Und dann sitzt du da…

Und da sitze ich da. Prügle verzweifelt den Stoff in mein Hirn. Obwohl mein Kopf mir inzwischen den Dienst gekündigt hat. Und dann macht es dich. Es macht zu. Der Riegel schiebt sich vor und es geht gar nichts mehr.

Kopfschmerzen machen sich breit. Der Kopf fühlt sich an als würde er plötzlich explodieren. Okay. Gut. Alles klar. So wie es aussieht, sehe ich mich dieses Semester nicht in der Lage, diese Prüfung zu schreiben. Ich schiebe sie. Hat alles so gerade keinen Sinn.

Und dann, dann macht es einen Schlag. Und wie vom Blitz getroffen überfällt mich die Erkenntnis, obwohl ich eigentlich schon beinahe im Sitzen einschlafe. Die Erkenntnis darüber, mich zu fragen was ich da eigentlich genau veranstalte.

Was tu ich da eigentlich? Was hat mich da geritten, zu meinen ich müsse noch studieren?

Wem genau will ich damit eigentlich was beweisen? Und dann bin ich das erste mal wirklich ehrlich zu mir. Mir selber will ich da gar nichts beweisen. Und um meiner selbst Willen tue ich das gerade auch nicht.

Ich möchte weder in einer Behörde arbeiten, noch eine Leitung im Behördenbereich annehmen. Die Geregelten Arbeitszeiten finde ich, aktuell, eigentlich auch ziemlich ätzend und habe keine Lust drauf.

Ich erinnere mich dann an die Aussage meines Kollegen „…Konzentrier dich auf das, was du gut kannst.“ Und die Erkenntnis klatscht mir erneut ins Gesicht. Ich kann gut HEP sein. Und wenn ich ehrlich bin, gefällt mir mein dasein als HEP und will mit meinen Behinderten weiter arbeiten. Genau so wie ich es die letzten Jahre getan habe.

Und der Auslöser? Das waren viele. Aber definitiv nicht die wirkliche, eigene und innere Überzeugung das Studium wirklich machen zu wollen. So viele in meinem Umfeld haben Studiert. Fast die ganze Familie ist ein Studierter haufen.

Zum Zeitpunkt meiner Studienbewerbung war ich auch noch der Meinung in einer Sackgasse zu sitzen und das nur, weil ich von einem Kerl massiv vor den Kopf gestoßen wurde. Was das jetzt genau mit einer Beruflichen Sackgasse zu tun hat, weiß ich auch nicht. Hatte ich einfach das Bedürfniss etwas ändern zu müssen. Ob da nicht vielleicht einfach auch ein neuer Haarschnitt, ein Pircing oder ein Tattoo gereicht hätte? Möglich wäre es.

Entscheidung des Tages: Nachdem mir klar wurde, dass ich das nicht um meinet Willen tue, werde ich es bleiben lassen. Es macht so einfach keinen Sinn. Keinen Sinn mich durch irgendwas durchzuquälen, wovon ich nicht wirklich überzeugt bin. Es mag vielleicht eine Fehlentscheidung gewesen sein.

Aber Fehler gehören zum Leben dazu. Und man kann es auch einfach als Erfahrung sehen. Ich weiß jetzt, was ich eigentlich an meinem Beruf schon habe. Ich weiß dass ich nicht der Typ fürs studieren bin. Und somit ist es eigentlich schon kein Fehler mehr sondern eher eine Erfahrung.

Ich mach jetzt einfach das was ich gut kann. HEP sein und mich um meine Bewohner kümmern.

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6 Gedanken zu “Und dann sitzt du da…

  1. und da melde ich mich gleich wieder mal, ich hoffe, dass es passt… – ich hatte vor einigen Jahren kurz vor der Prüfung zu einer Ausbildung (Erzieherin) eine Diagnose, die mich flugs ins Krankenhaus brachte. Nie werde ich die unglaubliche Erleichterung vergessen, die mich befiel: keine Prüfung. Juchhu…- Meine zuvor erlernte (und von mir geliebte) Tätigkeit hatte den Nachteil, dass es nur wenig Arbeitsangebote für diese gab. Die unfreiwillige Auszeit war (zum Glück) ein wahrer Segen – und ich bekam zu meiner Verwunderung eine Stelle in meinem ursprünglichen Tätigkeitsbereich.
    Es hat jede/r ihren/ seinen eigenen Weg. mit dem Herzen gehen, heißt es ja (wenn’s nur nicht immer so schwer wär). – Wenn der Körper sich wehrt, ist es ein Zeichen, dass da was nicht stimmen kann.

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    • Ich finde es schön, dass du immer so tolle Kommentare verfasst. Die bauen einen direkt auf. 🙂

      Ja da ist wohl was wahres dran, dass man auf sein Herz hören soll. Oder wie ich gerne sage, auf das Bauchhirn. Denn mein Bauchhirn hat in den meisten Fällen recht. Und das Bauchhirn erzählt mir gerade, dass ich mir keinen Zwang antun soll und das es eben nicht der Richtige Weg war. Der Richtige Weg eigentlich das ist, was ich eigentlich schon tue. Und ja es stimmt, es ist dann doch oft schwer einen Punkt zu setzten. Man wird von zweifeln befallen wie „Jetzt hab ich das doch schon angefangen.“ oder „Was sagen da bloß die anderen dann dazu wenn….“ aber eigentlich ist es totaler Blödsinn auf das zu hören was die anderen Denken. Denn letztlich ist es ja das Leben eines jeden Einzelnen und man muss den Weg selber gehen.

      Und ja, da gebe ich dir durchaus auch recht. Wenn der Körper bestimmte Anzeichen gibt, dann stimmt was nicht. Und genau das war mittlerweile der Fall. Wer weiß was noch alles zustande gekommen wäre, wenn dann nicht doch die Entscheidung gefolgt wäre.

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  2. Ich hatte während des Studiums auch eine Phase, in der ich alles am liebsten hingeschmissen hätte und fast auch getan hätte. Ich hab’s durchgezogen und bin froh drum. Sollte es bei dir allerdings nicht nur eine Phase sein, sondern es geht um eine Grundsatzentscheidung… hm, schwierig. Auf jeden Fall muss es gut überlegt sein, schließlich hast du wohl schon einiges in das Studium investiert.
    LG Kerstin

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    • Ja, es könnte durchaus eine Grundsatzdiskussion mit mir selbst sein, die ich da gerade führe. Und gerade so ziemlich alles auseinander nehme, was ich auseinander nehmen kann. Aber zu einer effektiven Lösung bin ich noch nicht gekommen.
      Und um so mehr man drüber nachdenkt, desto verworrener wird es.
      Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, habe ich eigentlich tatsächlich schon unterbewusst eine Entscheidung getroffen.
      Naja was heißt einiges Investiert. 2 Semester eben. Im sinne von stunden die ich gelernt habe, arbeiten um meinen Unterhalt zu bestreiten und ein nicht vorhandenes Privatleben. 🙂

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      • Wenn du sicher sein kannst, dass du es später nicht bereust, dann ist ein Abbruch vielleicht tatsächlich die richtige Konsequenz. Egal was andere darüber denken. Du siehst das schon richtig, es ist dein Leben, du musst tun, was dich glücklich macht!
        LG Kerstin

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