Vom Alltag

Das die aktuelle Situation komisch und dubios erscheint, ist mittlerweile nichts neues mehr. Langsam gewöhnt man sich dran, dass alles ausgestorben und still ist. Manchmal überkommt mich dennoch ein komisches Gefühl. Ein Gefühl das immer aufkommt, wenn etwas anders ist als sonst. Im Grunde fehlen jetzt nur noch die Zombis die ums Eck gewackelt  kommen.

Ein wirkliches Zeitgefühl existiert nicht mehr. Aber, wenn ich ehrlich bin, ist mir mein Zeitgefühl schon vor längerer Zeit abhanden gekommen. Kein Wunder in dieser völlig absurden Zeit.

Mein Tagesablauf ist mittlerweile völlig aus den Bahnen geraten, wenn man das überhaupt noch als Tagesablauf bezeichnen kann. Der großteil des Tages besteht darin, meine Miete als auch mein WLan und sämtliche Streaming Dienste bis auf Ultimo auszureizen.

Zwischendurch komme ich mal auf die Idee, mich sportlich zu betätigen. Zeitweise hatte ich zwar Wäschewaschen als neues Hobby, mittlerweile wird mein Schrank aber wieder wesentich leerer und die Körbe voller. Lästiger Zeitvertreib dieses Wäschewaschen.

Durch die ganze Kurzarbeitgeschichte,  sitze ich nun auch zunehmend mehr zu Hause. Neuerdings, dass ist schon benahe peinlich zu erzählen, vergesse ich sogar zu duschen. Nach drei Tagen fällt mir dann irgendwann auf, dass es schon wieder eine ganze Weile her ist. Schnüffle unter meinen Armen und stelle fest, dass ich die Geruchsquelle in der Wohnung bin.

Selbst wenn ich arbeiten gehe, eine wirkliche Abwechslung ist es nicht. Der einzige Unterschied: Ich habe Menschen um mich. Wirkliche Gespräche kann man da aber nicht führen. Meistens ist es eine Einbahnstraße und man hört sich regelmäßig immer und immer wieder das selbe an.

Zumindest bei einem Bewohner. Den ganzen Tag dreht es sich nur um die selben Themen. Ist man irgendwann damit durch, geht das ganze wieder von vorne los. Ganz nach „Täglich grüßt das Murmeltier“ nur vielleicht mit dem Unterschied, dass es mit zunehmender Dauer immer genervter und unausgeglichener wird.

Letztlich befindet man sich dann in einem Teufelskreis. Bewohner x, erzählt dir zum 100sten mal das selbe in Muh und Mäh sprache, wird von Tag zu Tag unleidiger und Stimmungsmäßig negativ.

Als Mitarbeiter verlierst du irgendwann auch die nerven. Gerade dann, wenn es sich bereits seit 5 Stunden nur um das eine Thema dreht. Darüber hinaus musst du dir den Spaß noch weitere 5 Stunden anhören, bis du von der Nacht abgelöst wirst.

Dazu kommen beinahe täglich Anrufe von Angehörigen, die du entgegen nimmst. Wir werden geradezu davon überschwämmt. Weiter kommen fast täglich neue Anweisungen denen wir nachkommen müssen und alle paar Tage ändert sich der Dienstplan. Nicht immer ins positive.

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