Beim Spazieren

Wie steige ich jetzt nur in diesen Beitrag ein? Offen gestanden habe ich keine Ahnung, denn kann ich hier wieder nur damit anfangen, dass mir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt.

Genau deswegen treibt es mich die letzten Tage immer wieder raus. Nicht zum Shoppen oder mich gar in einen Biergarten zu setzten und noch fröhlich mit jemandem aus dem gleichen Glas mein Bier zu schlürfen.

Es treibt mich in die „Pampa“, zum spazieren. Jeden Tag aufs neue ist es die selbe Runde. Die Selben Bäume. Der selbe Weg. Die selben beiden Bänke auf die ich mich setzte. Manchmal setzte ich mich auch einfach direkt an den Bach.

Manchmal kommt mir jemand entgegen. Manchmal bin ich aber auch völlig alleine. Manchmal höre ich Musik. Manchmal auch nur den Bach, die Bäume und die Vögel. Ganz in der Ferne, die Autobahn.

Ich laufe vor mich hin. Und ich laufe und laufe und laufe. Denke nach. Sinniere vor mich hin. Erwische mich manchmal dabei, wie ich anfange vor mich hin zu murmel und Selbstgespräche zu führen.

In der Natur ist nicht viel los. Zumindest wenn man Tagsüber, also Vormittags oder Mittags geht. Abends wird man häufiger auf Menschen Treffe. Leute die mit dem Hund laufen. Leute die joggen gehen. Andere rennen mit den Walkingstöcken durch die Gegend.

Wie war das noch gleich mit sozialkontakte vermeiden und auf ein Minimum reduzieren? Tagsüber ist das nicht schwer. Aber abends? Da hat man das Gefühl, dass halbe Dorf ist unterwegs.

Im Dorf selber, scheint plötzlich viel mehr Leben zu sein. Es sind zwar keine Veranstaltungen oder dergleiche. Die Leute zieht es Tagsüber plötzlich auf ihre Balkone oder in ihre Gärten. Man sieht viel mehr Nachbarn, die sich miteinander unterhalten. Das einzig merkwürdige an den Unterhaltungen ist der Abstand zwischen den Personen.

Vorher kam es mir eher ruhig und überschaubar vor. Jetzt wo alle zu Hause zu sein scheinen, laufen mir Menschen über den Weg, bei denen ich mich tatsächlich Frage „Hä, seit wann wohnen die denn hier? Die hab ich ja noch nie gesehen.“

Dubios. Mekrwürdig. So anders. Verändert die Kriese, wenn man das so nennen kann, die Menschen am Ende wirklich? Fangen die Leute wieder an miteinander zu sprechen? Lebt man letztlich vielleicht doch nicht mehr so drastisch nebeneinander her, wie es noch bis vor ein paar Tagen war?

Der Einzige Mensch, der sich mit der Kontaktelei gerade überhaupt nicht anfreunden kann, dass bin ich selbst. Mit den Nachbarn reden? Ich flüchte doch schon wenn ich nur rieche, dass meine Vermieter auf der Terrasse sitzen. Äh, auf dem Balkon. Äh, was ist es denn jetzt? Es ist irgendwie Beides. Ein Terrassenbalkon.  Es ist sowohl Terrasse, also auch Balkon. Also beides auf einmal.

Konversation gehe ich gekonnt aus dem Weg und da soll ich mich dann noch mit anderen Nachbarn unterhalten? Äh, ne, lass mal gut sein. Ich komm schon klar, geh lieber in den Wald. Alleine. Und gugg der Natur zu wie sie aus dem Winterschlaf aufwacht.

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