Schülerleben

Ich sitze mit meinem Kaffee in der Hand im Hof, ziehe an meiner Zigarette und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Langsam aber sicher scheint es auf den Frühling zu zugehen. Hoffentlich. Bedenkt man, dass es bis vor ein paar Tagen noch richtig scheußlich war und sogar nochmal geschneit hat.

Lange dauert es hoffentlich aber nicht mehr, bis die ersten Knospen sprießen. Hier und da sieht man schon Krokusse und Schneeglöckchen aus dem Boden schießen. Teilweise kann man schon im Pulli draußen sitzen. Nachts wird es oft aber nochmal sehr kalt.

Ich starre den Kiesweg entlang. Denke über dies und jenes nach. Denke an meine Schulzeit zurück. Denke daran zurück, wie schön und unbeschwert diese Zeit eigentlich war. Sind wir doch mal ehrlich. Man muss zwar lernen und Leistungen erbringen, aber irgendwie ist das leben als Schüler doch recht entspannt. Du hast verhältnismäßig viel frei. Musst dir keine Sorgen um Geld machen. Und bist viel unterwegs.

Wenn ich an meine Zeit an der Mittelschule zurückdenke, denke ich mit einem lächeln zurück. Die beste Entscheidung die ich hätte treffen können. Ein super Klassenlehrer und Unterricht der spaß machte. Auch die Klassenkameraden waren super. Zumal unsere Klasse, glaube ich, gerade mal 18 Schüler zählte. Eine recht kleine Klasse, aber so ließ es sich recht gut lernen und miteinander aushalten.

Ich erinnere mich gerne daran zurück. Daran, wie lustig wir es hatten. Daran wie gut der Stoff vermittelt wurde. An die Cafeteria, mit einer liebenswerten Hausmeisterin, die was von einer fürsorglichen Omi hatte. Sich immer gekümmert hat und schaute das jeder versorgt war.

Erinnere mich gerne an die Ferien, in denen wir nachts um die Häuser zogen. In lauen Nächten an einem Bach saßen und uns unterhalten haben. Eine Bierflasche in der linken und eine Zigarette in der rechten. An Seen saßen und den Sonnenbrand im Genick mit nach Hause brachten, weil wir wieder nicht auf Mutti hören wollten, die uns warnte und mehrmals mahnte die Sonnenmilch zu benutzen.

An Kaffeekränzchen im Stammkaffee, mit der besten Schulfreundin, zu der ich den besten Draht hatte. Wir verstanden uns. Kratzen das letzte Kleingeld zusammen, fuhren mit dem Bus in die Stadt und kauften uns vom letzten Rest einen Latte. Bevorzugt auf der Terrasse, da konnte man rauchen. Und andere Leute beobachten. Wir haben uns nie über sie lustig gemacht. Aber doch drüber gesprochen.

Dann folgen irgendwann die Prüfungen. Du sitzt in einem riesen Raum. Alles ist still und du hörst nur die Stifte Kratzen. Manch einer schwitzt in der Prüfung. Ich in Mathe. Dann geht alles Schlag auf schlag. Die Noten werden rausgegeben, du kannst, wenn du willst in die Nachprüfung gehen, irgendwann folgte eine Wahnsinns Abschlussfahrt nach Italien und darauf dann die Abschlussfeier. Es folgen 8 Wochen nichts tun.

Dann macht es klatsch und deine Freiheit hat ein ende. Du landest im Arbeitsleben. Mit friede Freude Eierkuchen ist wohl jetzt endgültig Schluss. Anfangs denkst du dir vielleicht noch, na endlich ist die Lernerei vorbei. Endlich verdiene ich mein eigenes Geld. Jetzt kann das Leben anfangen. Naja, von dem Lehrlingsgehalt wohl eher nicht.

Mittlerweile, geschlagene 9 Jahre später, weiß ich, dass man sein eigenes Geld schneller wieder los wird, wie einem das eigentlich oft sogar nicht in den Kram passt. Zahlen bitte! Freizeit? Urlaub? Meine Freizeit bin ich wohl schneller losgeworden wie mir lieb war. Geld hatte ich zwar, aber nicht viel. Das Lehrlingsgehalt reichte nicht mal für eine eigene Wohnung. Toll. Und Urlaub? Nur bedingt drin. Wie willst du das auch von so einem kleinen Gehalt bezahlen?

Später bekommst du zwar ein nettes Gehalt, reich wirst du davon aber nicht. Außerdem hast du in den meisten Fällen eine 38 bis 40 Stundenwoche. Was heißt, du verbringst mehr Zeit damit, in einem Büro zu sitzen, als mit etwas anderem. Der Alltägliche Irrsinn hat dich schnell im Griff und von Freizeit kann man nicht mehr sprechen, wenn du abends um 20 Uhr so platt bis, dass du nur noch ins Bett fällst und einschläfst.

Spätestens dann, wäre ich gerne wieder der unbeschwerte Schüler, der ein entspanntes Leben zu führen scheint. Über die vielen Hausaufgaben meckert, die Schulaufgaben blöd findet und sich auf die Ferien freut. Mit dem Hinblick darauf endlich fertig zu sein, nicht mehr lernen zu müssen und arbeiten gehen zu können. Wobei ich dann, womöglich, nicht gleich ins Arbeitsleben gehopst wäre. Sondern gleich das Abi machen täte um an die UNI zu gehen. Und wenn ich dann fertig wäre mit Studieren, dann würde ich mir irgendwas überlegen.

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Ein Gedanke zu “Schülerleben

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