Prüfungsphase

Die Prüfungen sind durch. Die Prüfungsphase somit beendet. Jetzt heißt es eigentlich zurücklehnen und chillen. Naja. Schön für diejenigen die das können. Schön  für diejenigen die BAföG beantragt haben, es Tatsache auch bekommen  und sich jetzt erst mal 6 Wochen zurücklehnen und chillen,  wie es der neumoderne Jungstudent sagen würde.

Chillen ist aber nicht für jeden. Gerade dann nicht wenn du nebenher noch berufstätig bist. Und das nicht nur im Sinne von ich verdiene mir n bisschen Taschengeld dazu, damit ich mir das Saufgelage leisten kann. Und die neue Kolli von Zarah im Schlussverkauf. Da haste von 6 Wochen, wenn du Glück hast, gerade mal 3 Wochen wirklich Urlaub, den du auch als Urlaub bezeichnen kannst. So irgendwie. Aber ehrlich, normal kann ja jeder.

Naja, klingt nach viel? Beschweren kann ich mich jetzt nicht gerade. Habe ich diesen Freiraum meiner reduzierten Arbeitszeit zu verdanken. Und den Überstunden. Und dem Resturlaub der bis März weg musste. Währe beinahe eine Überlegung wert, auf dieser Arbeitszeit zu verweilen. Vielleicht tät es ja sogar reichen. Mal schauen. Muss ich mal drüber nachdenken.

Und wenn wir gerade beim Thema Arbeit sind. Ich muss mich Rückblickend, nach wie vor, über bestimmte Aussagen amüsieren und schmunzeln. Entsinne ich mich nämlich noch recht gut, von einigen Seiten tatsächlich belächelt worden zu sein.

Das erste Semester sollten Sie am besten ganz aufhören zu arbeiten. Laut Erfahrungen schaffen das nämlich die wenigsten. Vielleicht kann Sie ja jemand im Verwandtenkreis finanziell unterstützen. (Jo klar, Omma, kannste mich vielleicht die nächsten 6 Monate von deiner Rente mit finanzieren? Wie wärs?)

Ach 60 %, dass schaffst du doch nie. Da gehst du doch irgendwann mal am Stock. Das kann so einfach nicht funktionieren! Und wenn die Prüfungen erst mal kommen. Tja, da wickelt es dich dann so richtig. Die schaffst du dann bestimmt nicht. Eigentlich könntest du dir dein Studium dann doch direkt schenken.

Jetzt sind die Prüfungen durch. Irgendwie hab ich es doch ganz gut hinbekommen den Stoff zu lernen, der Verlangt wurde. Die Prüfungen habe ich gefühlsmäßig alle geschafft, bis auf die eine doofe Prüfung. Aber passiert. DAs passiert den besten und das passiert sogar denjenigen, die NUR studieren.

Kurzum bin ich eigentlich, in die meisten Prüfungen, relativ locker rein gegangen. Naja, Situationsabhängig entspannt. Davor war es meistens der blanke Wahnsinn, spätestens als ich aber die Fragen vor mir hatte und wusste was zu tun war, war es wieder gut mit dem Dramalama Modus.

Das Zeitlimit in den Prüfungen ist oft ziemlich knapp bemessen und sehr straff. Gebe ich offen gestanden zu. Aber wenn der Stoff sitzt, klappt es meistens ganz gut. Und wenn du dann noch kurz und prägnant antworten kannst. Alles super. Viel heißt nicht immer gleich viel. Geht auch kurz. Muss im kurz nur alles drin stehen was gefragt ist. Fertig.

Phasenweise hatte ich dann tatsächlich auch mal ein bisschen Zeit so zu guggen, wie die anderen so auf ihre Prüfung reagieren, wenn ich nicht gerade völlig auf die Beantwortung meiner Fragen fixiert war. Es ist faszinierend in wie vielen Gesichtern du das blanke Entsetzten und blanke Panik erkennen kannst.

Vor der Prüfung noch völlig ausgelassen und entspannt. Damit prahlend wie gut man den Stoff kann weil man ja so konsequent war. Du selbst bekommst in diesem Moment einfach nur noch mehr Panik, weil du dich fragst, was du denn jetzt schon wieder vergessen hast zu lernen und ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre frühe mit der lernerei anzufangen. Und nicht erst zwei Tage vorher.

Und in der Prüfung siehst du dieses regelrechte Gesichtskino. Gesichtsfarben die schneller wechseln wie eine Ampel im Stadtverkehr. Hin und wieder  hörst du es links oder rechts von dir leise fluchen. Ein leises Kacke hier, ein gemurmeltes Scheibe dort.

Und du sitzt vor deinen Fragen und freust dich und fragst dich gleichzeitig was denn alle haben. Weil du es kannst. Feierst im Grunde die ganze Prüfung, weil du den Großteil weißt. Klatscht eine Antwort nach der anderen Runter und bist nach 60 Minuten fertig. Also noch 30 Minuten Zeit so zu tun als würde man zum 100 mal die Prüfung durchlesen ob doch ja alles so passt, um aber tatsächlich den panischen Rest um dich zu beobachten.

Und wenn du dich dann, nach der Prüfung, umhörst stellst du fest, dass einige deiner Mitstudenten auch nicht viel mehr Zeit investiert haben um den Stoff zu lernen. Auch nicht schon Wochen vorher angefangen zu lernen. Und im selben Moment fragst du dich dann, warum es alle schon Wochen vorher so wichtig mit dem gelerne hatten.

Um dich rum ein Haufen Mitstudenten, die nicht berufstätig sind und nur wenig gelernt hatten. Vereinzelt sogar vereinzelt die Aussage gefallen war, dass manches nicht so gut lief,  von denen ich eigentlich dachte, das es alles sitzen wird. Alles wie am Schnürchen läuft und die mindestens ne zwei bei raus kommt.

Aber scheinbar ist das eine Fehlerhafte Vermutung gewesen. Was tun die dann den ganzen Tag? Und warum tun die dann immer so wichtig mit dem Gelerne? Ich kapiers nicht. Wird ich wohl auch nie.

Fazit: Es funktioniert sehr wohl Vollzeit zu Studieren und 60 % zu arbeiten. Wesentlich schlechter als die anderen ist man nicht gerade. Und wesentlich mehr oder weniger für die Prüfungen lernt man auch nicht gerade. Und wenn jemand was anderes behaupten möge, der möge sich bitte meine Prüfungsnoten ansehen. Punkt. Thema beendet.

 

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2 Gedanken zu “Prüfungsphase

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