Studienarbeit, habe fertig!

Fertig! Vertextet, formatiert, gekürzt, unterschrieben, abgegeben! Jetzt kann ja nix mehr schief gehen! Hoffentlich. Studienarbeit somit abehackt und Zeit für anderes. Anderes im Sinne von anderer Prüfungsvorbereitung.

Erstes Semester und erste Facharbeit. Entschuldigung, Studienarbeit. Thema: Betriebliches Eingliederungsmanagement von Mitarbeitern mit psychischen Störungen. Geiles Thema. Und interessant. Aber letztlich doch gar nicht so leicht zusamen zu fassen. Und manchmal nicht ganz leicht zu verstehen.

Aus jetziger Sicht, wo sie fertig ist, würde ich wohl behaupten, dass es doch gar nicht soooooo schwer war. Rückblickend hat mich der Krams dann doch einiges an Nerven gekostet. Schon mal ne Studienarbeit geschrieben?

Nein? Mit kaum einer Ahnung von der Sache selbst, haufenweise Richtlinien und Vorgaben die du einhalten sollst und musst? Herzlichen Glückwunsch! Da wirste anfänglich erst mal wahnsinnig und verlierst vielleicht sogar kurzzeitig die Nerven.

Thema suchen, dass auf einem Oberthema beruht, dass schon zugeteilt ist. Themenwahl somit eingeschränkt. Prima.  Bei bestimmten Themen ne ziemliche Fummelarbeit, da mal auf den richtigen Nenner zu kommen, der dann auch noch was mit deinem Studiengang zu tun hat. Fußball wäre da wohl die völlige Themaverfehlung gewesen.

Thema gefunden? Glückwunsch! Jetzt mach den wissenschaftlichen Dreisatz draus und daraus eine Fragestellung. Wenn dir das ganze dann, von netten Mitstudenten, noch gefühlt 5 mal falsch erklärt wird, weil du krank warst, als genau DAS in der Vorlesung behandelt wurde, na dann mal Prost und auf Wiedersehen,  die Verwirrung wäre somit komplett.

Fragestellung? Iwo! Du musst das genau nach dem Dreisatz machen! Aber ich brauche die Fragestellung! Ja der Dreisatz ist die Frage. Wenn ich das aber genau so mache, dann ist das aber eine Aussage und keine Fragestellung mehr und ich brauche die Frage, Himmel! Spätestens hier hörst du die Grillen zirpen und irgendwer hat, genau in diesem Moment, keine Ahnung von dem was er gerade versucht hat zu erklären oder weiß nicht so recht wer auf was hinaus wollte. Toll. So kann man doch nicht arbeiten.

Warum ich die Bücher habe? Och die brauch ich für die Studienarbeit. Bisschen Fachliteratur schadet nie. Wir dürfen aber keine Fachliteratur verwenden! Wir dürfen nur die Studie für die Arbeit benutzen!  Jetzt erzähl mir hier keinen Mumpitz! Wenn ich nur nach der Studie gehe, bekomme ich nicht mal ansatzweise eine konkrete Definition von BEM zusammen.

Wir dürfen aber nur die Studie benutzen! Und woher hole ich mir dann bitte Basiswissen? Das zieh ich mir ja nicht aus der Nase oder erfinde das gerade mal schnell neu! Aber die Studie! Und du erklärst dann dem Dozenten, warum ich in meiner Studienarbeit keine Definition habe? (Hier bitte Grillengezirpe einfügen!)

Gliederung brauchen wir nicht! Natürlich brauchst du eine Gliederung oder schreibst du deinen Text einfach mal eben durch? Hat dann ja noch viel mit Übersichtlich und gut zu lesen zu tun. Ja also ein Inhaltsverzeichnis hab ich schon, aber das ist doch keine Gliederung! Was solls dann sonst sein? Ne eierlegende Wollmilchsau vielleicht?

Nach dem fünften Anlauf, drölf Beispielen und gefühlt 50 Seiten Skript, habe auch ich irgendwann den dreh raus und es lief. Einfach so. Es ist geflutscht. Letztlich ist dann die gesamte Studie im Hauptteil zusammengefasst, ne Einleitung mit Definition, Fragestellung und Relevanz haste auch zusammenbekommen. Und der Schluss klingt auch ganz gut.

Wie lang muss die Studienarbeit nochmal sein? Ach nicht so lang, und was heißt das jetzt konkret? Konkret heißt das: Titelblatt, Inhaltsverzeichniss, 1-3-1, Tabellenverzeichnis (sofern Tabellen oder Grafiken in der Arbeit beinhaltet sind), Langbeleg, Eidesstattliche Erklärung.

1-3-1? Ja klingt doch logisch! 1 Seite Einleitung, 3 Seiten Hauptteil, 1 Seite Schluss. Einfach, wenn man Word hat. Kompliziert, wenn man über die Wordpad Version schreibt. Seitenanzahl? Ausverkauft, voraussichtlicher Liefertermien? Nicht bekannt.

PC von Papa aufsuchen. Über Word öffnen, weiter machen. Hauptteil, zu lang. Toll. Kürzen ist ja jetzt auch so einfach. Vorallem weil das doch irgendwie alles dazu gehört und wichtig ist.

Da sind aber keine Eindeutigen Zahlen vorhanden, raus. Ah, dass habe ich schon in der Einleitung ausführlich erklärt, kann raus. Da ist noch was, was irgendwie unwichtig ist, weils nur drum rum gebrabbel ist. Raus, nur Zahlen und Fakten! Hier noch ein Absatz raus, dass noch ein bisschen nach oben und die Schriftgröße noch richtig einstellen. Geht doch!

Herzlichen Glückwunsch! Nach all dem Drama und der Verwirrung, doch noch geschafft und nicht dran verzweifelt, auch wenn ich zwischendurch kurz davor gewesen wäre.

Lochen, Tackern und in eine Folie stecken. Abgeben. Mappe ist nicht erwünscht, wäre für den Professor ein zusätzlicher Popelaufwand, weil das ganze später ins Archiv geht. Als hätte ich bei der ganzen Sache keinen Aufwand gehabt.

Nun heißt es die Korrektur abwarten und danach in die Einsicht gehen um zu wissen, was falsch war und was nicht. Wird sich wohl im Januar zeigen 😉

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