Gardasee 2020, Part 1

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Es ist der 19.7.20 um etwa 7 Uhr morgens, als ich mich aus dem Bett im Bereitschaftzimmer rolle. Die Nachtschicht habe ich gut überstanden, auch wenn ein Bewohner noch bis nachts um halb 1 Wach war und mich damit wach hielt.

Dennoch fühle ich mich völlig überreizt, abgespannt und genervt von allem was um mich herum passiert. Die letzten 2 1/2 Wochen waren hart. Sehr hart, um das Kind beim Namen zu nennen: Wäre das noch länger so gegangen wäre ich vermutlich zusammengeklappt und das wärs dann erstmal gewesen.

9:15 Uhr. Der Kollege erinnert mich daran, ans Trinken zu denken, dass vergesse ich zur Zeit, neben dem Essen, ganz gerne etwas zu oft. Dann wünscht er mir eine gute Fahrt und einen schönen Urlaub. Beim verlassen der Arbeit höre ich ihn noch rufen „Fahr vorsichtig und pass auf dich auf!“

Ich steige ins Auto, checke nochmal kurz meine Whatsapp und schalte das Navi an. Ein letztes Sefli vor der Fahrt, mit dem Kommentar „Tschö mit ö und Tschau Kakau“ wird auf Facebook hochgeladen. Dann fahre ich vom Parkplatz.

Es ist ein strahlend sonniger Tag. Kurz vor dem Grenztunnel nach Österreich beginnt es sich zu stauen. Der Verkehr fließt lange sehr zäh, bis kurz vor den Fernpass löst es sich langsam auf.

Ich bin vom Stau etwas genervt. Fühle mich aber Fit und frisch, obwohl ich die Nacht zu vor nicht sonderlich lange geschlafen habe. Liegt vermutlich an der Vorfreude auf den Gardasee. Endlich abschalten, erholen und wieder vom Stresslevel runter kommen.

An der Tankstell kurz nach dem Fernpass staut es sich erneut. Alle wollen schnell noch günstig tanken und sich eine Vingette für die Autobahn besorgen. Ich möchte zusätzlich noch einen Kaffee und eine Zigarette haben. Dem Kumpeldate schicke ich ein Bild, er wünscht mir einen schönen Urlaub, worauf ich „Ich fahre nicht nur in den Urlaub sondern auch nach Hause.“ antworte.

Später Nachmittag. Wir sind endlich in Bardolino angekommen und können im Hotel einchecken. Die Fahrt war angenehm und wir kamen gut durch und das sogar ohne Stau. Die letzten ca 50 km bis zum Ziel waren, zugegebenermaßen, etwas zäh. Die Nachtschicht machte sich immer mehr bemerkbar und ich hatte das Gefühl mein Kopf wäre voll mit Watte.

Ich war froh, als wir endlich vor dem Hotel standen und unser Zimmer beziehen konnten. Ich musste lachen, war es doch glatt das selbe Zimmer, welches ich letztes Jahr auch schon hatte. Irgendwie fand ich das ziemlich lustig.

Kaum angekommen wollte ich am liebsten gleich alles auf einmal machen. An den See, ein Eis essen, Pizza essen, durch die Läden laufen und meinen inzwischen ans Herzgewachsenen Lieblingskellnern in der Stammbar hallo sagen.

Der erste Weg führte aber erst mal zu einem Eis auf die Flosse und an den See. Mit größter Glückseeligkeit verdrückte ich drei Kugeln Eis.

Am See angekommen saß ich die ersten Minuten einfach nur da und starrte den See an, während mir Krokodilsgroße Tränen über die Wangen rollten. Die letzten zweeinhalb Wochen waren so anstrengend gewesen, dass das Kartenhaus in diesem Moment einfach in sich zusammen viel. Gleichzeitig freute ich mich aber auch, einfach da zu sein und endlich mit meinem Urlaub anfangen zu können.

Ein Gedanke zu “Gardasee 2020, Part 1

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