Corona 2.0

Wäre ich mal lieber am Gardasee geblieben, ist ein Gedanke der mir immer wieder durch den Kopf schießt. Das Chaos, dass Corona gerade in der Arbeit verursacht, nimmt kein Ende. Zu allem Überfluss kommt noch ein Personeller Engpass dazu. Den Urlaub von zwei Wochen hätte ich mir neulich eigentlich sparen können.

Erholungseffekt und Privatleben, was ist das? Noch nie von gehört. Mit Corona hat sich letztlich auch mein ganzes Privatleben, meine Freizeit, meine Erholungsphasen, einfach alles, gefühlt völlig verabschiedet. Dienste von bis zu 16 Stunden, Phasenweise, sind im Moment Normalität.

Den Sommer hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt. Es steht alles Kopf. Wirklich alles. Mein Kopf ist nicht mehr aufnahmefähig, die Rückenmuskulatur macht zunehmend dicht. Auf den Dienstplan ist zeitweilig kein verlass mehr. Phasenweise ändert sich der Plan beinahe täglich. Zum verrückt werden.

Mehrfach frage ich mich in solchen Momentan dann, warum es denn gerade auf die letzten Meter sein muss. Auf die letzten Meter noch so ein Chaos. Hatte ich eigentlich gehofft, dass es zumindest die letzten Wochen geradeaus läuft. Aber irgendwie ist dem Schicksal, Corona und dem Universum, dass schlichtweg recht herzlich egal.

Es ist ihnen „Wurscht“, dass in knapp drei Wochen mein neues Arbeitsverhältnis beginn. Aber wundert mich das? Mittlerweile wundert mich ja gar nichts mehr.

Was mich an der Situation gerade am meisten ärgert? Das es immer die selben trifft, die sich einen abrackern. Das es immer die selben sind die einspringen und es immer die selben sind, die sich aus der ganzen Geschichte raus nehmen. Bei manchen ist es durchaus gerechtfertigt, bei vereinzelten habe ich aber das Gefühl, dass es oft fadenscheinige Ausreden sind.

In diesen Situationen ärgert mich dann eigentlich am meisten, dass ich unterschwellig das Gefühl nicht los werde, dass es manchmal keinen interessiert, was mit denjenigen ist, die durch die Bank und in Dauerschleife anwesend sind. Ich frage mich dann, ob anderen eigentlich bewusst ist, was für eine Belastung es sein kann, 7 oder mehr Tage am Stück, nur Dienste zu machen die 10 Stunden oder mehr andauern.

Natürlich habe ich einer angeordneten Mehrarbeit, mit der Unterschrift unter dem Vertrag, zugestimmt. Aber muss es denn wirklich sein, immer den selben „Mehrarbeit“ aufzubrummen? Wenn ich mich entsinne, habe ich aber nicht unterschrieben, mich verheizen zu lassen.

Vielleicht ist es aber auch ein bisschen ein persönliches Problem. Dass ich grundsätzlich ja sage, manchmal das Gefühl habe, nicht Nein sagen zu können. Manchmal das Gefühl habe, die Kollegen im Stich zu lassen und mich dabei selbst vergesse. Was folglich fast immer in völliger Erschöpfung endet.

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