Wenn sich was ändern muss Teil 2

Seit geschlagenen drei Wochen kämpfe ich nun mit eine extremen inneren Unruhe und Nervosität. Die kleinsten Dinge brachten mich in letzter Zeit völlig aus der Fassung oder verstärkten sogar die innere Unruhe. Überlastungsreaktion? Oder doch irgendwas anderes?

Zuerst hatte ich, wiederholt, die Schilddrüse im Verdacht. Wie sich aber herausgestellt hatte, ist die Schilddrüse nicht dran schuld. Vor knapp einer Woche dann der große knall. Beim Fahrradfahren die Nässe unterschätzt, das Gleichgewicht verloren und gestürzt. Endresultat, überdehnte Bänder und Prellungen im Arm. Eine Woche Krankenschein und aus dem Verkehr gezogen.

War das Schicksal? Karma? Oder doch das Universum? Sollte das der Fall gewesen sein, kann ich hier nur sagen „Danke“. Plötzlich hatte ich Zeit nachzudenken. Entscheidungen zu treffen und mir über so einiges klar zu werden.

Was tue ich hier eigentlich und warum tue ich es? Lange habe ich mir alles versucht schön zu reden. Habe lange gesagt „ja das liegt halt grad am Stress. Das geht schon wieder vorbei.“ oder „Das ist halt jetzt so eine Phase, das geht von alleine wieder weg.“

Letztlich überfuhr mich die Erkenntnis wie ein Güterzug. Corona mag vielleicht an meinem Stresslevel schuld sein. Aber Corona ist nicht an allem Schuld und kann  man das auch nicht alles nur Corona vorwerfen oder in die Schuhe schieben.

Viel zu lange habe ich Dinge vor mich hergeschoben. Viel zu lange habe ich immer versucht allen anderen alles recht zu machen. In die Norm zu passen und bloß nicht auffallen. Was denken und erwarten die anderen von mir? Habe mich, meine Wünsche, meine Träume und auch meine Bedürfnisse immer hinten angestellt.

Wollte ich es immer den anderen recht machen. Habe mir von anderen Leuten reinreden lassen und habe phasenweise Entscheidungen getroffen, die nicht auf dem Beruhten was ich wirklich für mich wollte. Die eher darauf beruhten, was andere erwarten oder denken würden oder könnten.

Haber mir viele Sachen, vielleicht auch Beruflich, viel zu lange schön geredet. Ist doch alles super, die Kollegen sind nett und das Klientel eigentlich auch. Kann nicht schon wieder ankommen und irgendwas verändern. Kann nicht schon wieder einen Wechsel anstreben. Das kommt doch voll komisch rüber. Das passt schon so.

Nein es passt eben nicht. In der letzten Woche kamen mir so einige Erkenntnisse, die ich dringend brauchte. Die Inneren Unruhezustände beruhen auf einer allgemeinen Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation. Ja das Team ist toll. Ja die Bewohner sind toll. Bin ich da aber wieder in so eine Sache reingeschliddert, bei der ich mich stark von außen habe beeinflussen lassen.

Eigentlich bin ich frustriert. Eigentlich wollte ich vor ein paar Jahren einen ganz anderen Weg einschlagen. Der sich für mich damals eigentlich richtig angefühlt hat. Den ich hätte gehen sollen, es aber nicht getan habe, weil ich es wieder allen anderen recht machen wollte, nur nicht mir selbst. Und diese Unzufriedenheit, etwas zu tun, was ich eigentlich nicht mit 100 % Eigenzufriedenheit tue, das macht mich glaube ich gerade wahnsinnig.

Wahnsinnig, dass ich damals nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe. Es hinten angestellt habe. Nur weil ich es jemandem Recht machen wollte, der inzwischen seit über 3 Jahren keine Rolle mehr in meinem Leben spielt. Der aus meinem Leben regelrecht verschwunden ist.

Ich habe mir alles schön geredet. Obwohl ich eigentlich immer etwas anderes wollte. Die letzte Woche habe ich viel Zeit zum denken gehabt. Was will ich wirklich und wie geht es mit mir weiter? Was letztlich auch zu Entscheidungen geführt hat. Entscheidungen beruhend darauf, dass ich auf mich gehört habe.

An der Weggabelung die Abzweigung genommen, die ich für mich, in diesem Moment, für die richtige Abzweigung hielt. Mit der eignen inneren Überzeugung, dass genau das im jetzigen Moment der richtige Weg ist. Denn es ist mein Weg. Der Weg den ich gehen möchte. Und nicht der Weg, der von anderen erwartet wird, dass ich ihn gehe. Nur weil das alle anderen auch so machen.

Das faszinierende an der Sache? Kaum hatte ich meine Entscheidung, vor allem Beruflich, getroffen, hat sich alles so viel besser angefühlt. Es hat sich angefühlt, als hätte ich seit Monaten einen tonnenschweren Felsblock mit mir spazieren getragen. Blöd gesagt, ich fühle mich einfach leicht. Fühle mich befreit. Anspannungen fallen von mir ab und ich fühle mich wieder besser.

Und das alles nur, weil ich endlich begriffen habe, damit aufzuhören meine Bedürfnisse zu ignorieren und hinten anzustellen. Weil ich damit aufgehört habe, es immer allen anderen recht zu machen, außer mir.

Alles nur, weil ich mich entschieden habe, mich um mich zu kümmern. Und weil ich begriffen habe, dass ich es letztlich nur mir recht machen muss. Ich niemand anderem, außer mir selbst Rechenschaft schuldig bin. Weil ich diesen Weg gehen muss und nicht die anderen.

Alles nur weil ich die Schnautze voll habe, mich wegen allem bei anderen rechtfertigen zu müssen. Ich aufgehört habe mir Gedanken darüber zu machen, was andere von mir denken könnten. Und endlich an dem Punkt angekommen bin, an dem ich mich selbst in den Vordergrund stelle. Mich um mich kümmere. Und die Entscheidung getroffen habe, die Reißleine zu ziehen.

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