Die Sache mit der Selbstständigkeit

Für mich war früher irgendwie immer klar, dass ich irgendwo in einem gesicherten Arbeitsverhältnis stehen würde. So völlig Typisch und Normal eben. Mit Arbeitsvertrag und jeden Monat wird mir ein sicheres Gehalt auf das Konto überwiesen von dem ich meinen Lebensunterhalt bezahle.

Irgendwann im letzten Jahr landete ich dann an dem Punkt, an dem ich ein Kleingewerbe angemeldet habe. Überwiegend zwar auf die Fotografie bezogen, dennoch beinhaltet das ganze auch direkt den dazugehörigen Blog hier. Sicher ist sicher. Und so kann einem schon keiner mehr an den Fuß pinkeln.

Denn sobald du Geld mit etwas verdienst, beziehungsweise reicht es sogar aus, dass du es könntest auch wenn du es nicht tust, bist du im Grunde dazu verpflichtet dein Gewerbe zu melden. Worauf, für gewöhnlich, das Finanzamt mit der Aufforderung kommt, einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, auszufüllen.

Alles in allem ließ ich das dann, nach der Anmeldung und der Finanzamtsache,  einfach erst mal so stehen ohne groß weiter darüber nachzudenken, wie es später überhaupt weitergehen soll. Inzwischen bin ich aber an dem Punkt angekommen, an dem ich so einiges in Frage stelle. Wenn nicht sogar so ziemlich alles.

Kennt ihr das? Wenn euch einfach alles nervt und auf den Zeiger geht? Und man sich regelmäßig fragt, was und warum man das da gerade eigentlich tut? Wieso man sich manche Sachen aufhalst oder auftut? Und man zu guter Letzt die Frage Stell, warum mach ich das eigentlich noch?

Mittlerweile bin ich auf folgenden Schluss gekommen, warum ich mich nicht hinter mein Gewerbe geklemt hatte und mir dachte, ich lass das erst mal so stehen. Ich hatte Angst und ich habe sie immer noch. Angst davor zu Versagen und eine heiden Existenzangst. Der Lebensunterhalt bezahlt sich schließlich nicht von alleine.

Auch wenn ich zur Zeit große Lust hätte einfach alles hin zu schmeißen, zu schreien „macht doch euren Scheiß alleine.“ und meine Sachen zu Packen und einfach weg zu sein, ist immer noch die Hemmschwelle da, das ich meine Existenz sichern möchte. Was ohne jegliche Mittel einfach nicht machbar ist.

Aber nicht nur die Existenz möchte man irgendwo gesichert habe. Es geht ja noch weiter, du brauchst finanzielle Mittel, auch wenn es erst mal Stepp by Stepp läuft, um deine Selbstständigkeit zum laufen zu bekommen.

Ich nehme mal mich als Beispiel:

Ich habe ein Gewerbe als Fotograf angemeldet und möchte damit Tätig werden. Anfangs mit Landschaftsfotografie die ich in Form von Kalendern vertreibe, alles weitere wird sich noch herauskristallisieren.

Damit ich mein Gewerbe Ausführen kann brauche ich also…

Spiegelreflexkamera + Objektiv: Gesamtkosten von etwa 750 €

Verlaufsfilter: Gesamtkosten von 40 €

Stativ: gebraucht für 20 € erworben

Infolektüre um mein Wissen zu erweitern: 60 €

Gesamtkosten: 870 €, in Vorleistung

Zusatzoptionen

WordPresspaket mit höherem Speicherplatz und Webadresse: 70 € jährlich um einen Webauftritt abzusichern und gefunden zu werden

Kalendersoftware: einmalig 50 €

Gewerbeanmeldung: einmalig 15 €

Kosten für Produktion und Verkauf

Kalender: Produktionskosten schwanken je nach Auflage und Größe, auch hier muss ich erst in Vorleistung gehen, bevor ich über den Vertrieb nachdenken kann.

Verkauf via E-Bay: Kein Abo nötig, dafür wird eine Verkaufspreisen von Ebay erhoben wenn der Artikel verkauft wird. Was 10 % des Verkaufspreises entspricht.

Verkauf via Amazon: Bei Amazon sind zwei Verkäuferoptionen möglich. Zum einen der „Basic“ Tarif, der interessant für Privatverkäufer ist, die monatlich nicht mehr als 40 Artikel verkaufen. Hier wird eine Prozentuale Verkaufsprovision erhoben, die jedoch je nach Produktart schwanken kann.

Die Premiummitgliedschaft bei Amazon kostet monatlich 39 € zzg. Verkaugsprovision. Was allerdings erst dann interessant wird, wenn mehr als 40 Artikel pro Monat verkauft werden. Man kann hier noch weitere Optionen zu buchen, Beispielsweise kann man die Logistik zu Amazon verlagern (Verkauf, Verpackung und Versand werden dann komplett von Amazon abgewickelt. Man muss lediglich die eigene Ware zum entsprechenden Logistikzentrum umleiten) Kostenpunkt: je nach Jahreszeit/Monat zwischen 25 – 30 € pro Monat.

Die laufenden Kosten für den Lebensunterhalt nicht vergessen!

Die Laufenden Kosten wie Miete, Versicherungen, Lebensmittel, Sprit, Hobbys, Auto, Handy, Internet usw. betragen derzeit etwa 1300 €, darin ist allerdings noch kein Taschengeld für Freizeitbespaßungen wie Schwimmbad, Kino etc. beinhaltet.

Was für mich folgendes bedeutet: Ich müsste monatlich (!!!!) 80 Kalender verkaufen, um nur die Laufenden Kosten decken zu können. Insgesamt ist es allerdings, Momentan, sehr unrealistisch. Schlussgefolgert bedeutet das derzeit: Das Kleingewerbe ist im Moment ein netter Nebenverdienst, leben kann ich davon momentan aber noch nicht, weshalb alles hinschmeißen eher Contra produktiv wäre.

Fazit: Hinschmeißen ist aus gegebenem Anlass noch nicht möglich. Wenn der Laden irgendwann mal läuft, kann man durchaus darüber nachdenken und eventuell auch drüber reden.

 

 

 

 

 

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