Unglaublich aber wahr.

Jetzt habe ich Urlaub. Jetzt ist es offiziell. Irgendwie ist er ziemlich komisch. Was wohl an der aktuellen Situation liegen mag. Gebe ich offen zu, ich brauche Urlaub um Abstand zur Arbeit zu bekommen und mich zu erholen. Das steht ganz klar außer Frage.

Auf der anderen Seite, weiß ich aber nicht so recht, was ich mit mir selbst anfangen soll. Und gurke völlig Sinnfrei vor mich hin.

Eigentlich hatte ich drauf gehofft, dass ich im Urlaub mal wieder ein paar Freunde treffen kann. Die Verlängerung der Ausgangsbeschränkung, macht es mir aber gerade beinahe unmöglich, Freunde zu sehen. Was mich tatsächlich zunehmend frustrierd.

Natürlich wäre es schön, sich einfach mal mit Freunden zu treffen. Sich irgendwo in ein Kaffee oder in einen Biergarten zu setzten und es da ganz gemütlich und entspannt angehen zu lassen. Wäre ich auch wirklich gerne, wenn ich so das Wetter betrachte, in die Therme verschwunden.

Mittlerweile wäre ich aber schon froh drum, wenn ich mich zumindest mit Freunden irgendwo draußen treffen könnte. Oder man sich im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse auf ein Bierchen oder einen gemütlichen Grillabend treffen könnte. Das ganze in den Biergarten gesitze ist mir gerade nicht mal mehr wichtig.

Trotz Alleingängersyndrom, gehen mir zunehmend soziale Kontakte, außerhalb der Arbeit, richtig krass ab. Es macht einen irgendwann wahnsinnig. Und werde ich das Gefühl nicht los, mir haut es bald den Vogel raus oder ich muss explodieren, wenn ich meinen sozialen Radius nicht langsam wieder erweitern kann.

Kurzum, diese ganze soziale Distanzgeschichte, macht einen irgendwann mürbe. Aber mal ganz anders. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals so reden werde. So ein Coronavirus scheint einen dann  doch schlauer zu machen. Und ich weiß jetzt, ich brauche nicht viele soziale Kontakte. Ganz ohne komme ich aber auch nicht aus ohne verrückt zu werden.

Was mich an der sozialen Distanz im Moment aber wohl am meisten Wurmt, ist die Sache mit dem jungen Mann, den ich noch vor der völligen Krise, kennengelernt hatte. Mittlerweile stelle ich hier so einiges in Frage und zweifle an der Beziehungs- und Kontaktfähigkeit von Männern.

Eigentlich sollte ich mir darüber keine Gedanken machen. Eigentlich lasse ich es in den meisten Fällen auch gut sein. In manchen Moment überkommt es mich dann aber doch. Völlig unverhofft und aus dem nichts. Was letztlich einen Wutausbruch zur folge hat. Fange an vor mich hin zu meckern und zu fluchen.

Zudem verweigere ich mich seit gut einer Woche, aus reiner Sturheit und Dickköpfigkeit, ihm auch nur eine popelige Whatsapp zu schicken. Wozu auch? In den meisten Fällen geht jegliche Form der Kontaktaufnahme ausschließlich von mir aus. Was ich zunehmend nicht mehr einsehe.

Antworten sind meistens eher kurz angebunden. Manchmal kommen sogar nur irgendwelche Smilies. Die Antworten auf Fragen, die sich irgendwie um ein Treffen drehen, wirken meist wie Ausreden die er sich abgerungen hat. Gegenvorschlag? Fehlanzeige. Auf das Videochattangebot, ist er gar nicht erst eingegangen. Bis heute habe ich darauf keine Antwort bekommen.

Wtf? Wenn dann zusätzlich noch das Gefühl aufkommt, er würde nur noch aus reiner Höflichkeit antworten, na dann herzlich Glückwunsch. Hab ich schon wieder keinen Bock mehr drauf. Der Wutanfall ist dann beinahe perfekt.

Was mich dann direkt zu dem Gedankengang kommen lässt, was ich ihm eigentlich getan habe und warum die meisten Kerle einfach nicht ehrlich sein können oder den Mund aufbekommen. Bevor ich Tacheles rede, geh ich der Sache lieber aus dem Weg und ignorier mein Gegenüber, oder was? Tolle Eigenschaft. Wirklich ganz toll. Nicht.

Mal davon abgesehen, bekomme ich zunehmend das Gefühl, ich bin nicht Barbie genug. Ich bin keine Barbie, ich werde auch nie eine Barbie sein. Ich bin nicht hässlich, aber ein Model bin ich eben auch nicht. Ganz zu schweigen davon, dass ich in die Norm passen würde. Das tue ich nämlich genau so wenig.

Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, immer an so Typen hinzulaufen, die weiß Gott was von mir erwarten. Die eigentlich eine Barbie wollen, mit Möpsen bis nach Timbuktu, mit 10 kg Makeup im Gesicht, blonden Haaren bis zum Hintern und dämlich wie fünf Meter Feldweg auf ihren Stöckelschuhen angetakelt kommen. Sorry, dass bin ich nicht. Das werde ich auch nicht sein. Und eine wundersame Verwandlung in diese Richtung wird es auch nicht geben. Heute nicht, morgen nicht und auch nicht in 2 Jahren.

Was mir dazu einfällt? Eigentlich nur der Spruch „Generation Beziehungsunfähig“ und das die Leut verlernt haben miteinander anständig zu kommunizieren.

 

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