich einschlafen kann.

Dienstag 17.10.17

Morgendliches Alltagsprogramm erledigt. So wie immer eben. Letzte Nacht, wieder, mitten in der Nacht, aufgewacht. Wegen dem Außenlicht. Hat, mal wieder, dauergebrannt. Ist ja aber nichts neues. Türe also mit einem Handtuch abgehängt.

Arbeitstag begann heute überaus prima. Busfahrer von Frau Randaletti bat um Hilfe und einen Putzkübel. Frau Randaletti hatte im Bus gebrochen. Kollegin streikte, weil sie diese Art der Körperausscheidungen nicht verträgt. Musste die Dame komplett umziehen. Verschmutzte Kleidung wird mit heim geschickt. Zum waschen.

Im Laufe des Vormittages musste Frau Randaletti noch mehrmals würgen. Und nochmal brechen. Daraufhin bei den Eltern angerufen. Diese haben sie dann abgeholt. An Essen und Co. Wäre nicht zu denken gewesen. Ganz zu schweigen von einer sinnvollen Beschäftigung.

Frau Rosenrot war heute nicht so gut drauf. Sie wirkte, allerdings bereits seit gestern, sehr bedrückt und müde. Heute musste sie dann noch weinen. Klagte über Bauchweh. Sie konnte aber nicht so recht sagen, was los ist. Wir mutmaßten das zu hause vielleicht etwas wäre. Oder etwas in der Kurzzeitpflege, wo sie im Urlaub war, vorgefallen sein könnte. Ein Anruf zu Hause. Auch die Eltern konnten kein Licht ins Dunkel bringen. Zu Hause wäre alles in bester Ordnung. Kollegin ging mit ihr dann noch spazieren und Blätter sammeln.

Vormittags hatte ich noch ein Gespräch mit Abteilungsleiter. Erklärte ihm, was ich bereits Kollegin erzählt hatte. Große Augen. Posten als Beauftragte, vorerst, auf Eis gelegt. Bei Elterngesprächen werde ich unterstützt. Bis es dann klappt und ich es mir alleine zutraue.

Nachmittags noch bei einem Arbeitskreis gewesen. An einem anderen Standort, der Einrichtung. Leider gut 30 Minuten zu früh da gewesen. In der Zeit vertan. Daraufhin noch stockvoll der Mutter von Verflossenem in die Arme gelaufen, die gerade von der Pause zurück kam. War irgendwie alles wie immer. Sie war gewohnt nett, obwohl ich und Verflossener nicht mehr so viel miteinander zu tun haben.

Im Arbeitskreis ging es dann viel um Pflegestandards und Co. Heiß Diskutiertes Thema war der Beipackzettel. Naja, dazu gab es einige verschiedene Meinungen. Kurz vor Feierabend war ich dann zurück in meiner Abteilung.

Frau Autistin war heute, sogar nach der Gabe von Bedarf, unausstehlich und laut. So meine Kollegin. Obwohl die Dosis inzwischen verdoppelt wurde. Die Mutter von Autistin war heute auch da. Allerdings war ich zu der Zeit schon unterwegs. Die Mutti scheint derzeit, recht unzufrieden sein. Hält ihr Kind für unzureichend beschäftigt. Nicht gut versorgt und nicht genügend gefördert.

Naja, irgendwann hat es sich auch mal ausgefördert. Austherapiert. Naja, Argumente für die aktuelle Lautstärke waren aktuell: Frau Autistin sei einfach langweilig. Kollegin wies nochmals auf die Situation hin, die seit Monaten so ist. Davon wollte man aber nichts wissen.

Mittwoch 18.10.17

Letzte Nacht; nun gut wohl eher heute morgen, in aller Herrgottsfrüh aufgewacht. Konnte dann, fast 30 Minuten nicht mehr schlafen. Weil mir so viele Gedanken durch den Kopf geschossen waren.

Nachdem ich nochmal eingeschlafen war, hatte ich von der Mutter von Autistin geträumt. Die mich, in einem Gespräch, total runtergeputzt hatte. Warum, weiß ich leider nicht mehr so recht.

In der Arbeit heute mein bestes gegeben. Alles lief recht gut. Vormittags ging dann das Telefon. Seit Kollegin weiß, dass ich ein Problem mit Elterngesprächen habe, ist die Standardfloskel „Telenfon! Ist für dich!“

Mutter von Autistin war dran. War der Traum eine Vorsehung? Wollte eigentlich nur durchgeben das Frau Autistin einen Facharzttermin hat. Kam aber auf viele andere Themen zu sprechen. Hauptthema, wiederholt, die aktuelle Situation mit ihrer Tochter.

Wiederholt wurden Gründe gefunden, warum es so ist, wie es nun mal im Moment ist. Neueste Begründung ist, dass es ja so schwierig sei überhaupt einen Termin beim Psychologen zu bekommen. Der Rest, alles alte Hüte. Ich kam nur kaum zu Wort. Mutter redete ohne Punkt und Komma. Fragte mich, wann sie eigentlich mal Luft holt.

Kurz mit den Kollegen darüber gesprochen. Frau Autistin war heute sehr müde. Schlief sogar einmal im sitzen ein. Vermutlich, letzte Nacht, in der WG, mit ihrer Schlafmedizin abgeschossen worden.

Frau Downsyndrom hingegen, machte einen eher aufgedrehten Eindruck. Machte mir etwas Sorgen. War mir nicht sicher was los ist. Zumal sie sich, vermehrt und auffallend viel im Intimbereich zu kratzen schien. Vielleicht ein Pilz? WG darüber informiert. Notfalls würde die WG mit ihr zum Frauenarzt gehen.

Donnerstag 19.10.17

Kollegin hatte heute erste Hilfe Kurs. Was so viel heißt, dass ich alleine war. Mit der Truppe. Es war soweit, ganz klar, machbar. Irgendwann fühlt man sich aber einfach kaputt und fertig.

Man hat keinen Ansprechpartner auf selber Ebene und das Hirn fühlt sich dann so wabbelig an. Man fühlt sich vom Kopf her so unterfordert, weil man sich nicht wirklich unterhalten kann. Gleichzeitig fühlt es sich aber auch so an, als würde der Kopf bald Platzen.

Frau Autistin war heute, sehr anstrengend. Sie war unglaublich unruhig und wanderte, beinahe ständig, in der Gegend herum. Was für mich so viel hieß wie, dass ich ständig oder sehr viel damit beschäftigt war, ihr hinterher zu rennen, damit sie nicht irgendwo hin geht wo sie nicht hin soll. Oder gar die Biege macht. Zusätzlich dazu, sorgte sie, wiederholt, für einen hohen Lärmpegel. Der mich heute ziemlich belastete.

Allgemein schienen heute aber alle nicht ganz rund zu ticken. Herr Meckersack wollte nicht so recht trinken und ließ seine Getränke mehr rauslaufen als das er geschluckt hätte. Was zur Folge hatte, dass wir zusammenschepperten, spätestens dann, als mehr als die Hälfte auf seinem Pullover gelandet war.

Frau Downsyndrom schien heute zwar motivierter zu sein etwas zu tun, schaltete aber, gekonnt auf Durchzug, wenn sie ihre verschränkten Beine auseinander nehmen sollte. Neigt Frau Downsyndrom nämlich dazu, dass ihr die Kniescheibe herausspringt, wenn sie zu viel im Schneidersitz oder mit überschlagenen Beinen da sitzt. Ich frage mich manchmal, wie das eigentlich in der WG abläuft. Aber gut…

Frau Randaletti war an und für sich gut gelaunt, schaltete aber, sobald es ums Essen ging, auf Stur und wollte nicht. Ich zwinge sie nicht dazu und wenn sie einen Tag mal nichts isst, bei uns, ist es kein Drama. Bei anderen würde ich mir da wahrscheinlich noch eher Sorgen machen, bei ihr allerdings nicht. Nachmittags wollte ich es nochmal mit ihrer Laugenstange versuchen, die sie eigentlich gerne isst. Allerdings zeigte sie mir recht schnell, mit ausleeren ihrer Brotzeitdose, was sie davon hielt. Nämlich gar nichts. Dazu lachte sie sich halb kaputt. Als sie allerdings ärger bekam, verfiel sie in übliches Wolfsgeheul und zog eine Schnute, als sie zu hören bekam, dass sie selbst schuld wäre.

Frau Rosenrot schien heute die einzige gewesen zu sein, die normal zu sein schien. Sie erledigte ihre Aufgaben ohne muh und mäh. Wollte so viel wie möglich sogar selber machen und hat es, in den meisten Fällen, sogar hinbekommen. War ganz große klasse.

Da ich heute alleine war, stand nicht viel auf dem Programm, als der übliche Tagesablauf. Hört sich krass an, ist aber so. Alleine mit 5 Leuten ist eine 1 zu 1 Betreuung schon nicht mehr ernsthaft durchzuführen. Weshalb wir Vormittags nur im Garten saßen. Mit den Kollegen.

Mit Kollegen noch ein Gespräch geführt. Über die allgemeine Situation. Leider ist diese, insgesamt, etwas angespannt und jeder scheint momentan einfach nur gestresst zu sein. Was mitunter, an den aktuellen, doch recht beengten Verhältnissen liegt. Sonderlich viele Zugänge dürfen eigentlich nicht mehr kommen. Sonst können wir, Tatsache, stapeln. Hoffen wir mal auf eine Lösung.

Kurz vor Feierabend habe ich dann noch kurz die Krise bekommen. Beim Müll entsorgen entdeckt, dass irgendwer die Wertstoffsäcke mit dem Plastikmüll in der Tonne entsorgt. Obwohl es eine extra Sammelstelle gibt, wo diese hingehören und dann abgeholt und entsorgt werden.

Zum anderen entdeckte ich, dass Kollegin aus der anderen Abteilung, die auch bei uns im Haus ist, schamlos ihre Stunden mit Rauchen aufstockt. Kurz vor Feierabend. Erinnere ich mich nur zu gut, dass Chefin bei mir bei der Einstellung sagte, dass genau dieses Verhalten nicht toleriert werde. Abteilungsleiter von rauchender Kollegin saß auch noch dabei und sie hielten plausch. Fand es nicht fair, da ich mich daran gehalten habe. Zu meist meine letzte Zigarette in der Mittagspause geraucht habe.

Scheinbar hat dieser Bereich irgendwie einen Freifahrtschein. Von wem auch immer. Rauchen kurz vor Feierabend und Stunden scheffeln. Selbiges spiel auch in der Früh. Erst stempeln, dann rauchen. Ich mache es umgekehrt. Erst rauchen dann stempeln. Irgendwie ist das nicht fair. Überlege ob ich auch mal das Kollegenschwein raushängen lassen, und es melden soll.

Freitag 20.10.17

Heute war es ein recht entspannter und auch amüsanter Tag. Vormittags waren wir noch schnell einkaufen, mit ein paar unserer Klienten. Kollegin und ich hatten es recht amüsant.

Als wir zurück kamen, stand ein gemeinsames Frühstück, mit den anderen Gruppen an. Eine Gruppe wollte aber zum Frühstücken weg gehen, weshalb sich unsere Runde etwas verkleinerte. Was aber auch recht nett war. Muss ich offen zugeben.

Eigentlich gibt es für heute kaum etwas zu berichten, da heute irgendwie alles normal lief. Frau Autistin war relativ entspannt und ruhig. Der Rest war so oder so guter Dinge. Mama von Herrn Brummbär kam heute noch vorbei, um dessen Rolli wieder zu uns zu bringen. Da nächste Woche die Gruppe wieder komplett ist und Herr Brummbär wieder aus dem Urlaub zurück ist.

Chefin war heute noch kurz da. Hat sich erkundigt ob alles in Ordnung ist. Und ein schönes Wochenende gewünscht. Kurzes Gespräch noch gehabt mit ihr. Sie fragte nochmal nach, ob es für mich, mit der Fahrerei immer noch okay sei. Denn fahre ich, pro Strecke einfach 30 Minuten. Äußerte meine Bedenken, wegen dem Winter, dass mir die Straßenverhältnisse, die kommen könnten, etwas sorge bereiten würden. Allerdings beruhigte mich Chefin, da dies wohl selten der Fall ist, dass nicht gut geräumt wäre.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s