Wird wohl nicht besser

Im Moment herrscht das reinste Kopfchaos. Hatte eigentlich gehofft, über Ostern ein bisschen das Hirn ausschalten zu können. So richtig funktioniert hat es aber nicht. Zu viele Gedanken schwirren gerade im Kopf herum, die es mir schwer machen. Aber auch äußere Umstände machen das ganze auch nicht wirklich besser.

Aktuell habe ich ganz massiv das Bedürfnis danach, einfach mal meine Sachen zu packen und auf und davon zu sein. Hauptsache weit weg. Ganz weit weg. Und am besten nicht erreichbar. Nicht ansprechbar. Einfach weg.

Aber wo soll ich denn hin. Darfste ja gerade nicht. Dank Corona. Dank Beschränkungen. Dank so viel was man wegen der Pandemie gerade nicht darf. Frage mich aktuell, ob ich meinen gebuchten Urlaub dieses Jahr überhaupt antreten darf. Allerdings fließt bis Juli noch viel Wasser die Donau runter. Von dem her, bleibt mir derzeit nicht mehr übrig als abzuwarten. Allerdings schwindet die Hoffnung zunehmend. Kennt ihr das Gefühl?

Insgesamt habe ich einfach keinen Bock mehr. Dieses ganze nichts mehr dürfen, geht einem irgendwann richtig auf den Senkel. Arbeit, Wohnung und die übliche Laufstrecke hat man irgendwann auch gesehen. Langfristig kann einem da ja wirklich nur noch die Decke auf den Kopf fallen.

Im wahrsten Sinne fällt mir die Decke inzwischen tatsächlich auf den Kopf. Dank Vermietern. Schon wieder. Ich weiß auch nicht was die manchmal reitet. Seit Tagen höre ich wieder ungefragt Gespräche mit, die über mir geführt werden. Türen fliegen und krachen ins Schloss. Kreissägen stehen kreischend vor meiner Wohnungstür. Etwaige „Kunden“ „Besucher“ oder wer auch immer, stellen neuerdings ihre Autos vor meinen Fenstern ab um mit Vermieter vor der Wohnungstür Lautstark einen Plausch zu führen. Soll ich vielleicht noch nen Kaffee raus reichen? Macht dann 2,50.

Grundsätzlich gehe ich Vermietern derzeit lieber aus dem Weg. Folgt auf das „Hi“ meistens ein und die selbe leier.

„Und alles klar?“

„Schon, grad nur viel Arbeit. Corona eben. Bei euch?“

„Ja passt. Tochter ist auch grad viel Arbeiten, die ist ja Krankenschwester“

„Hat bestimmt viel zu tun.“

„Auf jeden Fall. Und wann ziehst du aus?“

„Weiß ich noch nicht. Wenn die Wohnung halt fertig ist. Irgendwann im Herbst vermutlich.“

„Sagst halt frühzeitig bescheid. Wir müssen ja auch weiter planen.“

Beim letzten Satz stelle ich mir jedes mal im Stillen die Frage, ach was? Glaubt ihr wirklich ich bin so scharf drauf Doppelbelastung durch Miete und Baufinanzierung zu haben? Und wie oft wollt ihr mir die Frage noch stellen? An „Vermutlich im Herbst“ wird sich auch in 3 Monaten nichts geändert haben. Aber Hauptsache gefragt. Ich weiß schon.

Vielleicht bin ich zur Zeit auch schnell angekackt von immer den selben Fragen, die ich jedes mal aufs neue identisch gleich beantworte. Was einem schon mal leicht auf die Nerven gehen kann. Aber gut. Meine „Ich geh euch aus dem Weg.“ Taktik scheint aktuell recht gut zu fruchten. Außer sie haben was zu motzen, dann steht man bei mir vor der Tür. Kenn ich schon.

Wird langsam Zeit, meine Zelte dort abzubrechen. Wohne schon zu lange dort. Rege mich schon zu lange über vieles auf. Vor allem über den Geräuschpegel, der zunehmend Stress auslöst. Und um so länger sich das ganze mit dem Bau zieht (Corona sei dank), desto unleidiger reagiere ich auf das Thema. Um so zäher wird es. Irgendwie ist es so greifbar nah. 6/7 Monate noch, wenn Corona nicht doch noch zig mal zwischen funkt und rum nervt. Aber um so näher es kommt, desto langsamer scheint die Zeit zu vergehen. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, die Zeit vergeht nicht nur langsamer sondern gar nicht.

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