Tagesgedanken 2.0

Es ist zur Zeit einfach anstrengend. Momentan kippen Kollegen von der Stange das es kracht. Tageweise weißt du einfach nicht wie du die Dienste abdecken sollt, während der Rest eigentlich schon in der Arbeit einziehen könnte.

Egal wie du es drehst oder wendest. Jeder, der noch übrig ist, muss gerade ganz schön die Pobacken zusammen kneifen. Mittlerweile hat man aber einfach das Gefühl, man kneift nur noch zusammen und es wird nicht besser. Eigentlich müsste man von der ganzen Kneiferei inzwischen Muskelkater im Hintern haben. Oder Krämpfe.

Es fühlt sich schon wieder an, als läge auf der Personalsituation ein immer wiederkehrender Fluch, der sich nicht brechen lässt. Phasenweise standen wir eigentlich mal ganz gut da. Dann wieder der Einbruch, als wollte man das Gegenüber erst einmal in Sicherheit wiegen, bevor man zum nächsten Schlag ins Gesicht ausholt.

Ich mag meinen Job. Und ich bin auch wirklich froh, dass ich mich dazu entschieden habe, wieder zurück ins Wohnheim zu gehen. Die ganze Sache mit dem Mobilen Pflegedienst geschmissen habe und bei meinen Wurzeln geblieben bin.

Langfristig wäre der Mobile Dienst mein körperliches als auch emotionales Ende gewesen. Natürlich musst du, wird das auch von dir erwartet, eine gute Mischung aus Nähe und Distanz schaffen. Darfst aus Professioneller Sicht nicht zu viel an dich ran lassen.

Was mir aber, wenn ich ehrlich bin, beim Pflegedienst von Tag zu Tag schwerer gefallen ist. Mir die Leute einfach oft so leid taten. Schlicht auf die Pflege reduziert. Im Wohnheim gehen mir manche Sache auch Nahe, oder trage ich sie nach Hause. Hier kann ich mittlerweile aber doch verhältnismäßig gut Distanz schaffen.

Beim Mobilen Dienst hatten die Menschen oft einen wesentlichen höheren Sprechbedarf der sich aufgestaut hatte, waren oft alleine und der Mobile Dienst teilweise der einzige Kontakt. Gespräche hast du geführt, während du, bescheuert gesagt, deren Hintern im Gesicht hattest und gleichzeitig die Uhr angestarrt hast.

Beinahe täglich habe ich den Spruch „Ich muss jetzt leider weiter, erzählen sie mir das doch bitte Morgen.“ los gelassen. Täglich grüßt das Murmeltier. Natürlich musst du auf die Pflege reduzieren, du wirst schließlich nur dafür bezahlt. Beziehungsweise fließt nur dafür Geld von den Kostenträgern.

Dennoch, hinter jeder Person, die du Pflegst, steckt noch so viel mehr. Nicht nur der Mensch, der irgendwie gewaschen werden muss. Der Mensch als ganzes. Mit seinen Problemen, Wünschen, Erfahrungen und Bedürfnissen.

Und das hat mich oft so traurig gemacht. Traurig darüber, dass du keine Zeit hast, einfach mal zu reden. Den Mensch als ganzes zu betrachten. Weil die Kostenträger schlichtweg nicht mehr bezahlen. Was für mich schon wieder fast was von „Menschenunwürdig“ hat.

Mich oft gefragt habe, warum springt man mit den „alten“ so um? Mit denen, die teilweise Schlimme Zeiten hinter sich hatten. Im Krieg waren oder die Nachkriegszeit am eigenen Leib erfahren haben.

Deutschland wieder aufgebaut haben und hochgezogen haben. Die sich einen abgebuckelt habe. Und jetzt? Jetzt werden sie in der Ecke abgestellt? Ich weiß ja auch nicht, was ich davon wirklich halten soll.

Aber gut, ich für meinen Teil habe mich nun für eine andere Richtung entschieden. Bin wieder bei meinem eigentlichen Job gelandet, der mir wirklich auch spaß macht. Auch wenn er mich gerade Nerven kostet.

Denke immer noch drüber nach, ob ich nicht auf 450 Euro, irgendwie im Seniorensektor bleiben soll. Im Sinne von Alltagsbetreuung. Und wenn ich mich nur hin setzte und mit der Dame einen Kaffee trinke und mich mit ihr unterhalte.

Das könnte ich momentan wesentlich eher mit mir und meinem Gewissen vereinbaren. Als auf die Uhr starrend mit einem Hintern zu reden. Kling blöd? Aber ist doch wahr!

Wollte mich eigentlich insgesamt mit meiner Nebentätigkeit wieder mehr auseinandersetzten. Also mit der ganze Fotogeschichte und dem dazugehörigen Kleingewerbe. Momentan, muss ich aber offen zugeben, obwohl ich so viele Ideen habe und einen echt guten Plan, mir fehlt im Moment schlichtweg der Saft dazu.

Der Saft, wirklich Intensiv mich mit meiner Selbstständigkeit auseinander zu setzten. Zumal da doch einiges an Zeit rein müsste, um es zumindest mal zum laufen zu bekommen. Zumindest so zum laufen, dass es zumindest teilweise selber läuft.

Neben der Motivationslosikeit und fehlenden Energie, hängt es aber gerade noch an ein paar anderen Ecken. Eigentlich würde ich gerne wieder einen Fototripp machen um meine Sammlung zu erweitern, Corona macht das gerade aber unmöglich.

Theoretisch hätte ich meine Kalender schon lang in Druck geben sollen. Der Fotolaptop, auf dem auch die seit Monaten fertigen PDF Dateien hinterlegt sind, ist zunehmend mit den ganzen Programmen überfordert und streikt mir zu oft. Komme entsprechend kaum dazu irgendwas zu machen.

Wenigstens sind die Dateien auf der Externen gespeichert. Eventuell doch mal jemanden fragen, dessen PC damit nicht überfordert ist. HAbe shcon überlegt, mir einen neuen PC zu holen.

Allerdings sind die, die ich haben möchte alle in einem Preissegment angelegt, das bei 800 € anfängt. Heißt ich müsste wieder in die Finanzierung gehen und darauf habe ich einfach gerade keinen Bock!

Dann sollte ich eigentlich die Kalender online Stellen. Bei Ebay habe ich derzeit aber leider etwas die Befürchtung, wenn ich jetzt noch anfange die Kalender einzustellen, mir das ganze als Gewerblicher Handel angelegt wird.

Habe derzeit als Privatperson schon so viele Artikel auf Ebay online. Wegen weil „Bevor ich umziehe muss ich noch so ein paar Sachen los werden, weil ich die nicht mit umziehen möchte“ Darauf beruht auch gerade meine Befürchtung mit dem Gewerblichen Gedöns.

Überschreitest du eine Gewisse Artikelanzahl bzw. generierst du zu viele Einnahmen, die über das geht, was einem noch als Privat ausgelegt werden kann, ist man eigentlich schon Gewerblich tätig. Sollte mal ein paar mehr Infos einholen. Muss da mal bisschen schlauer werden.

Ach ich weiß ja auch nicht.

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