Ich hasse es!

Es gibt Dinge, die ich nicht besonders leiden kann. Mich aber doch, so irgendwie, damit auseinandersetzten muss. Ob ich will oder auch nicht. Weil es dazu gehört oder einfach gemacht gehört. Rein aus Prinzip.

Dazu Zählt beispielsweise Satteldecken und diverse Abschwitzdecken (von beidem habe ich übrigens viel zu viel. Ob das vielleicht so eine Begleiterscheinung für Pferdebesitzer ist? Könnte sein) waschen. Gehört dazu. Muss gemacht werden. Irgendwann sind die Dinger ja auch mal dreckig, verschwitzt oder wirklich geradezu muffig. Gerade dann wenn sie vor Dreck und Schweiß fast alleine stehen können, ist es an der Zeit, sie zu waschen. Irgendwann ist, naja, einfach nicht mehr schön.

Mögen tu ich die Wascherei trotzdem nicht. Finde es geradezu lästig. Eine lästige Begleiterscheinung des doch so tollen Hobbys. Ist der Begleiterscheinung „teuer“ doch sehr ähnlich. Könnten beinahe Geschwister sein.

Zu erst bekomme ich, für gewöhnlich, einen Rappel. Das geht so nicht. Da muss was passieren. Sämtliche Decken sind eingesaut und die Sommerdecken müssen eingewintert werden. Schmeiße darauf alles in eine Kiste, die ich dann verzweifelt versuche in mein Auto zu stopfen. Daraufhin rege ich mich auf, dass meine Rückbank schon wieder aussieht wie ein Schweinestall.

Zu Hause klamüsere ich alles auseinander um dann festzustellen, dass ich vergessen habe die Decken zu enthaaren. Was übrigens noch lästiger ist, als das Waschen an sich. So Haarig kommen die mir aber nicht in die Maschine. Höre mich dabei schon fast an wie meine Mama. Die mit erhobenem Zeigefinger vor mir steht.

In der Wohnung will ich die Haare aber genau so wenig haben. Zumindest nicht in diesen Massen. Pferdeliebe hin oder her, manches muss dann aber doch nicht sein. Wirklich.

Packe mir also den Staubsauger und funktioniere diesen, prompt, zum Haarsauger um. Funktioniert wunderprächtig. Man muss nur den richtigen Aufsatz drauf packen und los geht’s. Bei den Schabracken ist da ja auch noch alles super. Bei den Abschwitzdecken wird es dann schon heikler. Läuft man Gefahr, diese nämlich einzusaugen, wenn man sie nicht fixiert. Also drauf stehen, mit den Füßen am Boden fixieren und Quadratzentimeter für Quadratzentimeter absaugen. Ich sollte mein Deckensammelsurium reduzieren. Eindeutig.

Enthaart geht es dann endlich ans Waschen. Allerdings brauchen so Satteldecken, gerade Schabracken, ganz schön Platz in der Maschine. Von den Abschwitzdecken fange ich erst gar nicht an. Zumal das ganze schon mal viel komplizierter ist. Schabracken werden einfach in die Maschine gestopft. Klappe zu und gut. Abschwitzdecken, mit ihren drölf Verschlüssen, sind da ziemlich eigen. Verschlüsse klappern während dem Waschgang lautstark in der Trommel herum. Schlagen vor Wut gegen die Glasklappe und führen sich auf wie Rotz am Stecken. Und zu bleiben sie schon gar nicht erst. Also die Verschlüsse. Und dann wollen die Decken auch noch einzeln gewaschen werden, weil sich sonst die Verschlüsse zu sehr in die Wolle bekommen.

Dazu fängt dann auch noch die Waschmaschine an zu Meckern, sollte man doch auf die Idee kommen, mehr als eine Abschwitzdecke auf einmal zu waschen. Wegen akuter Überbelastung. Und meldet sich kurze Zeit später mit Burn-Out zurück.

Sonderwünsche werden dann auch noch von Seiten der Decken gemeldet. Nicht heißer als 30 C. Zu stark schleudern bitte auch nicht, sonst würde ihnen nämlich schlecht. Und bitte nur Feinwaschmittel benutzen, auf das „normale“ würde man nämlich allergisch reagieren.

Nach einigen Schichtwechseln bei der Waschmaschine beginnt der Wäscheständer, bedenklich, in die Knie zu gehen. In seinem Übermut fordert dieser, laut schreiend und mit den Füßen fuchtelnd, nach Verstärkung und mehr Personal zur Unterstützung. Was ihm gewährt wird. Aber anstatt dankbar zu sein, wird heiter drauf los gelästert.

Die Maschine schnauft und ist schweißgebadet, nach dem sie ihre Arbeit vollendet hat. Fordert ächzend nach einem reinigenden Durchlauf auf 95 C, damit sie sich entspannen kann. Außerdem würde ihr nächster Kunde, die Alltagswäsche, sich eine neue Maschine suchen, wenn sie so haarig und dreckig bliebe. Kundenabsprünge könne sie sich jedoch nicht leisten, sie bräuchte nämlich die Durchläufe um ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können.

In die Forderungen stimmt sogleich die Wäscheständerfraktion mit ein. Warum man die ganzen Decken nicht dem Trockner in Auftrag geben würde. Der täte sich ja so viel leichter. Worauf die Decken wiederholen betonen, dass Hitze nichts für sie sei, da würden sie so schrumpelig werden. Sie wollen noch eine Weile etwas von ihrem Aussehen haben.  Was sie, angeblich, ein Schweinegeld gekostet hat. Wohl eher mich.

Wind vertrügen die Decken dann auch nicht, schon gar keinen warmen. Außerdem verlange der Trockner horrende Preise, für seine schon fast Rüpelhafte Vorgehensweise. Der Wind wäre sehr viel einfühlsamer und auch noch günstiger. Sofern er natürlich gute Laune hätte und nicht die ganze Zeit am heulen ist. Der Wind wäre manchmal nämlich ziemlich sentimental, wenn nicht sogar eiskalt.

Wie man sieht, eine ganz tolle Freizeitbeschäftigung. Eignet sich übrigens wunderbar für verregnete Tage an denen einem  nichts besseres einfällt. Oder für Tage an denen man zu viel Zeit hat.

Das Leben ist kein Ponyhof.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s