Eine Entscheidung

Anfangs saß ich da. Starrte den Bildschirm meines Laptops an und wusste weder, wie ich den Beitrag anfangen und verfassen soll, geschweigedenn, mit welche Überschrift ich den Beitrag versehen sollte.

Die Seite blieb weiß. Der Schreibestrich blinkte fröhlich, bewegte sich aber keinen einzigen Buchstaben weiter. Obwohl mir eigentlich so viele Sachen im Kopf herum schwirrten, die ich eigentlich in diesen Beitrag stopfen wollte.

Aber wie stopfe ich das alles jetzt hier rein? Wo soll ich denn überhaupt anfangen und wie bekomme ich da, einen halbwegs sinnvollen, Beitrag zustande. Der aber bitte auch nicht zu lange sein soll. Aber wo fange ich denn an? Am Besten ganz von vorne.

Von Anfangan

Die ersten Touren in der neuen Arbeit bin ich mittlerweile alleine gefahren. Es klappt realtiv gut, zeitlich bin ich auch nicht ganz schlecht. Merke aber zunehmend, wie mich manche Begebenheiten belasten.

Angefangen vom Frühen aufstehen, bis dahin, dass mir die Leute oft so leit tun, weil sie sich unterhalten wollen, dafür aber nicht wirklich Zeit ist. Mir klar wurde, wie einsam manche Menschen eigentlich sind.

Während der ersten Tage, die ich da  also in meinem Auto saß und von Patient zu Patient fuhr, kreiselten die Gedanken immer mehr in meinem Kopf.

Getreu dem Motto „Die armen Alten, die sitzen da und sind alleine. Keiner kann sich wirklich Zeit nehmen und einfach mal hinsetzten und mit ihnen reden.“

Meine Gedanken fingen an zu schweifen. In der Behindertenhilfe ist es eigentlich auch nicht viel besser. Da hast du zwar Zeit, dich mal zum Reden hin zu setzten. Freizeitgestalterisch, machst du da aber, aus Personellen Gründen, auch nicht unbedingt immer so große Sprünge.

Meinen alten Job hatte ich auch hauptsächlich deswegen an den Nagel gehängt, weil es mich so gestört hat, dass ich mit den Bewohnern oft einfach nicht aus der Wohngruppe raus gekommen bin.

Freizeitgestaltung außerhalb der WG war oft gar nicht möglich, weil nicht genug Personal da war.

Also saßen die Bewohner teilweise den ganzen Tag in ihrer Wohnung. Freizeitbespaßung fand überwiegend dort statt, weil mehr gar nicht möglich war.

Da brauchst du dich eigentlich auch nicht mehr drüber wundern, dass die Bewohner irgendwann völlig resignieren. Und nach dem 100tsten mal Kuchen backen, schlichtweg keinen Bock mehr haben auch noch den 101ten Kuchen zu backen.

Und genau das ging mir, in der Behindertenhilfe, zunehmend so gegen den Strich.

Ich wollte doch mit den Bewohnern zusammen lustige Unternehmungen starten. Mal in den Zoo fahren oder ins Schwimmbad gehen. Eis essen, mal einen Cocktail trinken oder ins Restaurant gehen. Konzerte mit ihnen besuchen oder mal in die Disco gehen.

Kurzum, ich wollte sie dabei unterstützen, ein normals Leben zu führen und das trotz Behinderung. Ihnen ermöglichen, mitten in der Gesellschaft zu stehen, anstatt irgendwo am Rande.

Aufgrund von chronischer Unterbesetzung war das sehr oft einfach nicht möglich. Und gegen Ende hatte ich oft das beklemmende Gefühl, die Bewohner werden Isoliert und von der Gesellschaft abgeschottet. Teilweise aber auch einfach vergessen.

Als ich, vor ein paar Wochen, alles in der Behindertenhilfe geschmissen habe, dachte ich, im neuen Job wirds bestimmt besser. Mittlerweile weiß ich, folgendes, besser ist es vielleicht Hinsichtlich dessen, dass es auf Chefebene besser läuft. Und mit den Mitarbeitern besser umgegangen wird. Viel mehr Zeit hast du aber auch dort nicht, tendenziell eher weniger.

Etwas Positiv musste der Jobwechsel aber letztlich gehabt haben. Hatte er auch. Denn so bekam ich plötzlich eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Habe angefangen nachzudenken und wieder mehr zu hinterfragen. Bis letztlich der Groschen, vor ein paar Tagen, gefallen ist.

Der gefallene Groschen

Der Groschen viel also vor ein paar Tagen. Mir wurde schlagartig klar, warum ich mich damals dafür entschieden habe, Heilerziehungspflegerin und nicht Altenpflegerin zu werden.

Weil ich nicht nur pflegerisch, sondern auch pädagoisch arbeiten wollte. Weil ich mich mit dem Menschen als gesamtes System außeinandersetzten wollte. Weil ich die Menschen dabei unterstützen wollte ein NORMALES Leben zu führen.

Wollte ich keine Fließbandabfertigung machen. Da hätte ich im Grunde auch gleich irgendwo Käse verpacken oder Autos zusammenschrauben können. Ich habe mich bewusst gegen Fließband und für sozial und individuell entschieden.

In folge dessen, fing ich an zu brüten, irgendwann ging mir dann auch ein Licht auf und die Idee nahm Form an. Wurde immer Konkreter und klarer. Warum mache ich mich als Heilerziehungspfleger eigentlich nicht selbstständig?

Zum einen möchte ich mich im Alltag mit den Leuten beschäftigen, zum anderen finde ich Autofahren jetzt auch nicht ganz so schlecht, eigentlich mag ich Autofahren.

Warum mache ich mich nicht als mobiler Heilerziehungspfleger, im Sinne von Alltagsbetreuung und Familienentlastendem Dienst selbstsändig?

Eine Idee war geboren

Mobile Heilerziehungspflegerin. Das Klingt gut. Das ist die Idee! Eigentlich wollte ich mich vor Jahren, ziemlich direkt nach meiner Ausbildung, schon mal selbstständig machen. Letztlich verlief sich das aber, aus irgendeinem Grund, im Sande.

Somit hätte ich eigentlich, für mich, den perfekten Job. Zum einen bin ich mein eigenen Chef und muss lediglich mir Rede und Antwort stehen. Muss lediglich mir selbst gerecht werden.

Zum anderen, kann ich dann das machen, was ich eigentlich wollte. Im Sinne von, ich will mich mit den Menschen beschäftigen. Es spielen aber noch viele andere Dinge mit hinein.

Dinge wie, dass ich mir selbst aussuche, welche Kunden ich betreuuen möchte. Aufträge auch ablehnen kann, wenn ich aus irgendeinem Grund, diesen nicht annehmen möchte. Und somit eine gewisse Entscheidugnsfreiheit habe.

Mir meine Arbeit und auch meine Arbeitszeiten selbst einteilen und dies auch recht Flexiebel, nach meinem Bild, einteilen kann. Und nicht mehr nach der Pfeiffe eines Irgendwem tanzen muss, der mir sagt, von wann bis wann ich zu arbeiten habe.

Fazit

Noch nie war der Wunsch und der Plan, mich selbstständig zu machen, so präsent wie er jetzt ist. Mittlerweile bin ich auch an einem Punkt angekommen, an dem ich vom „ja mal schauen“ ganz weit weg bin.

Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mir sage „Ja, dass ziehe ich durch! Das mache ich! Ich nehme die ganzen Hürden und trete es durch, komme was wollte!“

Nach einigen Recherchen stelle ich zwar fest, dass es sehr viel zu tun und zu organisieren gibt. Das es nicht einfach plopp macht und ich bin halt dann mal da. Muss ich mich auch erst mal durch vieles durchwurschteln. Aber, ich denke, dass könnte durchaus etwas werden.

2 Gedanken zu “Eine Entscheidung

    • Halli Hallo,

      ja das stimmt durchaus. Das wird eine Hausnummer für sich. Aber für mich erscheint das gerade als die beste Lösung. Nicht nur hinsichtlich dessen, dass ich mir in gewisser Hinsicht meine Kunden aussuchen kann, in einer Anstellung bekommst du ja dein Klientel einfach vor die Nase gesetzt, egal ob du mit demjenigen auskommst oder eben nicht. Denn die Kundschaft bei einem bestehenden Unternehmen ist ja meist schon vorher da.

      Ganz einfach wird es mit sicherheit nicht werden. Gerade bis zu dem Punkt, an dem man sich dann einfach soweit etwas aufgebaut hat, dass der Laden sich auch selber trägt und finanziert, nebenbei aber auch mich als Person mitziehen und finanzieren kann.

      Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, wie es weiter geht. Und wie es wird. Vielen Dank für deine lieben Worte!

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