Auf und davon?

Merkwürdig ist das manchmal schon. Es gibt Tage, gerade im Herbst, an denen ich gerne meine Sachen packen, in den Flieger steigen und die Kurve kratzen würde. Irgendwo hin wo es warm ist. Und schön und so. Gleichzeitig bin ich fasziniert darüber, dass manche Leute das wirklich machen.

Einfach mal so. Einfach alles kündigen was sie hier haben. Die Wohnung auflösen. Das Hab und Gut auf das Nötigste reduzieren und in einen Koffer stopfen. Vielleicht noch irgendwo so eine Art Garage Mieten, in der sie noch so viele Sachen bunkern, dass es gerade so ausreicht, um bei der Rückkehr eine 40 qm Wohnung mit dem Wichtigsten ausstatten zu können.

Sich dann in den Flieger setzten. Nochmal winken und dann die nächsten Monate einfach mal auf und davon sind. Möchte ich nicht sagen, dass ich diese Leute beneide oder eifersüchtig wäre. Finde ich das ganze einfach überaus faszinierend. Irgendwie auch spannend.

Auf genau dieses Thema bin ich neulich wieder gekommen, als ich meine Spülmaschine eingeräumt habe. Die Vorbesitzerin dieses wirklich tollen Gerätes, hat sich dazu entschieden, einfach mal ein halbes Jahr nach Indien zu gehen. Hat die Wohnung, Arbeit, Versicherung und Co. gekündigt. Diverse Einrichtungsgegenstände verkauft. Den Rest bei der Verwandtschaft gebunkert.

Bestenfalls macht man dann noch auf Digitalnomade und hat da dann, mit etwas Glück, den Dreh raus und spricht damit viele Leute an.

Wenn ich dann aber ehrlich zu mir selbst bin, finde ich das ganze zwar spannend, muss aber für mich feststellen, dass ist einfach nichts für mich. Ganz ehrlich? Ich reise zwar gerne, fahre auch gerne einfach mal weg. Auf und davon und im Wahrsten sinne des Wortes über alle Berge. Komme dann aber auch gerne wieder nach Hause.

Fängt es alles schon damit an, dass mich manche Länder gar nicht reizen. Angefangen von Thailand, wo sowieso jeder zweite Deutsche hin abdampft, um dort eine 4 Wöchige Rucksackreise zu machen. Oder drei Wochen Inselhüpfenderweise durch die Gegend guckt.

Indien ist jetzt auch nicht gerade das was ich sehen möchte. Und mit ausschließlich Strandurlaub in Ägypten oder in der Türkei kann ich genau so wenig anfangen.

Genau so wenig möchte ich hier alles aufgeben. Zumal mir meine Wohnung echt gut gefällt und inzwischen einiges an Geld in Möbel und Ausstattung geflossen ist, damit die Wohnung so ist wie sie ist.

Der Job läuft auch viel zu gut, um diesen einfach an den Nagel zu hängen. Mal abgesehen davon, habe ich irgendwie ein Problem damit, meinen gerade erst ergatterten Festvertrag über Bord zu werfen.

Weiter geht es oft schon damit, dass es mich, meist nach etwas zwei bis drei Wochen Abwesenheit, irgendwie wieder nach Hause zieht. Alles was über diese Zeit drüber hinaus geht, ist mir beinahe schon wieder zu lange. Daheim ist es halt doch immer noch am schönsten. Wobei zu Hause immer da ist, wo das Herz ist.

Für meinen Teil muss ich aber, wenn ich näher darüber nach denke, immer wieder feststellen, dass ich dafür einfach nicht gemacht bin. Ich das auch einfach nicht möchte. Und es doch lieber dabei belasse, ein bis zweimal im Jahr für zwei bis drei Wochen, über das Jahr verteilt, weg fahre. Und mir einfach das anschaue, was ich auch wirklich sehen will.

 

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