Vom Menschen- und Wohnungshass

Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte, manchmal kann ich bestimmte Menschen einfach nicht ertragen. Rein aus Prinzip und weil sie mich mit ihrem Verhalten schlichtweg nerven.

Mittlerweile wohne ich seit über 3 Jahren in meinem Kellerkabuff und ärgere mich regelmäßig darüber, dass ich die damalige Wohnung nicht behalten habe.

Gut, damals hatte ich meine Gründe, diese nicht zu übernehmen. Damals wusste ich aber auch nicht, was für ein Affenzirkus in den nächsten drei Jahren auf mich zu kommt.

An und für sich, wäre das Kabuff vermutlich ganz okay. So scheiße wäre es eigentlich gar nicht. Dennoch finde ich beinahe täglich irgendwelche Gründe, einen immer größer werdenden Hass zu bekommen.

Angefangen bei Kleinigkeiten, wie kein Abstellraum oder zumindest irgendwie ein Stück Kellerraum, wo ich Dinge hin auslagern könnte, die ich schlichtweg nicht in meiner Wohnung stehen haben möchte.

Zum Beispiel die ganzen Wertstoffe von Papier bis gelber Sack. Ehrlich? Das Zeug will ich prinzipiell nicht im Wohnraum rumliegen haben. Nimmt das Kabuff dadurch einfach einen Rumpelkammercharakter an.

Wegen einem Sack Plastikmüll auf den 5 km entfernten Wertstoffhof fahren? Nun ja über die Sinnhaftigkeit lässt sich streiten, ich weigere mich allerdings, wegen einem Sack dort aufzuschlagen.

Den Papiermüll könnte ich in der blauen Papiertonne entsorgen, wenn es eine gäbe. Tut es aber nicht. Vermieter entsorgen über die Nachbarn, anstatt sich eine eigene blaue Tonne fürs Haus zuzulegen (würde sich eigentlich inzwischen Lohnen), ich hingegen schaue einfach mal in die Röhre und kann schauen wo ich bleibe.

Einen Tag später falle ich über meinen Wäscheständer, weil der Durchgang zwischen diesem und dem Sofa zu eng ist, fluche darüber das ich keinen Trockner habe, ach ich Vergaß, dieser hat noch weniger Platz in der Wohnung als der Wäscheständer.

Einen weiteren Tag später, entdecke ich wieder irgendwo Schimmel, nachdem ich seit 7 Uhr wach bin, weil der LKW des Nachbarn wieder Minutenlang, mit laufendem Motor, direkt vor meinem Schlafzimmerfenster stand. Danke, ich habe eigentlich frei.

Dazu kommt, dass das Haus derartig hellhörig ist, dass ich beinahe jedes Türschlagen, jeden Streite und jeden Besuch mitbekomme, der bei Vermietern ein und aus geht.

Bisschen an der Lärmdämmung gespart oder was? Ich glaubs langsam wirklich. Hauptsache billig bauen, damit man schnell und am besten teuer vermieten kann. Läuft bei euch.

Am allermeisten nervt mich aber inzwischen die Einstellung von Vermietern. Beziehungsweise von Vermeitersohn.

Wie ich in der Vergangenheit schon zur Genüge berichtet hatte, hatte Vermietersohn einen Heidenspaß dran, regelmäßige Hauspartys zu veranstalten. Daran hat sich seit dem Auszug nur wenig geändert

Wegen weil Haus ist ja so Hellhörig, habe ich unfreiwillig an sämtlichen Partys teilgenommen, die in den letzten drei Jahren dort oben gefeiert wurden.

Vor etwa 2 Jahren zog Vermietersohn aus, wurde ja auch langsam mal Zeit. Was bei mir eine gewisse Freude hervorrief. Endlich Ruhe! Endlich nie wieder unnötige Partys! Denkste wohl! Zu früh gefreut.

Es wurde zwar insgesamt weniger. Aber ganz hat es nie aufgehört. Immer wiederkehrende Partys. Meist zwar ohne Musik, aber mit Menschenmassen, bei denen es keine Musik brauchte um mir vom Lärmpegel her den Schlaf und sämtliche Nerven zu rauben.

In diesen Momenten bekomme ich regelmäßig das Kotzen, werde aggressiv und verfluche Gott und die Welt. Gerade dann, wenn das ganze plötzlich, aus dem nichts, unter der Woche, Abends um halb 10 los geht.

Äääää, hallo? Schon mal was von bescheid sagen oder vorwarnen gehört? Es gibt Herrgott nochmal Menschen die Arbeiten müssen, damit sie ihre Miete bezahlen können?!?!?

Hoch gehen und klingeln, wäre durchaus eine Möglichkeit. Erfahrungsgemäß bringt das aber rein gar nichts. Hab ich schon ausprobiert. Stattdessen wird es grundsätzlich einfach doppelt so laut wie davor.

Der Witz an der Sache? Die halbe Nachbarschaft ist mittlerweile davon genervt, nicht nur ich. Anstatt aber direkt an den Verursacher hinzutreten, erzählt man das mir.

Und was erwartet ihr jetzt von mir, dass ich tuen werde? Das immer und immer wieder ich dort oben stehe und was sage? Mich beklage und beschwere? Der Rest ist zwar auch entnervt, will aber nichts sagen. Gott, dann hört auf zu heulen, ich sitze genau darunter!

Vermutlich wird der ein oder andere jetzt sagen, hör auf rum zu flennen und such dir ne andere Wohnung, wenn es dich so nervt. Dazu möchte ich vorweg nehmen, schon passiert.

Weil die Mieten mittlerweile ein ausmaß annehmen, dass mich zunehmend den Kopf schütteln lässt, habe ich vor einigen Monaten die Entscheidung getroffen, zu kaufen. Inzwischen habe ich auch was gefunden und gekauft.

Der Hacken an der Geschichte ist nur, dass ganze befindet sich noch bis mitte nächstes Jahr in der Bauphase. Wenns blöd läuft, weil irgendwas dazwischen kommt oder nicht nach Plan läuft, zögert sich der Bau sogar bis Ende nächsten Jahres heraus.

Wir wollen jetzt aber den Teufel mal nicht an die Wand malen und hoffen einfach auf Sommer 2021. So.

Und dann sitzt du da. Freust dich wie ein Schnitzel. Endlich! Wurde ja auch Zeit! Und du weißt in absehbarer Zeit, bist du hier weg. Auch wenn es noch etwa gut ein Jahr dauer. Aber du wirst weg sein.

Ein bisschen wird die Stimmung dann aber mit jeder, verdammten Party, eingetrübt. Du hast zwar eine Wohnung gekauft, kannst aber noch nicht rein, weil sie noch nicht fertig ist und gerade mal der Rohbau davon steht.

Das ganze hat so ein bisschen was von Machtlosigkeit. Du kannst einfach nicht weg. Du kommst da nicht raus, wenn du nicht unter der Brücke wohnen willst. Du fühlst dich, obwohl du dir was gekauft hast, so gefangen.

Mit jedem Tag, an dem über mir oder mit den Vermietern wieder irgendwas ist, und sei es nur, weil ich wieder das Kotzen über das Papiertonnenthema bekomme.

Mit jeden Tag, der mir wieder irgendein neues Drama vor die Füße kotzt, um so machtloser fühle ich mich oft. Und um so mehr fühlt sich das Kellerkabuff wie ein Klotz am bein an.

Ein Klotz den ich noch mindestens ein Jahr nicht los werde. Noch ein Jahr, in dem ich Vermieter als auch ihren Sohn inkl. bekloppter Partys ertragen muss. Und spätestens an Silvester wieder einen Anfall bekomme, weil mein Parkplatz von einem irgendwem blockiert wird.

Manchmal möchte ich dann einfach erst an dem Tag wieder aufwachen, an dem ich in MEINE Wohnung kann. An dem ich den ganzen Wohnungsstress hinter mir lasse und ENDLICH meinen Frieden habe. Aber auch einfach keine Vermieter mehr im Rücken habe.

Keine Vermieter mehr, die plötzlich vor meiner Türe stehen um mir mitzuteilen, ich sollte doch mein Katzenstreu gefälligst nicht über die Mülltonne entsorgen, weil das die Tonne so verstopft.

Keine Vermieter mehr, die keine Rücksicht auf irgendwen nehmen, sobald es aber ihre Person betrifft, steht man senkrecht und es wird erwartet, dass man Rücksicht auf sie nimmt.

Endlich einen Garten. Endlich Platz für einen Trockner. Endlich keinen LKW mehr vor meinem Schlafzimmer. Endlich so vieles nicht mehr.

Aber jetzt heißt es erst mal ausharren und waren. Das wird aber wohl die Größte und nervenzerfetzende Herausforderung sein. Warten, weil man vorerst nichts anderes tun kann.

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