Vom Uhu und dem Studienstart

Semesterstart. Das Thema, „Back to University“. Da hätte ich mich mal mit dem mitmachen beeilen sollen. Denn die Blogparade ist eigentlich schon rum. Aber, ich schreib trotzdem was dazu.

Denn, sind wir mal ehrlich, Ratgeber hinsichtlich des Studentenlebens gibt’s ja nicht gerade viele. Vielleicht habe ich auch falsch gesucht. Gewünscht hätte ich mir da aber schon so manch einen nützlichen Hinweis. Ein Grund, warum ich wohl diese Blogparade die, von Wibke, ins Leben gerufen wurde, so toll fand.

Prima! Könnte durchaus was sein. Und natürlich bilde ich mir ein, dass ich mitmachen will. Und werde, schonungslos, meinen Senf dazu abgeben.

Ohne Abi, pech gehabt!

Haste kein Abi, haste Pech gehabt und gehst nach der Schule ne Ausbildung machen. Danach rödelst du dir in genau diesem Job nen Wolf, maximal noch ne weitere Ausbildung kannste machen. Studium, so ganz ohne Abi, tja. Hätteste mal mehr gelernt! Dann könntest du jetzt studieren!

Und wie es aber der Verlauf der Zeit und die Entwicklung so will, kannste das inzwischen eben wohl! Es muss halt Berufsgebunden sein. Aber scheiß aufs Abi, und geh trotzdem studieren!

2015, Ausbildung beendet, Studium, kann mich mal!

Wir schreiben nun das Jahr 2015. Ich habe meine Ausbildung im Sack und denke nicht mal ansatzweise daran noch mit dem Studieren anzufangen. Was dazu führte, dass ich drei Jahre in meinem Job arbeitete.

Irgendwann, eines schönen Tages im Frühjahr, regte sich da aber was. Es regte sich sowas wie…..ich möchte doch noch studiren. Der Hep reicht mir dann doch nicht so ganz. Was dazu führte, dass ich mich doch auf einen Studienplatz beworben und ihn auch bekommen habe.

Ganz ohne Abi. Ganz mit beruflicher Qualifikation.

Der Chaot studiert

Semesterstart. Erste Vorlesung, Einführungsveranstaltung. Ich komme zu spät. Erst keinen Parkplatz gefunden, dann im FH Irrgarten verlaufen. Randbemerkung des Dozenten „Zeitmanagement!“ Alles klar…danke auch.

Einführungstechnisch wurde so viel erzählt. Am ersten Tag manches nicht verstanden. Musste mich im nachhinein durchfragen. Aber zum Glück gibt es ja Leute die das alles schon wissen.

Zweite Vorlesung. Anderes Gebäude, anderer Hörsaal. Ins richtige Gebäude zwar rein…aber die falsche abzweigung genommen. Musste mich durchfragen. War verwirrt. Fand aber trotzdem den Hörsaal.

Gewünscht hätte ich mir….

  • Einen Plan der FH, in dem die Hörsäle eingezeichnet gewesen wären, nicht nur die Gebäude.
  • Parkplatzinfo

6 Wochen später….

Mittlerweile studiere ich seit 6 Wochen. Mittlerweile habe ich mich schon eingewöhnt. Habe so einiges herausgefunden.

Ich habe herausgefunden…..

  • Das Semesterticket ist gleichzeitig mein Studentenausweis

 

  • Mit dem Semesterticket kann ich kostenlos Busfahren

 

  • Zugfahren ist vergünstigt

 

  • Mit meinem Studentenausweis zahle ich in der Mensa, davor muss ich an den Servicepunkten Geld aufladen

 

  • Mein Studentenausweis ist gleichzeitig auch mein Bibausweis, welchen ich vorher freischalten muss

 

  • Bücher kann ich mir auch schon online, via FH Portal vormerken lassen

 

  • Manche Vorlesungen kann man sich schenken. Anwesenheit nur zu den Referaten wirklich notwendig.

 

  • In anderen Modulen ist man besser anwesend, sonst kommt man nicht mehr mit

 

  • Moodle ist ein praktischer Zeitgenosse. Findet man dort alle Skripte

 

  • Skripte sollte man sich grundsätzlich vor der Vorlesung ausdrucken, damit man effektiv, ohne verwirrung, seine Randnotizen machen kann.

 

  • Randnotizen sind manchmal, zum besseren Verständnis, ziemlich förderlich.

 

  • Manche Dozenten haben die Angewohnheit, die Skripte, zu selten dämlichen Uhrzeiten, am vorabend hochzuladen

 

  • Manche Dozente vergessen, dass sie es mit einem Studiengang und nicht mehr mit einem haufen Pubertärer 16-Jähriger zu tun haben. Sind regelrecht beleidigt wenn man unvorbereitet auftaucht, oder die Vorlesung frühzeitig verlässt oder verspätet beiwohnt

Was mir noch schwer fällt…

  • Bei den Modulen durchzusteigen, teilen sich manchmal zwei Dozenten ein Modul

 

  • Manchmal heißen die Module auch recht ähnlich

 

  • Module die ähnlich heißen werden teilweise von ein und dem selben Dozenten gehalten. Das verwirrt mich.

 

  • Prüfungsmäßig bin ich manchmal etwas verwirrt. In manchen Fächern gibt es nur Referate, in anderen nur Studienarbeiten oder ein Portfolio, ganz wo anders muss dann eine schriftliche Prüfung abgelegt werden, die wiederum aus Fragen von zwei Dozenten besteht.

Zusammengefasst

Zusammengefasst würde ich klar sagen, war die Entscheidung, doch noch studieren, definitiv nicht falsch. Es war eine gute entscheidung. Und rein Geldmäßig, darf man im sozialen Bereich sowieso nicht glauben, dass es ein Studium so massiv reißt.

Hier gilt eher die Tatsache neues zu lernen. Und andere Möglichkeiten zu haben. Zumindest in meinem Fall. Wie es aus sicht eines Abiturienten ist, kann ich nicht beantworten.

Wie hat es eine Dozentin so nett gesagt „Wegen dem Gehalt dürfen sie soziae Arbeit nicht studieren. Wenn sie aufs Geld aus sind, muss ich Sie leider enttäuschen, denn dann sind Sie in diesem Studiengang, definitiv, falsch.“ 

Womit sie allerdings total ins schwarze getroffen hat. Ich glaube nämlich vielen, die gerade frisch von der Schule kommen, ist gar nicht so richtig bewusst, was es heißt im sozialen Bereich zu arbeiten. Für viele erscheint zu beginn zu gelten, Studium = die Fette Kohle. In der sozialen Arbeit der größte Irrglaube überhaupt.

Mal davon abgesehen, dass manch einer wohl besser daran getan hätte, bevor er sich für den Studiengang soziale Arbeit entschieden hätte, ein Vorpraktikum zu machen. Denn manch einer ist dort so fehl am Platz wie eine Kuh auf der Autobahn.

Was mir ausserdem klar wurde….

Dadurch, dass ich bereits im Berufsleben Fuß gefasst hatte. Monatlich einen ganz passablen Lohn auf meinem Konto einfalttern sah, von dem man zwar nicht reich wird, aber ganz gut leben kann. Ich mir somit einen gewissen Lebensstandart aufgebaut hatte.

Für jemanden, der bereits im Berufsleben stand, bedeutet die Entscheidung Studium, dass man sich zurücknehmen muss. Auf vieles verzichten und von einem gewissen Luxus runter kommen muss. Ob man will oder nicht.

Ich entschied mich für den Weg, neben dem Studium noch auf 60 % weiter zu arbeiten. Um damit meinen Lebensunterhalt, ohne Staatliche Hilfen, bestreiten kann. Was wiederum bedeutet, dass ich einen gewissen Spagat zwischen Studium und Schichtarbeit an den Tag legen muss.

In den letzten 6 Wochen wurde mir bereits bewusst, was das für mich bedeutet. Eine Doppelbelastung, die einen doch ganz schön ackern lässt. Es ist nicht unmöglich. Meiner Meinung nach ist es auch machbar. Solang man nicht vor hat eine Familie  zu gründe oder das vielleicht sogar schon getan hat.

Es wäre ja nciht so, als hätten mir Außenstehende oft genug gesagt, dass es anstrengend wird. Es andere auch nicht geschafft hätten. Allerdings bin ich nicht die anderen. Mit dem Kopf durch die Wand sozusagen. Letztlich muss jeder für sich selbst herausfinden, ob er es auf diesem Weg schafft oder nicht. Die einen tuns. Die anderen nicht. Versuchen kann man es auf jeden Fall. Ändern kann mans im Nachhinein auch noch.

Manchmal wünsche ich mir, ich hätte doch Bafög beantragt. Wenn ich mir dann aber wieder Gedanken darüber mache, was ich mir damit an Schulden anhäufe, bin ich wiederum froh darüber, Bafög nicht beantragt zu haben. Auch wenn ich damit ein wesentlich entspannteres Leben gehabt hätte.

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