Postmoderne soziale Arbeit Part 2

2. Theorie der postmodernen sozialen Arbeit

2.1. Heiko Klever

Heiko Klever gilt für die postmoderne als einer der Hauptvertreter. Heiko Klever ist 1969 geboren und studierte später soziale Arbeit.

1998 hielt er seine Promotion mit der Arbeit „Postmoderne soz. Arbeit. Ambivalenzreflexion als Konzept sozialarbtswissenschaftlicher Heuristik“

Ab 2002 ist Klever Professor für Theorie und Geschichte sozialer Arbeit an der Alice Salomon Fachhochschule in Berlin. Außerdem, seit 2005, Professor für soziologische und soziopsychologische Grundlagen und Fachwisenschaften sozialer Arbeit mit dem Fachbereich sozialwesen an der FH Potsdam.

2.2. Kurzdefintion

Heiko Klever geht von der Frage aus, welche real-historischen Bedingungen dazu geführt haben, dass soziale Arbeit zu der Profession geworden ist, die wir heute beobachten können.

2.3. Postmoderne vs. Moderne

Moderne: Geht von einer klaren Identität, Eindeutigkeit und feststellbaren Grenzen aus. So wie von der Beseitigung von Unklarheiten und ist um Überwindung von Ambivalenz bemüht.

Postmoderne: Geht von einem Gemüts und/oder Geisteszustand aus der Ambivalenz akzeptiert und kreativ nutzt, wofür auch Klever plädiert.

2.4. Kernaussage der Theorie

Die postmoderne soziale Arbeit verfolgt den Ansatz der Wiedereingliederung, auch Reinklusion genannt. Demnach tut der Sozialarbeiter nicht nur das ein oder andere, sondern alles sowohl als auch. Die Tätigkeit ist somit nicht nur einer Kategorie zuzuordnen.

Die soziale Arbeit knüpft auf verschiedenen Ebenen an (Familie, Individuum, Gruppe) und hat des weiteren auch psychisch-individuelle, soziale und biologische Systeme im Blick und bezieht diese mit ein. Das Spezielle an der sozialen Arbeit ist also, dass der Mensch als eine Einheit bzw. aus doppelt generalistischer Perspektive gesehen wird, was einer Differenzierung, die von der Modernen gewollt ist, zuwiderläuft. Eine Spezialisierung wäre somit eine Entspezialisierung.

Soziale Arbeit greift Probleme auf die in verschiedenen Funktionssystemen produziert und ausgelagert werden. Die soziale Arbeit versucht also, mit der Bearbeitung der Problem mit Einbezug aller Einflussnehmenden Faktoren, den Ausschluss aus anderen Systemen zu verhindern.

Eine Spezialisierung hingegen ist bei der Bearbeitung von Problemen sehr rational, aber nicht in der Lage, Probleme aufgrund von Wechselwirkungen adäquat zu lösen. Soziale Arbeit betrachtet den Menschen als ganzes und Behandelt Probleme anhand verschiedener Perspektiven, die eingenommen werden. Andere Professionen Exkludieren wenn eine spezialisiert Zuordnung nicht möglich ist bzw. inkludieren erst gar nicht.

Eine Differenzierung und Spezialisierung der sozialen Arbeit, wie des von der Wissenschaft verlangt wird, ist im Grunde nicht möglich. Da Theorie und Praxis, so Klever, unterschiedlichen Systemen angehören, die sich in der Organisation, Handlung und Kommunikation wesentlich unterscheiden.

Die Ambivalente Zwischenstellung erschwert außerdem schwer zwischen Disziplin und Profession zu unterscheiden.
Um eine Disziplingrenzen sprengende „Einheit des Menschen“ (Alise Salomon) in den Fokus zu rücken, eignet sich, als Instrument für die soziale Arbeit, die Systemtheorie am besten.

Die Systemtheorie erlaubt eine heterogene aber zusammenhängende Ebene des Menschlichen, also Organismus, Psyche und soziale Systemen mit homogenen Begriffen zu beschreiben und bietet somit also ein Instrument um verschiedenartiges tranzdisziplinär zu vergleichen und verbindbar darzustellen und in der Lage ist dies zu Systematisieren.

(Quelle: Zeitgenössische Theorien der sozialen Arbeit, Hammerschmidt, 2017) )

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