Wirrwarr

Seit geraumer Zeit, ich glaube seit man sich nicht mehr  den Allerwertesten wegen Minusgraden abfriert , hat sich die Gewohnheit  eingeschlichten, dass über Nacht das „Schlafzimmerfenster“ offen ist, wenn man das bei einer Einzimmerwohnung mit drei Fenstern und einer Terrassentüre überhaupt sagen kann/darf.

Der Tatsache einer Kellerwohnung geschuldet und dass mir deswegen Gott und die Welt in die Wohnung glotzen könnte, wenn sie wöllte, ist der Rollo unten, aber das Fenster offen. Reicht, dass über Nacht Frischluft in die Wohnung kommt und mir darüber hinaus keiner beim Schlafen zuschauen kann.

Alles schön und gut. Luft kommt rein, der Schimmel ist mittlerweile, zwar etwas wiederwillig und dank viel Chlorhaltigem Schimmelspray (das die Wohnung  übrigens ganz toll nach Hallenbad duften lässt)  schmollend von dannen gezogen.  Beim Schlafen beobachtet mich auch keiner. Super! Ich glaub, ich hab grad nen Lauf. Wenn jetzt noch Kuhglocken klimbimpern täten, dann wär alles subba.

Der Gehörsinn ist von den heruntergelassenen Rollos allerdings eher wenig bis garnicht beeindruckt. Was mich neulich, ein Gespräch zwischen Vermieter und Vermieter aufschnappen lies, bei dem es mir (im Nachhinein) lieber gewesen wäre ich hätte es nicht mitbekommen. Zumindest noch nicht.

Kurz zur Erkärung: Meine Wohnung ist  eine Einliegerwohnung in einem Einfamillienhaus. Das Einfamillienhaus ist an ein Eherpaar vermietet, die besagte Einliegerwohnung, in der ich hause, an mich untervermietet haben. Der Eigentümer und Vermieter ist der Nachbar, dessen Lagerhalle seiner Baufirma, direkt gegenüber von meiner Wohnung lieg und dessen LKW gerne vor meinem Fenster parkt und zwar laufend. Der Garten besteht demnach aus Pflasterstersteinen.

So habe ich dann das oben erwähnte Gespräch mitbekommen, von dem sich keiner, außer mir, bewusst ist, dass ich es mitbekommen habe.  Untervermieter haben wohl vor auszuziehen und sehen sich gerade nach etwas kleinerem um. Die Kinder sind mittlerweile alle aus dem Haus und scheinbar ist ihnen das ganze Teil nun, zu zweit, zu groß. Mhm. Cool.

Na herzlichen Glückwunschdank! Auf die Idee kommt ihr jetzt!?!? Jetzt wo ICH mich mit der Situation gänzlich angefreundet habe, in einer 40 qm Wohnung zu wohnen. Ohne Badewanne, ohne Abstellraum, ohne Kellerraum, ohne Garage, ohne Garten.

Dafür aber  mit  einer Spülmaschine die nicht mal unterbauen ist, weil die Küche ein irgendwas, aus dem letzten Jahrundert ist. Aber nen Spülmaschinen Anschluss haben.  Zu allem überfluss funktioniert dieses *piiiiiiep* Ding gerade nicht mal UND steht blöd IN den Raum! Ich behaupte mal ganz dreist: DAS ist Ironie in sich.

Auf diese *piiiiiiiep* Idee kommt ihr jetzt? JETZT wo ich mich halbwegs so eingerichtet habe, dass man nicht mehr „hausen“ sondern tatsächlich wohnen sagen könnte? Neulich habe ich mir noch überlegt,  einen neuen Schrank und ein Bett zu kaufen, dass verschieb ich dann abererst mal. Ikea hat sowieso wegen Pandemie geschlossen. Nicht mal die Köttböllar sind einem vergönnt.

Na super. Und jetzt? Keine Ahnung, was jetzt. Entweder suche ich mir jetzt einfach eine Wohnung oder sitze es aus, bis Untervermieter mir 3 Monate im Vorraus die Wohnung Kündigen. Damit ich dann mit Vermietern aushandle, dass Einliegerwohnung und Haus seperat vermietet werden.

Wie das dann mit den Nebenkosten gehandhabt wird, ist letztlich dann nicht mein Bier, darum muss sich dann Vermieter kümmer. Wasser und Strom laufen nämlich nicht getrennt…Oder ich such mir erst dann eine neue Wohnung.

Und in drei Monaten eine neue Wohnung finden, die finanzierbar ist….puh, dass könnte schwierig werden. Bei der Lage die gerade herrscht. Und wer nimmt einen denn schon mit zwei Katzen? Und wenn man dazu noch raucht, ist es gleich aus und vorbei.

Frage mich wann Untervermieter vor haben mir ihren Plan mitzuteilen. Vor ein paar Tagen, als ich Demonstrativ an der Garage vorbei lief als Vermieter irgendein Mähgerät versuchte anzuschmeissen, beschränkte sich das Gespräch, wie gewohnt, auf „Hi, alles gut?“ „Hey, ja alles bestens, bei euch?“ „Joa alles super.“ „Frohes Schaffen noch.“ „Danke, dir einen schönen abend.“

Ganz ehrlich? Ich weiß eigentlich gerade auch nicht so recht weiter. Eigentlich sollte ich mich ganz entspannt hinsetzten und auf schöneres Wetter warten. Theoretisch bleibt mir auch gar nichts anderes übrig, als im Schneidersitz da zu sitzen. Denn eigentlich weiß ich davon offiziell noch  nichts.

Manchmal habe ich das Gefühl, da steckt eine Gewisse Willkür dahinter. Du denkst es läuft gerade alles super. Wiegst dich in Sicherheit und dann kotzt dir das Leben und das Schicksal ein Fellkneul nach dem anderen vor die Füße. Inklusive der Randbemerkung „Bitteschön, na dann mach mal.“ Als hätte ich nichts besseres zu tun, als auch noch das Wegzuputzen.

3 Gedanken zu “Wirrwarr

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