Wann sind wir mal zufrieden?

Das Wetter ist nicht gerade sehr berauschend. Eigentlich dachte ich, es würde jetzt langsam Frühling werden, aber der Frühling lässt sich wohl noch ein bisschen Zeit. Oder hat einen Deal mit dem Herbst und Winter, sich aktuell erst mal abzuwechseln, bis sie sich einig sind.

Scrolle mich durch das Internet. Etwas besseres fällt mir bei dem Wetter gerade auch nicht ein. Stoße auf eine Statistik in der es um die Zufriedenheit der Länder geht. Deutschhland ist irgendwo auf Platz 20 oder noch weiter unten. Wundere mich aber nicht wirklich darüber.

Beobachtet man mal die Leut, reicht es im Grunde schon, sich in diverse FB Gruppen zu verirren, wird man schnell feststellen, warum das so ist. Da braucht man sich nicht mehr wundern. Würde man eine Strichliste darüber führen, wer am meisten meckert oder schwarz sieht, wären wir wohl ziemlich weit oben.

Ganz gravierend ist mir das gemotze, bei meiner Buchung für den diesjährigen Urlaub aufgefallen. Muss mich hier aber selber ein bisschen an der Nase packen, denn ein Grund, warum ich die Booking zur Unterkunftsbuchung nutze, ist der, dass dort Bewertungen zu den Unterkünften zu finden sind. Und ich neugierig bin, wie andere die Unterkunft empfunden haben.

Was vermutlich, auch einen nicht ganz unwesentlichen Einfluss darauf hat, ob ich die Unterkunft buche oder eben nicht. Wobei man dazu sagen muss, dass viele Bewertungen einfach völlig oberflächlich und lullaputsch sind, die nicht automatisch zum Ausschluss führen. Aber ein gewisses Gefühl des Fremdschämens verursachen.

Liest man sich die Bewertungen mal ein bisschen durch, fragt man sich wirklich, ob man es uns eigentlich jemals recht machen kann? Es wird eigentlich zu einer positiven Bewertung angesetzt, läuft dann allerdings in ein ABER über.

Das Hotel ist ganz nett, so wie die Betreiber. Allerdings war das Frühstück zu mager ausgestattet.

Schöne Zimmer und nettes Personal. ABER es hat das Gemüse und das Obst beim Frühstück gefehlt.

Wir haben ein Appartment gebucht. Das war viel zu dunkel. Daraufhin wurden uns zwei Zimmer angeboten. Der Balkon war aber viel zu klein und zum raussitzen ungeeignet.

Das Zimmer war schön. Vom Balkon aus hatte man aber nur Häuserwände vor sich und es war total schattig!

Die Zimmer waren sehr sauber. Im verlauf der Woche ließ der Zimmersevice allerdings nach. Und wir haben nicht mal jeden Tag neue Handtücher bekommen!

Weiter geht es dann mit den Betten die zu weich sind, das Wetter das zu heiß oder zu nass war. Bis hin zum Kaffee zu starken Kaffe und nicht selber gemachtem Toastbort. Hässlichen Einkaufsläden, die optisch nicht ansprechend waren. (naja ich finde Aldi jetzt opitsch auch nicht gerade ansprechend, gehe aber trotzdem dort einkaufen).

Nicht zu vergessen, die Parkplätze die viel zu eng waren und das WLan das zu langsam war wenn es überhaupt funktioniert hat. Bei der WLan Geschichte konnt ich nur die Augen verdrehen. Natürlich ist WLan praktisch. Aber sind wir doch mal ehrlich, brauche ich das im Urlaub wirklich? Ernsthaft, muss ich mehrere 100 Km fahren und mehrere Liter Sprit in die Luft blasen um dann nichts anderes zu tun, als vor meinem PC oder dem Handy zu sitzen? Da kann man doch gleich daheim bleiben.

Natürlich ist es praktisch, um sich vielleicht Infos zu Aktivitäten zu holen, was ich aber grundlegend auch schon im Voraus, von zu Hause machen kann, wenn ich meinen Urlaub schon am planen bin. Aber irgendwie ist die Erwartung an ein funktionierendes Wlan sehr hoch. Von Planung will man erst mal nichts wissen und fährt einfach mal drauf los. Ohne überhaupt eine Ahnung zu haben, was ich mir anschauen kann. Oder eben auch nicht.

Beim Einkaufen oder auch im Caffee wird dann selbstverständlich erwartet, dass deutsch gesprochen wird. Gerade am Gardasee kann man genau dieses Fenomen sehr oft beobachten. Sich die Landesprache anzueignen, wäre viel zu anstrengend. Das können dann auch die anderen machen.

Ist die Sprachliche Thematik nicht abgedeck und auf der Karte nur „Einheimische“ Gerichte zu finden, statt Schnitzel mit Pommes, ist Polen auch schon offen, dass Handy wird gezückt, die Bewertung geschrieben und der Kellner zur Schnecke gemacht.

Frage ich mich in so einer Situation dann, warum fahre ich überhaupt weg? Warum fahre ich in ein Land mit einer anderen Sprache, wenn ich nicht bereit bin, die Landessprache zu lernen? Warum fahre ich ins Ausland, wenn ich erwarte dort auch Schnitzel mit Pommes zu bekommen? Ganz ehrlich? Kann man da nicht auch einfach daheim bleiben?

Gebe ich offen gestanden zu, mein Italienisch ist nicht das beste, wenn man das überhaupt als „können“ bezeichnen kann. Allerdings erwarte ich nicht, dass der Kellner mit mir dann auf deutsch weiter plauscht und greife meist auf Englisch zurück.

Ich kann doch aber nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass mein italienisches Gegenüber der deutschen Sprache mächtig ist. Nofalls muss es eben mit Händen und Füßen funktionieren. Ich gelobe Besserung. Für den Italienischkurs an der Uni bin ich bereits eingeschrieben, ob ich da dieses Jahr allerdings rein rutsche, ist die andere Frage.

Aber warum sind wir nur oft so unzufrieden? Nur am motzen, nur am mecker. Kann man nicht einfach mal froh über das sein, was man hat? Andere Länder schaffen das doch auch. Warum dann wir nicht? Muss das wirklich sein, dass man das Gemotze so weit treibt, dass sich andere anfangen fremdzuschämen und man von keiner Menschenseele gemocht wird, gerade weil man so viel meckert?

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