Zeit zum Nachdenken

Coronaflut im Internet

Das Internet wird von Nachrichten über Corona nahezu überflutet. In sämtlichen Facebookgruppen wird das Thema alle Nase lang aufgegriffen und ich würde gut und gerne einen Facebookverzicht für die nächsten vier Wochen aussprechen.

Auch wenn man die Thematik nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, langsam nervt es micht gewaltig!

Nicht Corona an sich nervt mich, eher das ganze drum rum. Wie damit umgegangen wird. Auf der einen Seite die hamsternde Panikfraktion die der restlichen Bevölkerung nicht mal ein  Blatt Klopapier vergönnen würden.

Auf der andern Seiten dann die däumchendrehenden Verharmloser, die alles ins Lächerliche ziehen und auf Brechen und Biegen auf nichts verzichten wollen, weil sie nicht zu einer der Risikogruppen zählen. Schon ein bisschen egoistisch, finde ich.

Hauptsache meckern?

Am allermeisten geht mir mittlerweile aber das ganze gejammer auf die Nerven. Gejammer darüber, dass nichts passiert und nichts von der Politik unternommen wird. Gejammere darüber, wenn seitens der Politik doch etwas unternommen wird.

Gejammer darüber, dass bestimmte Läden oder Lokalitäten gänzlich geschlossen bleiben. Gejammer über die Schulschließungen. Gejammer über öffnungszeiten bis 22 Uhr.

Facebook ist mittlerweile zum reinsten Jammertal mutiert. Häufig muss ich mich regelrecht zusammenreißen und mich ermahnen „Halt einfach die Klappe und kommentiere das jetzt einfach mal nicht. Lass es einfach und reg dich nicht auf, es bringt nichts!“

Am aller schlimmsten empfinde ich mittlerweile den rüpelhaften und teilweise respektlosen Umgangston, der mittlerweile in vielen Gruppen herrscht, dicht gefolgt von Vorhersagen die auf Basis von Halbwissen getroffen werden.Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.

Immer wieder Flammt dann der Gedanke in mir auf „Aha, die müssen Hellseher sein, die wissen also, dass die Lage bis in 6 Monaten unverändert bleibt. Ob die mir wohl auch meine Zukunft vorhersagen können?“

Einmal die Stressklatsche bitte!

Vermutlich würde ich gar nicht so viel auf Frazenbuch umhergeistern, hätte es mich vor gut einer Woche nicht selbst aus den Latschen gehauen. Seither daddle ich auf dem Sofa vor mich hin und warte, dass mir der Himmel auf den Kopf fällt.

Habe aber für mich beschlossen, auch wenn es mir inzwischen wesentlich besser geht, die 10 tägige Zwangspause für mich zu nutzen und anständig gesund zu werden.

Um Spekulationen vorweg zu nehmen, nein ich habe kein Corona und auch keinen Verdacht auf Corona. Ich sitze auch nicht in Quarantäne. Es handelt sich schlichtweg um eine, durch Stress verursachte, heftige Erkältung. Halt, verursacht wurde die Erkältung vermutlich durch Bakterien, durch den Stress aber begünstigt und verschlimmert.

Zeit zum Nachdenken

Die Zwangspause bringt Zeit mit sich. Zeit zum gesund werden. Zeit in der man sich mit sich selbst beschäftigen kann. Zeit in der ich von meinem Stresslevel herunterkommen kann. Zeit zum nachdenken.

Zeit zum nachdenken? Ja, im Sinne von überdenken. Überdenken der eigenen Situation zum Beispiel. Seit es mir wieder besser geht, mache ich täglich einen kleinen Spaziergang. Einfach ein bisschen raus.

Mitten in der Pampa spazieren gehen, sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Und auf dem Bänklein, am Waldrand, auf dem man so schön in der Sonne sitzt, einfach mal dem Bach zu hören.

Wenn der Bach plätschert

Genau auf diesem Bänkchen, während der Bach vor sich hin platscht, beginne ich meistens zu denken, vorallem zu überdenken.

Warum bin ich seit Monaten immer wieder angeschlagen und erhole mich nicht mehr richtig? Liegt es tatsächlich am Stresslevel, von dem ich nicht mehr runter kommer? Das mich teilweise innerlich sogar so aggressiv werden lässt?

Mache ich mir den Stress nicht sogar manchmal selber, weil ich mich zum 100tsten mal über eine Situation oder eine Person aufrege, die mich auf die Palme gebracht hat? Oder irgendwelchen Dingen hinterherjage? Wieso lasse ich mich überhaupt so auf die Palme bringen?

Warum bin ich zur Zeit nur oft so müde und abgeschlagen? Komme mir vor wie ein Roboter, der nur noch Dienst nach Plan macht, damit der Laden halt funktioniert. Will ich wirklich dauerhaft so weiter machen? Muss ich denn immer alles aushalten und ertragen?

Die Antwort

Eigentlich kenne ich die Antwort schon lange. Sie lautet Nein. Dauerhaft unter Stress stehen? Gefällt mir nicht, Gefällt meinem Körper nicht. Zack krank. Es muss sich was ändern. Jetzt. Ich habe mich aber wohl immer und ständig darum gewunden.

Heute war einer dieser Tage an denen es einfach mal rums gemacht hat. Ich muss etwas ändern und zwar jetzt. Träum nicht vor dich hin, sondern mach! Tu es einfach! Nicht morgen, nicht nächste Woche und nicht erst in einem Monat. Jetzt!

Derzeitiger Stand der To-Do-Liste:

  • Ernährung umstellen: Fertigprodukte und Zucker raus, Frisch rein. Süßigkeitenschublade leer machen und den Inhalt entsorgen, überlegen was man stattdessen in der Schublade unterbringen kann
  • Am Wochenende mein Fahrrad  holen, Auto stehen lassen, Fitness wieder ankurbeln
  • Die Wohnung durchforsten, was brauche ich noch? Alles was unnötiger im Wegrumfährt, ab auf ebay
  • Zigaretten entsorgen, Nervengift!
  • Konzept für mein Kleingewerbe ausarbeiten und mich damit auseinandersetzten wie es weiter geht. Mehr dahinter klemmen!
  • Morgen Zettel und Stift mit auf den Spaziergang nehmen.

 

5 Gedanken zu “Zeit zum Nachdenken

  1. Hallo Pferdig unterwegs, auch wenn du meinen Kommentar nicht liest,will ich dir beipflichten. Seit ich als Rentner mehr Zeit habe, lasse ich die Dinge langsamer als früher angehen. Ich habe andere Prioritäten gesetzt und merke, daß es mir dabei besser geht.
    Was deine Erkältung angeht wünsche ich dir eine gute Besserung.
    LG Christoph

    Gefällt 1 Person

    • Hallöchen Christoph,

      danke für deinen Kommentar :).
      Die Zeiten sind inzwischen so schnelllebig geworden, dass wir das glaube ich manchmal gar nicht merken, wie wir von a nach b hetzten und uns selber immer mehr stress machen. Oftmals merkt man es erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

      Gefällt 1 Person

    • Ganz ehrlich? Mal ein bisschen langsamer tun hat noch keinem geschadet. Tut es sogar ganz gut. 🙂 Manchmal braucht mans einfach.

      Inzwischen habe ich sowohl süßigkeitenschublade als auch Kühlschrank entrümpelt. Sogar die defekte Spüli läuft wieder. Erfolgreiche Chaosbeseitigung hat sogar auch hingehauen :). Irgendwas gutes muss die ganze Kriese ja haben. 😉

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