Vom Erstiende und vergeigten Prüfungen

Die Prüfungen wären somit dann also durch. Tadaaaa! Geschafft und erledigt. Erstes Semester wäre somit durch und beendet. Auf ein Neues, im zweiten Semester! Mal davon abgesehen, habe ich eine Prüfung gründlich vergeigt. Aber da ging es nicht nur mir so. Vermutlicherweise werden noch ein paar mehr genau diese Prüfung nochmal schreiben dürfen. Wo ist die Bierdusche!?!?

Eigentlich bin ich da nicht wirklich heiß drauf, eine Prüfung zu vergeigen und nochmal schreiben zu müssen. Beschränkt sich das ja dann nicht nur auf diese eine Prüfung im neuen Semester, da kommen ja dann noch die vom laufenden dazu. Heißt ich muss eine Prüfung mehr schreiben, als ich eigentlich gemusst hätte, hätte ich diese eine Prüfung nicht vergeigt.

Aber was passiert ist, ist passiert. Zugegebenermaßen war die Prüfung auch ziemlich, naja wie soll ich sagen, hinterlistig wenn nicht sogar ziemlich Arschig. Man stelle sich vor, man hat da ein Modul welches sich so in die Richtung Methoden für die Praxis bewegt. Um, wie sagt man doch gleich? Einen Einblick in verschiedene Praktische dingsis zu haben, um das dann wiederum in die Arbeit mit aufnehmen zu können, wenn man wollte.

Damit man mal gesehen hat, was es noch so gibt und was man machen kann. Wenn man wollte. Bei sowas gehe ich im Grunde davon aus, sind wir doch mal ehrlich, dass es sich dabei um Teilbereiche handelt die a) für meinen späteren beruflichen Werdegang relevant sind b) dazu vielleicht auch der Praxisbezug da ist bzw. das auf den beruflichen Zweig angepasst ist und man was damit anfangen kann.

Wer das nun dacht, der hat sich wunderschön verlaufen. Herzlichen Glühstrumpf zu einer absolut danebenliegenden Interpretation. Dafür erhalten Sie die Schleife für merkwürdige Gedankengänge. Tada. Bitte aufs Podest steigen, wir möchten noch ein Foto für den Campusjäger machen. Und die Sektduschen, mit dem Billigsprudel aus dem Supermarkt um die Ecke bitte nicht vergessen!

Um Sport und Bewegung gings in diesem Semester. An und für sich ja eigentlich ganz gut, gerade in DEM Studiengang. Das kann man da schon mal brauchen. Eigentlich hatte ich mir da eher sowas vorgestellt wie, wie kann ich bestimmte Personengruppen motivieren sich zu bewegen. Woher rühren manche Probleme und was kann ich machen. Wie geht das und warum?

Was kann ich konkret tun, wenn ich also vor einem massiv adipösen 15 Jährigen stehe, der schwer pubertär ist und keinen Bock auf nichts hat. Naja, da kannst dir im Grunde ein bisschen was zusammenreimen, wenn du nicht ganz auf den Kopf gefallen bist und ein bisschen deinen gesunden Menschenverstand benutzt und irgendwie, nur im Ansatz, was mit Sport anfangen kanns. Naja, selbst wenn du nicht so viel mit Sport am Hut hast, bekommst da sogar auch noch was zustande.

Weiter ginge es für mich dann im Grunde in die Richtung, was ist wenn bestimmte Erkrankungen vorliegen. Was kann und darf ich demjenigen Überhaupt zumuten. In welche Richtung muss ich denken und arbeiten, damit ich den wieder auf den Dampfer bekomme. Und ab wann muss ich eingreifen und denjenigen in seiner Motivation oder sogar Selbstüberschätzung bremsen, damit er sich nicht selber k.o. schlägt.

Natürlich, im Grunde könnte man jetzt sagen „He das ist aber der Auftrag des Physiotherapeuten und Studierten Sportirgendwaslers und nicht deiner“ Ja, ist ja schön und recht. Aber dennoch wäre es gut zu wissen, was da in die Richtung, grob, eigentlich Sache ist. Überzogen gesagt kann ich ja keinen Herzkranken Menschen mit Sehnenschaden 10 km im Extremleistungsbereich auf dem Laufband rennen lassen. Und übermorgen schicke ich dann einen 70 Jährigen Rentner auf einen 5000der Berg. Guter Plan!

Du sitzt dann also vor deinen Unterlagen, die du für die Prüfung lernen sollst. Statistiken über Statistiken, Theorien zu Wissenschaftlichen Forschungen und dazu noch drölfzig Studien und Kampanien, die Modelle die man Theoretisch benutzen könnte natürlich nicht zu vergessen. Die Masse des Stoffs erschlägt dich, lernen musst du es trotzdem alles, eine Themeneingrenzung gibt es nicht wegen is nicht und fällt aus. Mut zur Lücke? Naja wird interessant.

Die Frage aller Fragen: Wozu brauch ich den ganzen Kram eigentlich? Studiere ich hier jetzt Sportwissenschaften oder was?!?! Und wie zum Henker soll ich genau das jetzt in meiner Arbeit mal umsetzten? Setz ich mich dann hin und fange folgendermaßen an…

Herr B., laut der Definition der WHO ist ihr BMI über dem Normwert. Demnach sind Sie stark adipös und werden irgendwann an Leberverfettung und Herzversagen krippieren. Und laut der wissenschaftlichen Forschung müssen Sie jetzt Sport machen und sich bewegen. Ganz zu schweigen von einer Ernährungsumstellung! Wie sie das machen? Ja das kann ich Ihnen jetzt auch nicht sagen, probieren Sie es doch mal nach dem Modell von Hansi Grünschnabel.

Ansonsten müssen sie da dann schon jemand anders Fragen oder das Ganze im Internet nachschauen. Aber laut der Forschung! Da steht Sie sind adipös und laut Forschung müssen Sie was tun. Und laut Statistiken sind Sie zu Fett!

Was Sie für Sport machen sollen? Das kann ich Ihnen jetzt leider auch nicht sagen, da müsste ich jetzt erst mal im PC nachsehen. Bei der Umstrukturierung Ihres Alltages bin ich Ihnen leider auch keine Hilfe, das müssen Sie dann grad selber machen.

Die Ernährung? Ja essen Sie halt Gesund! Das ist doch nicht so schwer! Ansonsten gehens halt zum Ernährungsberater, der kann Ihnen da bestimmt weiter helfen. Eine Entgiftung tät ihnen da bestimmt auch mal ganz gut, hab ich im Internet gelesen. Und wenn sie grad dabei sind, könnens gerade auch noch die Studien dazu lesen. Da gibt’s bestimmt ganz viele dazu.

Und wenn wir gerade dabei sind, die Studien! Die Studien und Statistiken! Die sagen doch schon genug aus! Aber wie Sie es machen sollen, kann ich Ihnen gerade echt nicht sagen. Da müssen s schon jemanden fragen, der sich damit auskennt. Aber die Studien! Das ist wissenschaftlich belegt!

Entsprechend vorbereitet, in der Hoffnung auf Alltagswissen zurückgreifen zu können, sitzt du dann irgendwann in der Prüfung, liest die Fragen durch und denkst dir Shit, dass hab ich jetzt wohl mal ordentlich verkackt, bei etwa 60 % der Fragen kann ich nicht antworten. Geil! Soll ich jetzt was hin schreiben? Oder geb ich die Prüfung einfach leer ab? Naja, schreib mal was hin….vielleicht reichts ja doch. Aber wahrscheinlich isses falsch. Hä und was will er jetzt? Davon hab ich ja noch nie was gehört! Mist. Hatten wir das überhaupt in der Vorlesung? Nee, dass wüsste ich. Willkür! Reine Willkür! Danke fürs Gespräch. Ich gebs auf.

Hoffen wir mal, dass die Prüfung mir nicht das Genick brechen wird. Sonst ist das echt übel. Da hab ich ja wirklich keine Lust drauf, wegen dieser einen, so selten dämlichen Prüfung, mein Studium an den Nagel hängen zu müssen. Vielleicht sollte ich meine Lerntaktik ändern? Naja, bei den anderen Prüfungen hats aber immer gepasst. Da wusste ich was gewollt war. Da wusste ich was ich schreiben muss und wie ich es umsetzten soll.

Also lag es wohl doch an der Prüfung selber und nicht unbedingt an mir. Kann ja nur schlimmer werden 😉

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