Die nächste Runde?

Donnerstag.

Nachdem ich gestern abend irgendwann auf dem Sofa eingeschlafen bin und erst gegen 1 Uhr ins Bett übergewandert war, war ich heute morgen gegen 8 schon wieder wach. Die Nacht war unruhig.

Der Rücken schmerzt anfänglich erst unterschwellig. Nach meinem Telefonmarathon bei Radiologen und Orthopäden, sind sie aber wieder sehr präsent. Komme nicht drum rum, schon vormittags eine Schmerztablette zu nehmen.

Die Gedanken schwirren. Sie kreiseln. Einen MRT Termin habe ich erst in zwei Wochen. Das war der früheste den ich bekommen konnte. Auch beim Orthopäden hätte ich frühestens in zwei Wochen vorstellig werden können.

Zum Glück gibt es bei einem der Orthopäden eine offene Sprechstunde, muss zwar mit Wartezeit rechnen, kann dadurch aber schon Donnerstag vorstellig werden. Wenigstens etwas.

Es sticht. Es krampft. Es pulsiert. Der ewige Versuch bei den Fachärzten überhaupt durch zu kommen, hat die Lage verschlechtert. Und ich betreibe wieder nur Sympthomunterdrückung, statt Ursachenbekämpfung. Aber was bleibt mir momentan auch anderes übrig.

Mir wäre es gerade weitaus lieber, zu wissen, was jetzt eigentlich die Ursache ist. Ist es tatsächlich eine Bandscheibe die auf Abwege gekommen ist? Oder vielleicht doch nur übertrieben verkrampfte Muskeln, die jetzt auf irgendwelche Nerven drücken? Sitzt vielleicht irgendwo eine Entzündung?

Würde weit lieber Ursachenbekämpfung betreiben, anstatt Symptome zu unterdrücken. Vorallem würde ich einfach gerne wissen, wie es weiter geht und wo das ganze hinführen soll.

Aber was soll man machen. Wenn die Facharztpraxen voll sind, ist das eben so. Ändern kann man es nicht mehr, auch wenn es ärgerlich ist. Auch Fachärzte sind nur Menschen, mit begrenzter Kapazität. Selbst wenn man sie gerne als Götter in weiß bezeichnen mag.

Fühle mich gerade so machtlos. Stehe regelrecht in einer Sackgasse und weiß nicht mehr wo hin. Gedanklich habe ich bereits meine Sachen gepackt und mich beim Arbeitsamt Arbeitslos gemeldet.

Verübeln könnte man es in so einem Fall keinem Arbeitgeber. Gerade neu angefangen. Gerade zwei Wochen gearbeitet. Bumms krank, mit Verdacht auf Bandscheibe.

Unterschwellig der Hinweis von ärztlicher Seit, mir Gedanken über meine berufliche Laufbahn in der Pflege zu machen. Hab ich ja mal wieder wunderbar hinbekommen. Wo soll ich denn bitte hin?

Wer nimmt mich denn bitte noch, wenn ich mich hinstelle und sage „Ach übrigens, nur so am Rande, ich hatte nen Bandscheibenvorfall“

Momentan bin ich hin und her gerissen. Hin und her gerissen zwischen, selbst kündigen oder aussitzen und abwarten.

Merke, wie ich vieles von der Meinung anderer abhängig mache. Getreu dem Motto, was denken denn die anderen von mir, wenn ich nach so kurzer Zeit alles wieder hinwerfe.

Weiß aber ganz genau, wenn ich so weiter mache, endet das vermutlich irgendwann in der reinsten Selbstzerstörung. Auf der anderen Seite sperrt sich innerlich aber irgendwas, was mich noch davon abhält alles stehen und liegen zu lassen.

Du kannst doch nicht nach 2 Wochen schon alles stehen lassen. Du bist halt noch nicht in der routien drin. Zieh es halt noch ein bisschen durch, dann wirst du schon sehen. Vielleicht klinkt sich das alles auch von selber ein.

Merke aber auf der anderen Seite, dass meine Gesundheit mir gerade gewaltig einen Strich durch die Rechnung macht.

Letztlich macht mich die ganze Ungewissheit, neben den Schmerzen, so mürbe und übellaunig. Möchte Phaseweise keinen Menschen sehen. Möchte alleine sein. Reagiere auf keine Whatsapps mehr. Verlasse meine Wohnung nur noch für das Nötigste. Also Einkaufen oder Arztbesuche.

Vermutlich bleibt mir lediglich abzuwarten, was am Donnerstag beim Orthopäden raus kommt.

4 Gedanken zu “Die nächste Runde?

  1. Nun, selber kündigen würde ich an deiner Stelle ganz bestimmt nicht. Allein schon wegen der Sperre.
    Der Rest? Hol mal tief Luft und lass dann los. (Nein, es ist nicht leicht, aber hilfreich!)
    Versuch, dir wirklich das absolute „Worst Case“ – Szenario vorzustellen. Überleg weiter, was man dann machen kann.
    Das hat mir schon oft geholfen, wenn mich die Welle mitreißen wollte. Es hilft, der Angst zu begegnen und oft merkt man dann im Verlauf, das die tatsächliche Lage gar nicht so dramatisch ist, wie gedacht.
    Ich drück dir die Daumen 🍀

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    • Genau das ist auch mein Problem. Geht eine Kündigung von mir aus, muss ich mit 12 Wochen sperre rechnen. Und das kann ich mir finanziell gerade einfach nicht erlauben. Selbst wenn ich keine Sperre bekommen würde, aus finanzieller Sicht momentan der Untergang.

      Nun ja, die ein oder andere Option hätte ich tatsächlich noch in der Hinterhand. Ganz ohne Plan stehe ich letztlich nicht da.

      Vermutlich hilft tatsächlich nur, abzuwarten und zu sehen was jetzt noch alles kommen mag. Auch wenn es mir gerade vor kommt wie ein riesiges Monster 😅

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  2. Ist ja auch verständlich. Schließlich ist das eine Situation, die man sich so nicht vorgestellt hat und vor allem nicht kontrollieren kann (wovon ich ein Lied sagen kann 🙄).
    Das blöde ist ja, je mehr du nachdenkst, desto mehr Anspannung erzeugst du. Teufelskreis.

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    • Genau dieses. Es ist eine Situation, die man sich so nicht vorgestellt hat, vielleicht auch schlicht weg nichts dafür kann im sinne von, dass man das Problem absichtlich hervorgerufen hätte.
      Und dann stehst du da. Herzlichen Glückwunsch. Kannst im Grunde die Frage, wo her es kommt nicht beantworten, weil der Prozess schleichend war und man es anfangs für was harmloseres gehalten hat, es am Ende dann aber doch bumm gemacht hat.

      Dann fangen die Gedanken an zu kreiseln. Du denkst nach. Fragst dich was wäre wenn. War in den letzten Tagen, Wochen, Monaten oder vielleicht auch Jahren irgendwas, was sich jetzt im Grunde als Spätfolge herausstellt. Bist dir dann nicht sicher und es kreiselt weiter. Das Blöde an der Sache ist, man kreiselt und kreiselt. Ich persönlich komme aber trotz gedenke auf keinen grünen Zweig.

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