Ein leben ohne Auto?

Beim überlegen darüber, über welches Thema ich meinen nächsten Beitrag verfasse, bin ich auf blogparaden.de auf die Blogparade Mit dem Auto dabei oder doch besser Autofrei von Alex gestoßen. Ein durchaus interessantes Thema und ein Thema mit dem ich mich regelmäßig, in meinem Alltag, gezwungenermaßen auseinandersetzten muss.

Alex hat für die von ihm ins leben gerufene Blogparade folgene Fragen in den Raum gestellt, von denen ich allerdings nur die ersten beiden beantworten werde, da ich mich, aufgrund fehlender Erfahrungen, nicht konstruktiv zu den letzten Punkten äußern kann.

Deine Einstellung zum Auto:

  • Wie stehst Du zum Thema Auto?
  • Hast Du eigenes Auto? Wenn ja, warum ist Dir ein eigenes Auto wichtig?
  • Du verzichtest auf ein eignes Auto und lebst Autofrei? Was waren Deine Beweggründe dafür?
  • Wie stillst Du Dein Mobilitätsbedürfnis?

Mein Standpunkt zum Thema Auto:

Soweit so gut

Wenn wir mal ehrlich sind, sind Autos eine ganz praktische und bequeme Erfindung. Man kommt ohne große Anstrengung und relativ zügig von A nach B, ist unabhänig und frei. Außerdem schmeißt man Einkäufe einfach in den Kofferraum und muss nicht ewig schleppen. Und im Urlaub ist man auch viel Schneller, wenn man Auto statt Zug fährt. Und das Geschleppe der Koffer erst, Klappe auf, Koffer rein und los. Soweit, so gut.

Aber nicht alles ist positiv. Angefangen bei der Umweltbelastung die durch die Abgase verursacht werden, weil wir so bequem geworden sind und sogar für die kleinsten Strecken ins Auto steigen, anstatt zu laufen.

Der Berufsverkehr und die Parkplatzsuche

Weiter kommt es, gerade zu den stoßzeiten, zu langen Staus und Wartezeiten an Ampeln, weil jeder Hans-Peter lieber selber fährt, anstatt eine Fahrgemeinschaft zu bilden. Oder zu bequem ist auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen.

Auch die Parkplatzsituation ist, gerade in Städten, nicht immer besonders prikelnd. Wie häufig habe ich es schon erlebt, dass ich auf dem Weg zur Arbeit erst im Stau stand und dann auch noch ewig nach einem Parkplatz suchen musste, bei dem ich nicht noch 20 Minuten bis zu meiner Arbeitsstelle laufen muss und dessen Gebühren nicht so hoch sind das mein halbes Gehalt aufgefressen wird.

Dann fahr doch einfach Bus?!

Natürlich habe ich mich schon des öfteren mit dem Gedanken auseinander gesetzt, einfach mit dem Bus zu fahren. Insgesamt wäre Bus fahren, zumal ich dafür in die Stadt muss, die angenehmere Lösung. Das Monatsabo kommt ingesamt günstiger, als mein derzeitiger Spritverbrauch zuzüglich diverser Parkgebühren. Nimmt man dann noch die Parkplatzsituation dazu, ist die Idee schon sehr verlockend.

Allerdings sind hier einfach zu viele Abers, die mich davon abhalten, vielleicht sogar dazu zwingen, doch beim Auto zu bleiben. Der öffentliche Nahverkehr ist auf dem Land nicht besonders gut ausgebaut, obwohl ich hochgerechnet nur etwa 7 km von der nächsten Stadt und 11 km vom Stadtzentrum entfernt wohne.

Der nächste Bus kommt bestimmt…..du musst nur lang genug warten

Eine Bahn die alle 10 bis 20 Minuten fährt? Klarer Fall von Wunschdenken. Eine Bahn gibt es hier nicht. Lediglich EINE Buslinie und die fährt, haltet euch fest, alle 1 bis 2 Stunden in die Stadt, wenn man Glück hat.

Weiter arbeite ich im Schichtbetrieb. Meine Arbeitszeiten und der Busfahrplan in die Stadt passen nur selten bis gar nicht miteinander überein. Dienstbeginn am morgen ist 6 Uhr, der erste Bus fährt aber erst um 5:50 Uhr.

Ankuft in der Arbeit wäre dann etwa 6:20 Uhr, wenn keine Verspätungen dazu kommen. Nach Hause brauche ich dann, inkl. der Wartezeiten, weitere 60 Minuten. Nebenbei bemerkt, wenn ich ins Auto steige, bin ich in 20 Minuten zu Hause.

Weiter geht es mit der Spätschicht. Hin komme ich zwar recht pünktlich, allerdings dann nicht mehr nach Hause. Der letzte Bus fährt um 20:15 Uhr, meine Schicht geht aber für gewöhnlich bis 21 oder 22 Uhr. Letztlich bleibt mir dann nur die Möglichkeit, in der Arbeit zu schlafen oder mit dem Taxi zu fahren (was dann aber wieder schweine Teuer ist). Nachdem ich das dann nicht wirklich will, fahre ich eben doch mit dem Auto zur Arbeit.

Warum mir mein Auto wichtig ist

Mein Auto sehe ich schlichtweg als Fortbewegungsmittel und nicht als Statussymbol um irgendwem zu beweisen, was ich habe oder nicht.  Auf der anderen Seite ist mir mein Auto aber wichtig um mich frei bewegen zu können.

Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, ich möchte nicht jedes Auto fahren. Mir ist unterschwellig schon wichtig, dass mein Auto optisch nicht aussieht wie der letzte Schrotthaufen. Und ich genieße auch gerne gewisse Vorzüge wie ein integriertes Navi, Spotify über das Autoradio, Sitzheizung und elektronische Fensterheber. Also doch irgendwie ein bisschen Luxus und Statussymbol? Möglich. Aber nur ein bisschen.

Aber zurück zum Thema: Wohne ich doch doch recht ländlich weshalb mir mein Auto ein Stückweit das Gefühl von Freiheit und Flexibilität gibt. Ich bin auf nichts und niemanden angewiesen. Ich fahre einfach drauf los, wann ich will und wo hin ich will. Ich kann spontan sein.

Ohne speziell auf irgendwelche Busfahrpläne angewiesen zu sein, die mir zudem, auf einer Strecke von gerade mal 11 km eine „Reisezeit“ von 60 Minuten oder mehr beschert. Da bin ich sogar mit dem Fahrrad schneller (schon ausprobiert ;))

Es erleichtert mir das Einkaufen

Weiter erleichtert mir mein Auto auch den Lebensmitteleinkauf. Vor Ort gibt es zwar einen Dorfladen, der einem Tante Emma Laden ähnelt, bekomme ich dort jedoch nur das nötigste und längst nicht alles was ich für meinen Alltag zu Hause brauche. Weshalb ich irgendwie in den Nachbarort kommen muss, in dem es ein Gewerbegebiet mit Aldi, Lidl, Getränkemarkt und Co gibt.

Um die Frage vorweg zu nehmen: Eine direkte Busverbindung in das Gewerbegebiet im Nachbarort gibt es  nicht. Ich müsste demnach mit dem Bus erst in die Stadt fahren, am Busbahnhof umsteigen um dann beinahe die identische Strecke wieder zurück zu fahren, nur mit einer anderen Buslinie.

Und das ganze dann übrigens auch noch rückwärts, inklusive den ganzen Einkäufen im Gepäck, nu denn mal post! Damit wäre ich dann etwa 3 Stunden beschäftig, um einen Lapidaren Lebensmitteleinkauf zu erledigen. Was mir definitiv zu lange ist und sind wir mal ehrlich, in der Zeit könnte ich auch noch andere Dinge erledigen.

Geplante Busreisen? Nein Danke!

Wenn wir dann gerade beim Thema sind, könnte ich direkt noch zur Urlauberei überschwenken. Organisierte Busreisen konnte ich noch nie besonders gut leiden. Sie sind zwar recht Kostengünstig, wird man aber in Horden zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten geschippert, rausgeschmissen und in 5 Minuten gehts weiter. Na danke. Eigentlich möchte ich meinen Urlaub genießen und ohne Stress angehen.

Eine organisierte Busreise löst bei mir jedoch alles andere als Entspannung, Erholung und Genuss aus. Auch aus Fotografischer Sicht ist eine Busreise nicht immer optimal. Gerade wegen der Horden, die maximal 5 Minuten Zeit haben, sich ein Irgendwas anzusehen. Langzeitbelichtung wird dann schon schwierig. Und im Blödesten Fall rennt dir alle fünf Meter noch jemand ins Bild. Na danke auch.

Genau deswegen bevorzuge ich dann doch eine selbst organisierte Reise, bei der ich meine Sachen in den Kofferaum werfe, das raus hole was ich brauche und halte wo ich will und wie lang ich will. Ganz zu schweigen davon auch mal an Orten anhalten zu können, die eigentlich nicht auf der Route liegen. Oder weiter fahren zu können, wenn es mir nicht gefällt.

Fazit

Zusammengefasst ist mir mein Auto sehr wichtig um flexiebel und unabhängig zu sein. Um machen zu können was ich will, wann ich will und wo ich will. Ich möchte mich in mein Auto setzten und rufen „Tschüss, ich bin dann mal weg!“

Auf der anderen Seite stresst mich das Thema aber auch, da ich teilweise das Gefühl nicht los werde, mehr oder weniger GEZWUNGEN zu sein, mit dem Auto zu fahren bzw. eines zu besitzen weil ich sonst meinen Alltag nicht bestreiten kann.

Angefangen vom Arbeitsweg, den ich mit dem Auto zurücklegen muss, da die Busverbindung nicht mit meinen Schichtzeiten kompatiebel ist. Was wiederum zur Folge hat, dass ich bei der Parkplatzsuche schier verzweifle. Gut man könnte auch Fahrrad fahren, bei Schneesturm und – 10 Grad aber nicht sonderlich angenehm.

Insgesamt muss man aber auch sehen, dass wir mittlerweile in einer recht bequemen Gesellschaft leben. Bloß nicht zu viel bewegen. Schnell von A nach B kommen. Und bloß nicht zu sehr anstrengen müssen.

Manchmal frage ich mich: Wie haben das die Leute früher nur geschafft?

 

7 Gedanken zu “Ein leben ohne Auto?

  1. Ich fahre kein Auto, habe ich nie.
    Was nervig ist, dass man aufgefordert wird zu erklären warum man es nicht macht.
    Gefehlt hat es mir nicht.
    Ich fahre Rad und ich mag Bewegung.
    Manchmal denke ich, wie schön Städte ohne diese farblosen Fahrzeuge wären.
    Aber ich bin kein Autohasser und habe auch keinen missionarischen Eifer Autos abzuschaffen.
    Ich selbst habe noch nie jemanden gefragt warum er denn Auto fährt und warum er es nicht sein lässt.
    Wie gesagt, ich soll mich oft erklären, aber mittlerweile sag ich einfach, ist wie es ist😉

    Gefällt 1 Person

    • Ich muss ehrlich sagen, wenn ich nicht müsste, dann hätte ich vermutlich auch keins. Und würde auf öffis etc zurückgreifen.

      Im Sommer mach ich das schon auch, dass ich mit dem Fahrrad in die Arbeit fahr. Einkaufen gestaltet sich da ab und an schon etwas schwieriger. Lebensmittel funktioniert zwar ganz gut und der witz an der sache ist, man überlegt sich, wenn man mit dem rad beim einkaufen ist, tatsächlichen was mach braucht und nimmt nur das wirklich wichtige mit. Zumundest ging das mir so. Man muss das ja wieder heim fahren. Und wenn der Rucksack voll ist, pech gehabt. 😂

      Meine Getränke Vorräte und vorräte an Katzenfutter und Katzenstreu, die ich meist immer für 4 wochen kaufe, will ich dann ehrlich gesagt nicht mit dwm Fahrrad heim schoffieren. Geb ich offen zu, da bin ich dann doch bequem 😅😅

      Liken

Schreibe eine Antwort zu Alexander Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s