Chaos, schon wieder

Völlig am Ende verlasse ich gestern die Arbeit. Ein bisschen frustriert, weil mich die ganze Situation gerade schlichtweg nervt. Zu Corona kommt noch eine Änderung des Konzeptes dazu. Aus zwei Wohngruppen soll sozusagen eine Gemeinschaft werden.

Beide WGs bleiben zwar so wie sie besetzt sind auf ihren Geschossen. Sollen aber vermehrt, gerade am Wochenende oder zu Urlaubszeiten vermischt werden. Wobei die Belegung der Zimmer so bleibt wie sie ist.

Das Personal soll durchgemischt werden. Mitarbeiter aus dem Erdgeschoss sollen auch im Obergeschoss arbeiten. Umgekehrt gilt das selbe System. Hausgemeinschaft schimpft sich das ganze dann im Grunde.

Zwei WGs, mit einem großen Personalpool sozusagen. Funktioniert vom Grundprinziep schon. Der Knackpunkt: Es macht einen Riesen unterschied ob das Konzept der Hausgemeinschaft von Anfang an umgesetzt wird oder ob zwei WGS, nach über 15 Jahren, plötzlich dieses Konzept ändern sollen.

Wegen weil eingefahren, festgefahrener Strukturen und Rutinen. Die sich über die letzten 15 Jahre so eingebürgert und etabliert haben. Dann die Konzeptänderung und alles wird über den Haufen geworfen.

An und für sich finde ich das ganze eigentlich ganz gut. Persönlich gesehen habe ich auch kein Problem damit, im Wechsel, auf beiden Stockwerken zu arbeiten. Manchmal bin ich sogar richtig froh, wenn ich zwischendurch das Stockwerk und somit das Klientel wechseln kann.

Zwischendurch einfach mal was anderes. Andere Bewohner, andere Macken, andere Probleme. Einfach mal aus dem Üblichen Trott raus. Vielleicht auch mal zu den anderen Bewohnern vom anderen Stockwerk etwas abstand haben, bevor ich nur noch genervt bin, weil ich immer und immer wieder ein und die selbe Leier erzählt bekomme.

Gestern wurde mir aber, wieder mal, schlagartig bewusst, dass ich im Grunde total ins kalte Wasser geschmissen worden bin. Eine richtige Einarbeitung habe ich nie bekommen. Wird es wohl auch so nie geben.

Im August schon mehrmals, wegen Personalnotstand im anderen Geschoss eingesprungen. Dort aber auch schon fast keine Einarbeitung bekommen. Stand der Dinge: Die hat ja schon mal im anderen Geschoss gearbeitet, bittesehr mach.

Ich habe nur bedingt eine Ahnung was eigentlich abgeht. Kann tatsächlich nur einen Teil der Bewohner. Und ob ich es richtig mache weiß ich auch nicht. Ich habe halt einfach gemacht.

Aber dann hapert es einfach an so Kleinigkeiten aus, wie das Thema Medikamente. Ich habe bis heute nur bedingt einen Schimmer davon, wer überhaupt Medikamente bekommt. Und in welchem Umfang. Muss hier permanent Fragen, weil ich es oft nicht auf dem Schirm habe.

Wenn man dann weiter drüber nachdenkt, ist es gar keine Kleinigkeit. Es ist einfach wichtig und hat was mit Verantwortung zu tun. Bekommen die Leute ihre Medis nicht richtig oder gar nicht. Verfälscht sich der Spiegel, von gut eingestellt kann man hier dann schon nicht mehr sprechen.

Wo dann ja auch wieder ein gewisser Gesundheitlicher Faktor eine Rolle spielt. Wobei, Medis vergessen zu geben immer mal passieren kann. Viel Schlimmer finde ich es, aus Unwissenheit oder wegen Verwechslung, völlig Falsche Medikamente zu verabreichen.

Und das Frustriert mich. Einfach die Tatsache keine anständige Einarbeitung zu bekommen oder bekommen zu haben. Ins kalte Wasser geschmissen nach dem Motto mach mal.

Das ist meiner Meinung nach einfach auch für die Bewohner kein Zustand. Klar ist es cool wenn auch da Abwechslung rein kommt. Aber wenn es dann am richtig machen scheitert, dann kann das Langfristig gesehen einfach auch gekonnt in die Hose gehen.

Ich meine, man hat da ja im Grunde mit Menschen zu tun. Auch wenn sie behindert sind. Es handelt sich immer noch um Menschen. Wenn da was passiert, ja herzlichen Glückwusch.

Für eine Maschine holste halt den Kundenservice. Bei einem Menschen ab einem Gewissen Punkt halt nicht mehr. Da geht das dann an die Gesundheit und Endet blödesten falls richtig bescheiden.

Aber nicht nur deswegen war ich gestern völlig durch. Im Grunde habe ich paralell, vom anderen Stockwerk aus, noch Sachen für mein Ursprungsstockwerk organisiert.

Und die zweiteilerei hatte es irgendwie in sich. Das Sahnehäubchen war letztlich noch das etwas „ernstere“ Gespräch mit einer Bewohnerin. Es gibt einfach Dinge, da Frage ich mich ernsthaft, warum man sich einfach schon wieder drauf verlässt, dass man alles nachgetragen bekommt.

Gut, dass sie den Überblick über ihre Finanzen nicht hat, dass leuchtet mir aufgrund der Behinderung ein. Leuchtet mir auch ein, dass deswegen das Geld von uns verwaltet wird.

Aber ist es denn ernsthaft zu viel verlang, abzuklären wann ich am Wochenende wieder zurück komme? Und ob ich einmal oder zwei mal Geld für die Fahrten brauche? Bedeutet das nämlich im Endeffekt einen gewissen Mehraufwand, wenn ich Geld für zwei Fahrten ausbuche und auszahle und am Ende wieder rückbuchen muss.

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