Paralleluniversum

Endlich ist es geschafft und der, meiner Meinung nach, wohlverdiente Urlaub hat angefangen. Endlich etwas Zeit für mich und Zeit zum Durchatmen und Gedanken sortieren. Hoffe ich zumindest.

Wurde aber auch Zeit. Die letzten Wochen waren anstrengend genug. Möglicherweise hätte es mir am Ende noch den Vogel rausgehauen. Obwohl ich alle Bewohner, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, wirklich gerne habe, irgendwann brauchst du abstand.

Irgendwann kannst du dir einfach nicht mehr zum 100tsten mal die Story vom Pferd anhören. Irgendwann kannst du manche Tonlagen nicht mehr ertragen. Irgendwann mag auch das Gestell nicht mehr. Irgendwann gehen dir immer mehr Sachen durch die Lappen, weil du sie vergisst.

Irgendwann brauchts du einfach abstand. Irgendwann brauchst du Pause. Um dann, nach der Pause, wieder normal und zuverlässig weiter machen zu können. Ansonsten funktionierst du nur noch und arbeitest nur noch deinen Plan ab. Und früher oder später spickt es dir dann den Vogel raus.

Noch habe ich nicht richtig realisiert, dass ich eigentlich gerade Urlaub habe. Und komme mir vor als würde ich in einem Paralleluniversum herumschweben. Rein Gedanklich natürlich. In solchen Momenten würde ich gerne den kleinen grünen Knopf drücken und das Paralleluniversum ausschalten wollen. Aber ich habe den Knopf noch nicht gefunden. Oder der ist Kaputt.

Das Paralleluniversum will sich nicht abschalten lassen. Es zeigt mir Bilder vom Verflossenen. Negative Emotionen kommen auf. Ich werde Sauer. Dann switscht das Universum um. Bilder vom Einjahresdate rattern an mir vorbei. Für einen kurzen Moment ist alles einfach nur noch leer. Nach der Leere, folgt Wut. Schon wieder. Und ich würde gerne irgendwas hauen.

Bei einem kurzen Blick auf das Handydisplay, zeigt mir das Paralleluniversum das Kumpeldate. Worauf sich eine ganz anderes Gefühl breit macht. Ich glaube fast, es fühlt sich an wie traurig sein, gekreuzt mit ein bisschen Vermissen.

Und dann frage ich mich:

Kann man eigentlich von Gott, der Welt, dem Universum und dem Schicksal gleichzeitig gehasst und nicht gemocht werden?

 

 

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