Eigentlich will ich das gar nicht

Da sitze ich also wieder und scrolle mich durch haufenweise Blogs. Bis ich auf einen Beitrag gerate, der übers Reise berichtet, auf Ironisch. Ironisch find ich toll und wenn es auch noch gut geschrieben ist, dann ist alles super.

Überfliege kurz ein paar der Kommentare und muss ab und zu, über den ein oder andern recht spießigen Kommentar den Kopf schütteln. Mit konstrukiv hat das nicht mehr viel gemeinsam. Und man wird das Gefühl nicht los, vereinzelt wurde die Ironie, die hinter dem Beitrag steckt, nicht ganz verstanden. Obwohl ausdrücklichst noch auf die Ironie ingewiesen wurde. Aber lassen wir mal so stehen.

Bei einem Kommentar blieb ich dann aber hängen. Auf der einen Seite wirkte er erst ein wenig spießig, dann realistisch bis sogar gut. Sogar so gut, dass er mich zum Nachdenken gebracht hat.

Gebe ich zu, dass ich manchmal darüber Sinniere, wie toll das doch sein muss, immer irgendwo zu sein wos schön ist. Aus seinem Alltagsdilemma herausgebrochen zu sein und sein Leben komplettie tutto umgekrempelt hat. Neben bei noch ein wenig „umranand“ blogg. Es scheint ein ausgeklügelter und äußerst schöner Plan zu sein.

Dann kommt jedoch das große ABER. So schön das alles klingen mag. So toll ich das auch finde und ich vielleicht auch etwas wehmütig denke „Warum kann ich nicht auch so gut schreiben“. Das Aber drängelt sich immer stärker auf.

Bis ich letztlich zu der Einsicht komme: Eigentlich will ich das gar nicht. Eigentlich will ich gar nicht ständig irgendwo rumfahren. Eigentlich will ich nicht ständig überall sein. Eigentlich will ich gar nicht ständig auf Reisen sein.

Aber was will ich dann? Urlaub machen und dann wieder nach Hause kommen. Mir für einen bestimmten Zeitraum von einer bis zu ein paar Wochen, irgendwas anschauen. Und dann wieder Heim fahren und mich auf die nächste Reise freuen. Ich will einen festen Ort haben, der mein daheim ist. Ich will meinen festen Freundeskreis behalten. Und auf dem Sofa lümmen und dabei Amazon Prime Streamen, während ich mir Tiefkühlpizza in den Mund schiebe und mit Popcorn herumkrümele.

Dazu kommt, dass es bestimmte Länder gibt, die mich einfach nicht interessieren. Ich absolut kein Bedürfniss habe, diese Länder zu sehen. Und für die Länder, die ich bereisen möchte, dürfte es mit meinen Urlaubstagen und den Überstunden hinhauen. So rein rechnerisch.

Vielleicht reicht es mir auch, einfach nur an den Gardasee zu fahren und dort meine Seele baumeln zu lassen, während ich mir den geliebten Schinken inklusive Melone zwischen die Zähne schiebe und den See regelrecht anstarre.

Mal davon abgesehen, habe ich ja schon für die nächsten Jahre vorausgeplant wo ich hin fahre. Da wäre zum einen dieses Jahr der Gardasee, 2020 Spanien zum Reiturlaub, 2022 Kultur- und Stranurlaub in Griechenland (bin mir nur noch nicht ganz schlüssig wo genau) und 2023 eine dreiwöchige Tour durch Italien. Und eigentlich stellt mich das, aktuell, ziemlich zufrieden.

Und ich stelle wieder fest, ich bin eigentlich auch nicht besser als die anderen. Ich jammer nämlich beinahe genau so viel rum wie der Rest der Welt wohl auch.

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