Nur mit Handgepäck, geht das?

Wir kennen es alle

Wir kennen das doch alle, mit jeder bevorstehenden Reise kommt zwingend das Thema Koffer packen auf den Tisch. Natürlich könnte man bestimmt auch ohne alles los rennen, aber meistens geht man dann doch lieber kein Risiko ein. Wobei ich die Theorie mal einfach ohne Gepäck loszustapfen gar nicht so schlecht fände, wenn ich so an  das ganze geschleppe denke.

Also wird der Koffer  doch rausgezogen und wild drauf los gepackt und bei allem was wir da so hineinstopfen bilden wir uns doch  tatsächlich  felsenfest ein „Wir brauchen das!“

Das muss aber mit!

Da muss bei der Reise in den Süden, mitten im Hochsommer, der Föhn  in den Koffer weil der ganz notwendig ist, weil die Wallemähne sonst nicht trocknet.

Für 5 Tage Auslandsaufenthalt müssen dann mindestens 7 verschiedene Outfits für den Tag in den Koffer. Und um das ganze abzurunden, muss die Auswahl an Abendgarderobe mit in den Koffer, wenn man abends schick essen geht. Ausserdem will man sich ja nicht festlegen, was man übermorgen anzieht.

Meinen persönlichen Packstiel finde ich, jedes mal aufs neue, sehr faszinierend. Grundsätzlich stehe ich vor meinem Schrank, den Koffer aufs Bett geschmissen und schmeiße alles was mir gefällt und in die Finger gerät, in den Koffer. Was folglich oft dazu führt, dass der halbe Schrank leer ist, der Koffer dafür eben nicht mehr zu geht.

Was sehr oft schon dazu führte, dass ich am Bahnhof den Koffer nur unter erheblichem Kraftaufwand und Atemnot in den Zug bekam und mich spätestens bei der Gepäckaufgabe am Flughafen über mich selbst, meinen Packirrsinn und die ungenaue Waage ärgerte.

Vom Handgepäckzwang und dem kleinen Schwaben

Entpsrechend entgeistert war ich anfänglich dann auch, als es im  Sommer 2019 für 5 Tage nach Irland ging . Und das mit nur einem Handgekpäckkoffer und einem Rucksack.

Den Flug hatten wir über eine Billigairline gebucht, bei deren Flügen bei der Buchung ein Handgepäckstück mit 10 kg plus eine „kleine Tasche“ inbegriffen waren. Zusätzliches Gepäck bis 20 kg, hätte zugebucht werden müssen und ein halbes Vermögen gekostet.

Was den Schwaben in mir erst in eine Art Schockstarre verfallen lies, gefolgt von einer Schimpflitternei darüber, ob die Fluggesellschaft eigentlich noch ganz dicht wäre, endent damit, dass mir mein kleiner Schwabe auf der Schulter, mit Schweißperlen auf der Stir,  verweigerte ein 20 kg Gepäckstück zuzubuchen. Also flog ich eben nur mit Handgepäckkoffer und Rucksack. Danke kleiner Schwabe auf der Schulter!

Nur mit Handgepäck unterwegs, geht das?

Vor der Irlandreise habe ich mich wieder dabei ertappt, wie ich mich mehrmals fragte, wie das denn bitteschön funktionieren soll, nur mit so einem Miniding von Koffer, 5 Tage wegzufliegen. Das kann doch gar nicht Funktionieren? Ist denen eigentlich klar, was ich alles brauche?

Allein das Fotoequipment braucht schon erheblich Platz. Abgesehen davon, hatte ich eigentlich nicht, vor 5 Tage die selbe Unterhose anzuziehen oder noch schlimmer, mich mit einem fremden Handtuch abtocknen zu müssen!

Also: Koffer aufs Bett, Schrank auf, los gehts! Vorher das Stativ quer in den Koffer verfrachten, was übrigens Millimeterarbeit war. Danach wurde alles um das Stativ drumrum gepackt, hatte ein bisschen was von Tetris.

Auch der fünfte Versuch meinen Koffer zu zu machen scheiterte erbärmlich. Erst dann fing ich an darüber nachzudenken ob ich wirklich alles was im Koffer drin ist oder darüber hinaus quillt, wirklich, wirklich brauche. Wenns mal wieder länger dauert.

Es funktioniert tatsächlich!

Obwol ich anfänglich sehr skeptisch war, irgendwie hat es dann doch funktioniert nur mit diesem miniding von Koffer loszufliegen. Letztlich ist der Kniff an der ganzen Sache, sich Gedanken darüber zu machen, was man tatsächlich braucht. Brauche ich für 5 Tage Auslandsaufenthalt wirklich 5 Hosen und drei Handtücher?

Ehrlich gesagt, braucht man in den fünf Tagen doch auch nicht mehr, als man zu Hause auch brauchen würde. Helfen kann einem beim Denken im übrigen, wenn man sich überlegt, wie hoch der Kleiderverschleiß im Alltag zu Hause ist.

 Wie lange habe ich zu Hause meine Hosen an? Wechsel ich die jeden Tag?

Wie lange benutze ich zu Hause mein Handtuch, bevor es in die Waschmaschine fliegt?

Wie oft dusche ich pro Woche und wie viel Duschgel brauche ich da, muss da wirklich die XXL Flasche Duschgel rein?

Muss wirklich  die Haarkur mit oder überlebe ich es auch mal 5 Tage ohne Haarmaske, die sowieso nur alle 3 Tage drauf kommt?

Wie oft kommt es vor, dass ich mehrere Tage oder Wochen, das selbe paar Schuhe anziehe? Sind da 3 Paar wirklich so wichtig?

Brauche ich wirklich fünf verschiedene Blusen für drei Abende an denen ich eventuell oder vielleicht irgendwo essen gehe?

Aus der eigenen Erfahrung heraus, kann ich mittlerweile sagen, es ist möglich, mit nur dem Nötigsten, was man wirklich braucht los zu fliegen. Kein unnötiges schleppen, keine ärgerliche Mine beim Wiegen bei der Gepäckaufgabe. Kein Koffer der halb platz.

Und sind wir mal ehrlich, eigentlich neigen wir inzwischen doch wirklich dazu, viel zu viel einzupacken. In den letzten Jahren habe ich es geschlagene drei mal geschafft, wirklich alles zu brauchen was im Koffer drin war.

Und zwar immer dann, wenn ich nach Irland flog. Und immer dann habe ich genau überlegt, wie lange bin ich dort, wie viele Sachen brauche ich für diese Zeit. Heißt ich habe bei diesen drei Reisen, haarklein ausgerechnet wie viel ich genau pro Tag brauche.

Plus 1 paar Ersatz Schuhe, Plus 1 Ersatzhose. Wobei ich es bei meiner zweiten Reise doch tatsächlich geschafft habe, dass ich mir zu wenig Hosen eingepackt hatte und mir bei TK Maxx noch eine kaufen musste. Aber selbst das, hat mein Urlaubsbudget recht gut verkraftet.

Bei sämtlichen Anderen Reisen, sei es nach Italien oder auch in die Türkei, ist grundlegend zu viel im Koffer gelandet. Bei meinem Türkeiurlaub vor 4 Jahren habe ich es doch tatsächlich geschafft, bei der Heimreise 5 oder sogar 10 kg Übergewicht zu haben. Und wie viel habe ich von den Sachen gebraucht die im Koffer waren? Gerade mal 2/3. Der Rest blieb unbenutzt und unangetastet in der Tasche liegen.

Fazit: Wer im Voraus darüber nachdenkt was er in den Koffer packt, erspart sich einiges. Angefangen bei der Schlepperei über Übergewicht am Gepäckschalter und und und. Außerdem hat man dann, problemlos, Platz für Mitbringsel 🙂

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Nur mit Handgepäck, geht das?

    • Ja, da gebe ich dir recht, es geht wirklich. Wenn man sich einfach mal Gedanken drüber macht, was man braucht.

      Bin selber zwar noch nie ewig nur mit Rucksack unterwegs gewesen, bei meinem ersten Städtekurztripp inkl. Flug, war ich glaube ich auch geschlagene 4 Tage nur mit einem Rucksack bepackt unterwegs. Und es hat funktioniert. Und das einfach aus dem Grund heraus, weil Handgepäck für mich damals ein Rucksack oder eine kleine Sporttasche war. Und ich nicht mal ansatzweise wusste, dass es auch Koffer gibt, die etwas größer sind und noch als Handgepäck zählen. Damals war es tatsächlich einfach pure unwissenheit.

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